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Umweltpreis



Weimarer Umweltpreis 2022 »Bunt statt grau«

Der Umweltpreis 2022 stand unter dem Thema – BUNT STATT GRAU – Flächen klimafreundlich und lebensnah gestalten. Dazu erreichten uns mehrere interessante Beiträge.

Die Idee eines Permakulturgartens zur Versorgung eines Teils der Bevölkerung Weimars ist zum Beispiel beeindruckend. Sehr ausführlich wurden in der Einreichung „Weimar essbar machen / Goethe goes Urban-Farming“ die Grundlagen und Möglichkeiten der Permakultur dargestellt. In Ihrer Gänze kann die in der Einreichung geplante Fläche im Merketal dafür nicht zur Verfügung stehen, aber die Idee ist weiterverfolgenswert.

Anerkennenswert ist auch das Engagement eines Verbundes vieler Bürger für die vollständige Renaturierung der Ilmaue am ehemaligen EOW Gelände. Auch wenn es keine neue Idee war, so ist doch vor allem das demokratische Engagement anerkennenswert. Von diesem demokratischen Miteinander lebt die Stadt.

Wichtig für Weimar ist auch das Engagement für lebenswerten Wohnraum in der Stadt. Das Quartiersprojekt Alte Feuerwache e.V. saniert nicht nur mehrere Gebäude zu Wohn- und Gewerbeflächen sondern entsiegelt auch einen Teil des derzeit mit Beton versiegelten Innenhofes der ehemaligen Feuerwache. Fassaden- und teilweise Dachflächensanierung ist ebenfalls geplant.

Den zweiten Preis für die Entsiegelung einer Fläche erhielt Hr. Michael Kremmer. Die komplett versiegelte, aber auch vermüllte ehemalige Gewerbefläche wurde umfangreich und mit viel persönlichen Engagement in eine naturnahe Gartenfläche umgewandelt. Seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Fläche mit verschiedenen Gebäuden bebaut. Anfang der 90er Jahre wurde vieles abgerissen, aber die Oberfläche des Grundstückes aus Ortbeton und Betonplatten blieb bestehen. Es war komplett versiegelt, lediglich an manchen Ecken kämpften sich Pflanzen durch. Das Grundstück wurde aber auch immer wieder zur illegalen Müllablagerung genutzt. Nachdem Familie Kremmer es erwarb, wurde die gesamte Versiegelung aufgenommen, entsorgt bzw. der Wiederverwendung zugeführt. Um guten Bewuchs zu ermöglichen, wurde auf der gesamten Fläche eine ca. 1,2 m Mutterbodenschicht aufgetragen. Darauf entstand eine Fläche, die vielfältige Nutzungen ermöglicht. Es gibt einen familiären Bereich zum Spielen und verweilen, einen Nutzgarten zur Selbstversorgung, aber auch einen naturnahen Bereich indem sich Insekten und andere Tiere wohlfühlen. Für die Umsetzung dieses mit immensen Aufwand verbundenen Projekts erhielt er den mit 500€ dotierten zweiten Preis.

Mit dem ersten Preis wurde das Engagement der Familie Keiler in Ihrem wilden Garten gewürdigt. Eine früher stark vermüllte und teilversiegelte Fläche am Bahnhof Oberweimar wurde zu einem ökologisch wertvollen Biotop und naturnahem Erholungsgrundstück umgewandelt. Dabei wurde eine Vielfalt an ökologischen Strukturen geschaffen, diverse wertvolle Kleinhabitate befinden sich jetzt dort, wo früher Schutt und Beton war. Neben gezielten Anpflanzungen und Sukzessionsflächen für heimische Arten, wurde auch das Totholz abgestorbener Bäume erhalten. Gezielt wurde zusätzlich Starkholz in das Gelände zur Ansiedlung und Bindung totholzliebender Insekten und Pilze eingebracht. Als Habitat für Insekten, Eidechsen, Blindschleichen, Ringelnattern und Kleinsäugetiere wurden Lesestein-, Sand-, Reisig- und Laubhaufen errichtet. Verschiedene Nisthilfen wurden angebracht. Ein aus Regenwasser gespeistes Feuchthabitat für diverse Insekten (z.B. Wasserwanzen und Libellen), Wasserschnecken, Ringelnattern, Teich- und Bergmolche, Frösche und Erdkröten wurde angelegt. Durch verschiedene Projekte wurde und wird diese Ansiedelung diverser Flora und Fauna wissenschaftlich begleitet. Auch zukünftig wird die Wertschätzung des Bodens durch Bildung und Information für die Bürger, z.B. durch Insektenbeobachtungen mit Kindern, weitergegeben werden.

Für dieses umfangreiche, ganzheitliche Engagement erheilt die Familie den mit 1500€ dotierten ersten Preis.

 Ausschreibungskriterien/Richtlinien zum Weimarer Umweltpreis 2022

 1. Um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit an der Lösung örtlicher Umweltprobleme zu fördern, wird der Umweltpreis der Stadt Weimar vergeben.

2.  „BUNT STATT GRAU – Flächen klimafreundlich und lebensnah gestalten“ unter diesem Motto lobt die Stadt Weimar den Umweltpreis 2022 aus: Mit diesem Denkanstoß möchten wir für die Wertschätzung des Bodens als Schutzgut, Kulturgut und Lebensgrundlage sensibilisieren und auf die Folgen seiner Verschwendung aufmerksam machen. Gesucht sind Ideen, Kampagnen und Projekte, die zum Schutz und zur Erhaltung des Bodens beitragen. Entscheidend für die Auszeichnung sind neben dem praktischen Nutzen für die Umwelt auch die Originalität, Kreativität und Vorbildwirkung der eingereichten Ideen.

3.  Der Umweltpreis der Stadt Weimar ist mit einem Preisgeld von 2.000 EURO dotiert.

4. Das Preisgeld kann auf mehrere Preisträger verteilt werden und wird auch in diesem Jahr wieder von der Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs GmbH und dem Kommunalservice Weimar unterstützt.

5. Bei den eingereichten Projekten muss es sich um Arbeiten handeln, die nicht schon anderweitig prämiert wurden. Ausgeschlossen sind Beiträge, die aufgrund gesetzlicher Anforderungen oder behördlicher Anordnungen realisiert werden mussten.

  1. Bewerben können sich natürliche und juristische Person, Personengruppen oder Institutionen, die in Weimar wohnhaft sind oder ihren Sitz haben, ausgeschlossen sind Mitarbeiter der Stadtverwaltung.
  1. Es können auch Vorschläge für auszeichnungswürdige Personen oder Projekte eingereicht werden.
  1. Die Bewerbung soll folgende Angaben enthalten: - genaue Beschreibung der Aktivitäten (möglichst mit Foto oder Video) - Beschreibung der Auswirkung auf die Umwelt - Name, Adresse, Telefonnummer. Alle Bewerber werden zur Jurysitzung eingeladen. Sie bekommen die Möglichkeit ihrer Bewerbung der Jury zu präsentieren.
  1. Über die Platzierung der einzelnen Preisträger entscheidet die Jury.
  1. Der Bewerbungsschluss ist der 1. Mai des Ausschreibungsjahres. Die Preisvergabe erfolgt am 7. Juni 2022 durch den Oberbürgermeister der Stadt Weimar.
  1. Die Jury besteht aus Vertretern der Förderer und Mitarbeitern der Stadt Weimar. Die Zusammensetzung der Jury kann je nach thematischer Zielstellung wechseln.
  1. Mit einfacher Mehrheit entscheidet die Jury über den Preisträger.
  1. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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