Kampagne gegen digitale und häusliche Gewalt gestartet
Gewalt kennt kein Offline: Thüringen startete die 5. Kampagne „handle-jetzt“ mit einem Fachtag „Gemeinsam gegen digitale und häusliche Gewalt“ am 2. November 2026 in Mühlhausen.


Gewalt hat viele Gestalten. Manche davon sind digital. Sie reichen von bildbasierter sexualisierter Gewalt und Deepfakes über Cyberstalking und Hatespeech bis hin zu Doxing und offener oder heimlicher Kontrolle der Betroffenen.
Die angezeigten Taten nehmen zu, obgleich weniger als fünf Prozent überhaupt zur Anzeige gebracht werden.
"Um das zu ändern, starten die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und die Landesgleichstellungsbeauftragte mit den regionalen Netzen gegen häusliche Gewalt am 2. November die Kampagne "Schau hin". Anlässlich der Aktionstage zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. spricht die neueste und inzwischen 5. Kampagne "handle-jetzt" das Umfeld von Gewaltopfern an. Ob Bekannte, Freunde, Familie, Kolleginnen und Kollegen, Klassenkameraden oder Nachbarn: Thüringen soll hinsehen und sich nicht abwenden, wenn mit jemandem etwas nicht in Ordnung zu sein scheint. Die Gleichstellungsbeauftragten informieren dabei über wichtige Anlaufstellen in Thüringen und bundesweit und informieren, wie Menschen helfen können, ohne das Falsche zu tun bei digitaler Gewalt, zur vertraulichen Spurensicherung und bei sexualisierter Gewalt.
Landesgleichstellungsbeauftragte Nadja Sthamer betont: „‚Digitale Gewalt ist kein besonderes Phänomen des 21. Jahrhunderts. Sie ist die Fortsetzung patriarchaler Kontrolle und Einschüchterung, die es schon immer gegeben hat mit digitalen Mitteln. Digitale Gewalt und analoge Gewalt gehen Hand in Hand. Weder das eine noch das andere ist eine Privatangelegenheit. Straftaten müssen als solche benannt und bestraft werden. Ein Rückzug aus sozialen Medien ist keine Option, mit digitaler Gewalt umzugehen. Denn das wäre so als würde Frauen die Teilhabe am Arbeitsleben verwehrt sein, damit sie dort keiner sexuellen Belästigung ausgesetzt sind.“
Für "Handle jetzt" wirkt fast ganz Thüringen zusammen gegen häusliche Gewalt. Die Partnerschaft der Landesgleichstellungsbeauftragen mit den Kommunen in Thüringen erreichte mit fünf jährlichen Kampagnen über 2 Mio. Kontakte zur Bevölkerung über die verschiedensten Medien, Veranstaltungen und persönlich. Die Botschaft war und bleibt: Keine Gewalt in unseren Gebieten, es gibt Hilfe bei Gewalt, in Thüringen und überregional. Handle jetzt, lass Gewalt nicht weiter zu!
Rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen finden in ganz Thüringen außerdem Aktionen und Veranstaltungen statt. Mehr Informationen unter www.handle-jetzt.de Dort sind auch ganzjährig Informationen und die Kontakte zu rund 200 lokalen und überregionalen Beratungs- und Hilfsangebote zu finden.
Die Stadt Weimar führt am 04 November 2026 von 10 bis 17 Uhr einen Fachtag zum Thema „Eine Frage der Haltung – Familienrecht und Häusliche Gewalt“ im Mon Ami durch.
Im Kommunalen Kino wird am 10. November 2026 um 17 Uhr der Film „Fassaden“ gezeigt.
Am 25. November 2026 finden Aktionen im DNT statt.
Hintergrundinformation:
„Handle jetzt“ ist die Kooperation von Freistaat Thüringen mit: Altenburger Land, Apolda, Arnstadt, Eisenach, Erfurt, Gera, Gotha, Jena, Ilmenau, Ilmkreis, Kyffhäuserkreis, Landkreis Eichsfeld, Landkreis Gotha, Landkreis Greiz, Landkreis Hildburghausen, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis Sömmerda, Landkreis Sonneberg, Leinefelde-Worbis, Meiningen, Mühlhausen, Nordhausen, Rudolstadt, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld, Sondershausen, Sonneberg, Suhl, Unstrut-Hainich-Kreis, Wartburgkreis, Weimar, Weimarer Land
Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, wird jedes Jahr am 25. November als Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen abgehalten die mit einem Aktionszeitraum zur Sensibilisierung, den sogenannten Orange-Days im November verbunden sind.
Gewalt gegen Frauen ist eine der verbreitetsten Menschenrechtsverletzungen. Sie ist ein globales Phänomen und kann überall auftreten: in jedem Land, Zuhause, im Arbeitsleben, in der Freizeit und eben auch digital.