Haus der Frau von Stein: Stiftung Weimarer Mal- und Zeichenschule kann ab sofort mit Nutzung starten


Die Stiftung Weimarer Mal- und Zeichenschule kann ihr Nutzungskonzept für das benachbarte Haus der Frau von Stein an der Ackerwand ab sofort umsetzen. Die Stiftung hatte zuvor der Stadtverwaltung ein konkretisiertes Nutzungskonzept inklusive Raumkonzept, eine verbindliche Zeitschiene zur Herstellung der Bezugsfertigkeit und ein Finanzierungskonzept vorlegt. Ausgehend von der Entscheidung des Weimarer Stadtrates vom 17. Juni 2026 hatte die Stiftung vier Monate Zeit, die entsprechenden Konzepte und Nachweise zu erbringen. Die geforderten Unterlagen waren in der 41. Kalenderwoche fristgerecht zugegangen und konnten von der Stadtverwaltung geprüft werden. Die eingereichten Unterlagen lagen vollständig vor und beinhalteten tragfähige Aussagen, die mit detaillierten Nachweisen belegt wurden.
Die Stiftung wird die Bezugsfähigkeit des Objektes innerhalb von zwei Jahren ab Bestellung des Erbbaurechts herstellen; die Nutzungsaufnahme erfolgt dann binnen weiterer drei Monate ab Beendigung der Baumaßnahmen. Nachdem die Stiftung Weimarer Mal- und Zeichenschule ihre vertraglichen Verpflichtungen aus dem Anhandgabevertrag erfüllt hat, konnte in der 43. Kalenderwoche der parallel verhandelte Erbbaurechtsvertrag beurkundet werden. Das eingereichte Nutzungskonzept inklusive des Raumkonzeptes und der verbindlichen Zeitschiene sind Gegenstand des Vertrages. Eine Nichtumsetzung der Konzeption sowohl in zeitlicher, als auch inhaltlicher Hinsicht wurden strafbewährt vereinbart.
„Nach 18 Jahren Schließung kann das Haus der Frau von Stein nun endlich wieder für die Öffentlichkeit genutzt werden. Das ist eine ausgesprochen gute Nachricht für die Bürgerschaft und die Gäste Weimars, denen das Haus der Charlotte von Stein am Herzen liegt. Ich wünsche der Stiftung Weimarer Mal- und Zeichenschule viel Erfolg bei der Umsetzung“, unterstrich Oberbürgermeister Peter Kleine.
Das Haus der Frau von Stein wurde 2008 von der Stadt verkauft. Geplant waren durch die damalige Eigentümerin unter anderem ein Museum mit Werken von Salvador Dalí, eine Künstlerpension und ein Café. Davon konnte nichts fertig gestellt werden. Nach Ablauf der ursprünglich vereinbarten Investitionsfrist wurden zwischen der Eigentümerin und der Stadt Nachträge zur Erfüllung geschlossen, die jedoch nicht zum für die Stadt gewünschten Ziel führten. Auch ein Güterichterverfahren brachte keine Einigung. Anfang 2025 gelangte die Stadt Weimar wieder in den Besitz des Hauses.
Das historische Gebäude ist für die Weimarer Klassik von besonderer Bedeutung. Erbaut wurde es ab 1770 und diente dem herzoglichen Oberstallmeister Ernst Josias Freiherr von Stein und seiner Gattin Charlotte, der Hofdame Herzogin Anna Amalias und engen Vertrauten Goethes. Nach der deutschen Wiedervereinigung war im Gebäude in den neunziger Jahren zeitweise das Goethe-Institut vertreten.