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Richtfest für die Schulsporthalle Am Hartwege

07.05.2024 |
Das Gebäude tritt mit einer Mischung von Analogien und Kontrasten den Lernhäusern gegenüber.Das Gebäude tritt mit einer Mischung von Analogien und Kontrasten den Lernhäusern gegenüber.Das Gebäude tritt mit einer Mischung von Analogien und Kontrasten den Lernhäusern gegenüber.

Die Neugestaltung des Schulcampus „Am Hartwege“ im Ortsteil Oberweimar besteht aus den drei Komponenten Neubau Lernhäuser, Sanierung Sporthalle und Freianlagengestaltung. Während die Lernhäuser bereits in die finale Phase gehen, kann an der Sporthalle nun Richtfest gefeiert werden. Hier wurden die Arbeiten auch erst im Mai 2023 begonnen.

Die 1,5-Felder-Sporthalle wurde als Typenbau (SPH N 18x36-VT-Falte) aus dem Schulbauprogramm der Zeit im Jahr 1976 errichtet. Die reine Nutzfläche der Halle beträgt ca. 600 m². Sportfläche und Sanitärtrakt waren in einem baulich sehr schlechten Zustand. Aus Gründen der Nachhaltigkeit hat man sich aber für eine Sanierung (Nutzung von „grauer Energie“) anstelle eines Neubaus entschieden.

Die städtebauliche Situation ist durch zwei Aspekte wesentlich vorbestimmt. Zum einen wird der Hallenkörper des Bestandsbaus erhalten und ergänzt, wodurch die Lage des Gebäudes bereits fixiert ist. Zum anderen gibt die städtebauliche Planung des Campus das Umfeld der Halle mit den Wege- und Sichtbeziehungen vor. So orientieren sich die neuen Lernhäuser bereits an der Ausrichtung und der Maßstäblichkeit der Sporthalle. Gemeinsam bilden alle vier Gebäude ein Ensemble unter dem Leitbild „Schule im Park“.

Die Planung der Sporthalle sieht den Erhalt des bestehenden Hallenkörpers sowie den Neubau eines zweigeschossigen Funktionstrakts an deren Nord-Ost-Seite vor. Im Ergebnis entsteht ein kompakter Baukörper mit einem optimalen A/V-Verhältnis (Außenhülle/Volumen) als Voraussetzung für eine hohe Energieeffizienz.

Das Gebäude tritt mit einer Mischung von Analogien und Kontrasten den Lernhäusern gegenüber. Es fügt sich in das geometrische Grundkonstrukt der Anlage mit seiner Lage, Ausrichtung und Gebäudeform ein. Mit seinen zwei niedrigen Geschossen und einer Gebäudehöhe von ca. 7,80 m ist es jedoch stärker horizontal ausgerichtet, als die dreigeschossigen, ca. 13 m hohen Schulhäuser. Somit bildet die Sporthalle mit ihrer robusten Kompaktheit einen Kontrapunkt zu den mehrschichtigen, offenen Fassaden der Lernhäuser. Den grünen Metallfassaden der Neubauten setzt die Sporthalle eine mit Lärchenholz verkleidete Fassade entgegen. Auch hier wurde dem Aspekt der nachwachsenden Rohstoffe Rechnung getragen. Die kompakte Fassade der Sporthalle wird jedoch im Erdgeschoss mit einer gebäudebreiten Glasfront zur zentralen Erschließungsachse geöffnet. Ein durchgehendes Vordach markiert zusätzlich den Gebäudezugang.

Analog zu den Neubauten wird auch in der Sporthalle auf den Einsatz von fossilen Energieträgern verzichtet und dafür Luft-Wärmepumpen eingesetzt. Angesichts des hohen Wärmebedarfs für die Hallenbeheizung und die Duschen durchaus eine technische Herausforderung.

Die Sporthalle „Am Hartwege“ soll ab Frühjahr 2025 durch die Staatliche Gemeinschaftsschule Jenaplan als Schulsporthalle für etwa 380 Schülerinnen und Schüler in 15 Lerngruppen der Jahrgangsstufen 1-12 genutzt werden. Die Hallenfläche ist bei Bedarf in zwei Felder teilbar. Ein zusätzlicher Therapieraum eröffnet weitere Möglichkeiten für Therapie und Gymnastik in Kleingruppen.

Freie Kapazitäten sollen darüber hinaus dem Vereinssport zur Verfügung stehen, aktuell geplant als Trainings- und Wettkampfhalle für den Sportverein HSV Weimar, Abteilung Turnen. Weitere Vereine (z.B. Seniorensport) sollen ebenfalls Trainingszeiten in der Halle erhalten können.


Gesamtkosten: ca. 5,3 Mio. Euro

davon Förderung: ca. 3,1 Mio. Euro

Bauherr: Stadtverwaltung Weimar – Amt für Gebäudewirtschaft

Planung Architektur: Nitschke + Kollegen Architekten

Planung HLS/ ELT: STF Energy GmbH

Tragwerksplanung: Leonhardt, Andrä + Partner GmbH

Förderung: Sportstättenförderung Freistaat Thüringen


ProjektseiteNeubau Gemeinschaftsschule am Hartwege