Erfurt und Weimar prüfen gemeinsame Perspektive für „Die Finals 2029“
Informationsveranstaltung stellt Chancen eines Multisportevents für Sport, Stadtentwicklung, Tourismus und Wirtschaft in den Mittelpunkt


Gemeinsame Pressemitteilung der Städte Erfurt und Weimar:
Können Erfurt und Weimar gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen Gastgeber der Finals 2029 werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sport und Verwaltung bei einer Informationsveranstaltung am Dienstag in Erfurt. Im Mittelpunkt standen das Konzept der Finals, mögliche Austragungsorte in beiden Städten und die Chancen einer gemeinsamen Ausrichtung für den Sportstandort Thüringen.
Die Finals vereinen Deutsche Meisterschaften verschiedener Sportarten in einem gemeinsamen Veranstaltungsformat. Die Wettkämpfe finden dabei nicht nur in klassischen Sportstätten statt, sondern können auch an besonderen Orten im öffentlichen Raum ausgetragen werden. Die Verbindung von Spitzensport, medialer Aufmerksamkeit, Stadtbild und touristischen Angeboten macht das Format für Gastgeber besonders interessant.
Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn hat sich bei persönlichen Besuchen in Dresden und Hannover mit den Verantwortlichen vor Ort über die Erfahrungen mit den Finals ausgetauscht und sich ein Bild von der Organisation und den Möglichkeiten des Formats gemacht. Besonders überzeugt hat ihn der Ansatz, neben dem Spitzensport auch den Breitensport einzubeziehen und die Vereine aktiv an der Veranstaltung zu beteiligen.
„Die Finals bieten die Chance, weit mehr als eine Reihe hochklassiger Sportwettkämpfe zu organisieren. Sie können eine ganze Stadt bewegen, Vereine zusammenbringen und Erfurt bundesweit als Sportstadt sichtbar machen. Die Erfahrungen aus Dresden und Hannover haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, den Sport in die Stadt zu holen und zugleich die Menschen vor Ort aktiv einzubeziehen“, so Horn.
Sport, Stadt und Wirtschaft gemeinsam denken.
Für Erfurt knüpft die Überlegung an bestehende sportliche Erfahrungen und strategische Ziele an. Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2017 mit fast 26.000 Zuschauerinnen und Zuschauern haben gezeigt, welche Resonanz eine große Sportveranstaltung in der Stadt erreichen kann. Die Finals könnten diesen Ansatz auf mehrere Sportarten und Veranstaltungsorte ausweiten.
Neben der sportlichen Bedeutung stehen mögliche Impulse für Tourismus, Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel im Blick. Die Erfahrungen aus Hannover beziffern den gesamten wirtschaftlichen Einfluss der Finals 2026 auf rund 25,5 Millionen Euro. Diese positiven ökonomischen Effekte sind unmittelbare Erfahrungswerte aus Hannover und dient als erste Orientierung für eine mögliche Ausrichtung in Thüringen.
„Das Sportereignis ist eine Chance unserer Städte, ihre jeweiligen Stärken auszuspielen. Es ist zugleich eine Anerkennung an alle Sportbegeisterten in Erfurt und Weimar, wenn hier vor Ort bedeutende Wettkämpfe ausgetragen werden“, betonte Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine. Eine gemeinsame Perspektive könnte die sportliche Infrastruktur Erfurts mit den kulturellen und touristischen Stärken Weimars verbinden. In einer ersten Konzeptskizze werden in Erfurt unter anderem das Steigerwaldstadion, die Roland-Matthes Schwimmhalle, die Messe Erfurt, die Radrennbahn Andreasried, der Nordstrand und der Domplatz als mögliche Veranstaltungsorte betrachtet. Für Weimar werden beispielsweise der Marktplatz, das Deutsche Nationaltheater, das Schwanseebad und das Stadtschloss als denkbare Orte aufgeführt.
Die Zuordnung von Sportarten und Standorten befindet sich gegenwärtig im Planungsprozess und ist noch nicht abschließend festgelegt. Gemeinsam mit den Sportfachverbänden, der Finals GmbH und den weiteren beteiligten Partnern werden konkrete Formate entwickelt..
Die an der Informationsveranstaltung Beteiligten verständigten sich darauf, die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg ergebnisoffen zu prüfen. Wenn Erfurt und Weimar ihre jeweiligen Stärken einbringt, kann daraus eine Perspektive für den Sport, den Tourismus und die Wahrnehmung Thüringens entstehen. Die Voraussetzung dafür, ist die gemeinsame realistische Bewertung der organisatorischen, sportfachlichen und finanziellen Fragen .
Vereine und Sportlandschaft frühzeitig einbinden
Bereits im Vorfeld der Informationsveranstaltung haben Sportvereine aus Erfurt Interesse signalisiert und ihre Unterstützung angeboten. Rückmeldungen aus den Bereichen Fechten, Leichtathletik, Triathlon, Tischtennis und Bogenschießen zeigen, dass die Überlegungen in der Sportlandschaft auf Resonanz stoßen.
Die mögliche Ausrichtung der Finals 2029 soll deshalb nicht allein als Spitzensportveranstaltung betrachtet werden. Auch Vereine, Schulen, Nachwuchsathletinnen und -athleten sowie Mitmachangebote für die Bevölkerung können wichtige Bestandteile eines Gesamtkonzepts sein. Erfahrungen aus vergangenen Finals-Veranstaltungen zeigen, dass ein begleitendes Programm mit Sportvereinen und niedrigschwelligen Bewegungsangeboten dazu beitragen kann, die Veranstaltung in der Stadtgesellschaft zu verankern.
Nächste Schritte
Die Informationsveranstaltung diente dazu, das Konzept der Finals vorzustellen, mögliche Potenziale zu diskutieren und erste Fragen einer gemeinsamen Ausrichtung zu beleuchten. Im weiteren Prozess wäre insbesondere die sportfachliche Eignung der Standorte, die Anforderungen der Sportfachverbände, die Organisation, die Finanzierung, notwendige Infrastrukturmaßnahmen sowie die Aufgabenverteilung zwischen den beteiligten Partnern zu klären.
Mit der Veranstaltung ist noch keine abschließende Entscheidung über eine Bewerbung oder eine Ausrichtung der Finals 2029 verbunden. Ziel ist es, eine fundierte Grundlage für die weitere politische und fachliche Bewertung zu schaffen