Zwiebelmarkt zieht erneut Hunderttausende nach Weimar

Die Heldrunger Zwiebelbauern ziehen ein positives FazitDie Heldrunger Zwiebelbauern ziehen ein positives FazitDie Heldrunger Zwiebelbauern ziehen ein positives Fazit ©Stadt WeimarDie Heldrunger Zwiebelbauern ziehen ein positives Fazit ©Stadt Weimar

Der 372. Weimarer Zwiebelmarkt geht zu Ende. Am heutigen Sonntagabend, mit Ausschankschluss um 23 Uhr auf dem Theaterplatz und dem Goetheplatz, werden die letzten Stände und Bühnen schließen.

Das seit Freitagmittag geöffnete Volksfest wird dann insgesamt rund 230.000 Besucherinnen und Besucher begrüßt haben – und damit etwas weniger Gäste als im Vorjahr.

Guter Auftakt und reges Marktgeschehen bis zum Schluss

Das milde Wetter und das meist trockene Wochenende trug dennoch dazu bei, dass der Markt bereits am Freitag gut gefüllt war.

Am Samstag, dem traditionell besucherstärksten Markttag, war noch einmal ein deutliches Besucherwachstum zu verzeichnen. Der P+R Parkplatz in der Humboldtstraße war am Samstagnachmittag zeitweilig fast vollständig ausgelastet. Der Parkplatz Hermann-Brill-Platz war ab den Mittagsstunden und am Sonntagvormittag voll ausgelastet.

„Der Zwiebelmarkt wird ein Jahr lang mit großem Aufwand vorbereitet. Es ist jedes Mal toll zu sehen, wie diese Gemeinschaftsaufgabe immer wieder aufs Neue gelingt. Ich freue mich, dass der Markt wieder seine Anziehungskraft entfaltet hat und viele Menschen zum Bummeln, Staunen, Genießen, Kaufen und Feiern eingeladen hat. Das beweist, dass er ein Ort des Erlebens, der Gemeinsamkeit und Herzlichkeit ist“, betonte Oberbürgermeister Peter Kleine.

Heldrunger Zwiebelbauern zeigen sich zufrieden

Den traditionellen Kern des Zwiebelmarktes mit seinen über 40 Ständen bildeten auch in diesem Jahr wieder die Heldrunger Zwiebelbauern, die das würzige Gemüse auf rund vier Hektar selbst anbauen und verarbeiten.

„Wir sind insgesamt sehr zufrieden. Einzelne Stände hatten bereits am Samstag die Befürchtung, dass die vorbereiteten Waren nicht bis zum Sonntag ausreichen,“ weiß Udo Pötzschke, Heldrunger Zwiebelbauer und Sprecher der Zwiebelbauern, zu berichten. „Seit einigen Jahren haben wir die Möglichkeit, unsere Ware bereits ab Mittwoch in der Schillerstraße zu verkaufen. Das macht das Arbeiten besonders angenehm und bietet die Gelegenheit, an den etwas weniger stark besuchten Tagen außerhalb des Zwiebelmarktes, mit interessierten Kunden ins Gespräch zu kommen und über unser Handwerk zu berichten.“

Auch Zwiebelprinzessin Melanie aus Heldrungen, die selbst mit einem eigenen Stand in der Schillerstraße vertreten war, weiß vom großen Andrang zu berichten: „Es ist toll zu sehen, dass unsere traditionelle Handwerkskunst und die viele Arbeit, die in der Entstehung nur einer einzigen Zwiebelrispe steckt, in Weimar so sehr geschätzt wird. Denn die Zwiebel ist mehr als ein Gemüse, sie ist ein Symbol für unsere Region und unsere Tradition.“

Ein besonderes Jubiläum feierte der Weinstand aus Weimars Partnerstadt Blois. Thierry Hervé war das 30. Jahr in Folge mit seinen Weinen aus Frankreich vor Ort.

Sicherheitskonzept hat sich bewährt

Das Ordnungsamt und die Polizei zeigten sich mit dem Marktverlauf ebenfalls zufrieden. Mit Blick auf die Gesamtveranstaltung wurden keine außergewöhnlichen Entwicklungen registriert.

In den Nachtstunden von Freitag auf Samstag registrierte die Polizei eine etwas intensivere Einsatzlage mit Schwerpunkt Goetheplatz. Am Samstag stellte sich die Lage, einschließlich der Nachtstunden, deutlich entspannter dar.

Der Großteil der Einsätze beschränkte sich auf Hilfestellungen für die Bürger. In wenigen Fällen wurden Platzverweise erteilt.

Die verstärkte Polizeipräsenz auf dem Marktgebiet wurde von den Gästen als positiv wahrgenommen.

„Ich freue mich sehr, dass der Zwiebelmarkt auch in diesem Jahr friedlich und stimmungsvoll verlaufen ist. Das zeigt, dass die Mischung aus umsichtigem Sicherheitskonzept, sichtbarer Präsenz von Polizei, Ordnungsamt und Sicherheitsdienst sowie dem verantwortungsvollen Miteinander der Besucherinnen und Besucher funktioniert hat. Das Sicherheitsgefühl auf dem Markt hat sich spürbar verbessert“, resümierte Bürgermeister und Ordnungsdezernent Ralf Kirsten.

Am Wochenende galt, wie bereits im letzten Jahr, ein für den motorisierten Individualverkehr geltendes Einfahrverbot auf das Marktgelände. Die Sperrungen wurden frühzeitig über die Medien und die Kanäle der Stadt kommuniziert.

Aus Sicherheitsgründen wurden in diesem Jahr die Zufahrtsverbote durch physische Sperren unterstützt.

Dabei kamen u.a. 16 mobile Zufahrtssperren zum Einsatz.
Diese wurden aus organisatorischen Gründen bereits ab Dienstag aufgestellt und haben bis zu Beginn des Marktes an einigen Stellen zu unerwarteten Beeinträchtigungen geführt. In deren Folge kam es vereinzelt zu Beschädigungen an Fahrzeugen. Hierzu finden bereits umfassende Abstimmungen mit dem Lieferanten statt, um die Vorfälle vollumfänglich aufzuklären und mögliche Optimierungen für künftige Veranstaltungen abzuleiten.

Insgesamt 31 Fahrzeuge mussten laut Ordnungsamt abgeschleppt werden, um das städtische Sicherheitskonzept durchzusetzen.

Die Feuerwehr und die Sanitätswachen zählten seit Freitag bis zum Sonntagnachmittag 71 Behandlungen. Dies entspricht damit in Art und Umfang dem Aufkommen der Vorjahre. Versorgt wurden vor allem kleinere Verletzungen und medizinische Notfälle, die vor Ort behandelt werden konnten. Nur in wenigen Fällen war ein Transport in das Klinikum erforderlich. Das Aufkommen blieb damit gemessen an der Gesamtzahl der Besucherinnen und Besucher ruhig.

Kunsthandwerk am Obergraben

Erstmals Teil des Zwiebelmarktes war die neue Kunsthandwerkerstraße, auf der zahlreiche Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker am Obergraben ihre handgefertigten Waren anboten.

„Auch wenn wir in Weimar zum Zwiebelmarkt auf Tradition setzen, versuchen wir regelmäßig neue Elemente in den Markt zu integrieren. Die Kunsthandwerkerstraße wurde grundsätzlich gut angenommen und bot einen weiteren, attraktiven Anlaufpunkt für alle, die das Besondere und Handgemachte schätzen“, sagte Christian Schwartze, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Märkte. „Dennoch sind wir in Abstimmung mit den Händlerinnen und Händlern, um künftig für mehr Sichtbarkeit dieses neuen Angebotes zu sorgen.“

Weimarer Stadtlauf begeistert Teilnehmende und Publikum

An der 34. Auflage des Weimarer Stadtlaufes nahmen am Samstag 1.574 Läuferinnen und Läufer teil und wurden tatkräftig von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern an der Strecke unterstützt.

Schnellster Sportler beim 11 km-Lauf war Samson Tesfaghi (Sömmerda), der nach 35:17 Min. über die Ziellinie lief. Schnellste Frau war Frederike Fiedel (Jenaer Intervallexpress) mit 42:40 Min.

Zudem nahmen 76 Frauenstaffeln, 68 Männerstaffeln und 117 Mixed-Staffeln am Stadtlauf teil. Um den Stadtlauf abzusichern waren mehr als 180 Ordnerinnen und Ordner im Einsatz.

„Thüringens ältestes und größtes Volksfest vorzubereiten und durchzuführen, ist eine verantwortungsvolle und umfangreiche Aufgabe, die ohne die vielen Helferinnen und Helfer, Händler, Sicherheitskräfte, und unzählige weitere engagierte Beteiligte nicht möglich wäre. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken und bin mir sicher, dass die Gäste des Zwiebelmarktes das Wochenende auch dank ihnen als besonderes Erlebnis in Erinnerung behalten werden“, unterstrich Oberbürgermeister Peter Kleine. „Ein ganz besonderer Dank der Stadt Weimar gilt wie immer den Heldrunger Zwiebelbauern, die mit harter Arbeit und viel Einsatz die Tradition lebendig halten.“

Der nächste Weimarer Zwiebelmarkt ist für Anfang Oktober 2026 geplant: Er findet vom 9.-11. Oktober statt.