Sexuelle Gesundheit

Anlaufstelle für HIV, Hepatitis und STI mit kostenlosen und anonymen Testangeboten in Weimar und Jena.

Erfurter Straße 17
99423 Weimar

Telefon: 0 36 43 / 85 35 35


www.weimar.aidshilfe.de

 

Das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) gilt seit dem 1. Juli 2017.
Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in der Prostitution zu verbessern, Selbstbestimmung zu stärken und Schutz vor Ausbeutung, Gewalt und Menschenhandel zu gewährleisten. Gleichzeitig werden ordnungsrechtliche Maßnahmen zur Kontrolle des Gewerbes gestärkt.

Alle Personen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, müssen ihre Tätigkeit anmelden. Dazu gehört ein Informations- und Beratungsgespräch sowie regelmäßige gesundheitliche Beratung.

Wer ein Prostitutionsgewerbe in Weimar betreiben will – z. B. durch Bereitstellen von Räumen, Veranstaltungen oder Vermittlung – benötigt eine behördliche Erlaubnis der Stadt Weimar.

Als Prostituierte gelten dabei Personen, die sexuelle Handlungen gegen Entgelt anbieten oder zulassen.

Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Anliegen Gesundheitliche Beratung und Bescheinigung nach dem Prostituiertenschutzgesetz

Sexuell übertragbare Infektionen (kurz STI) sind Erkrankungen, die vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Sie kommen häufig vor und können jeden Menschen betreffen. Viele Infektionen lassen sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden.

Unbehandelt können STI ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Manche Infektionen verlaufen ohne spürbare Symptome – regelmäßige Vorsorge ist daher wichtig. Wer ein Risiko hatte oder Symptome bemerkt, sollte sich testen lassen.

Die am häufigsten auftretenden Sexuell übertragbaren Krankheiten sind:

Chlamydien
Symptome: Häufig symptomlos. Wenn Beschwerden auftreten: Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, Unterbauchschmerzen.
Behandlung: In der Regel gut mit Antibiotika behandelbar.

Gonorrhoe (Tripper)
Symptome: Häufig Ausfluss (gelblich-grün), Brennen beim Wasserlassen, manchmal Halsschmerzen bei oralem Kontakt. Bei Frauen oft unauffällig.
Behandlung: Mit speziellen Antibiotika (nach Resistenztest).

Syphilis
Symptome: Zuerst oft schmerzloses Geschwür an der Infektionsstelle, später Hautausschläge und grippeähnliche Symptome. Kann unbehandelt schwere Spätschäden verursachen.
Behandlung: Sehr gut mit Penicillin (Antibiotikum) behandelbar.

HIV/AIDS
Symptome: Anfangs oft grippeähnlich, dann lange symptomfrei. Unbehandelt führt HIV zu AIDS (geschwächtes Immunsystem).
Behandlung: Keine Heilung, aber gut behandelbar mit lebenslanger Kombinationstherapie (verhindert Krankheitsausbruch).

Herpes genitalis
Symptome: Schmerzhafte Bläschen im Genital- oder Analbereich, oft mit Brennen oder Juckreiz. Wiederkehrende Ausbrüche möglich.
Behandlung: Nicht heilbar, aber antivirale Medikamente können Beschwerden lindern und Ausbrüche verkürzen.

HPV (Humane Papillomviren)
Symptome: Meist symptomlos. Manche Typen verursachen Genitalwarzen, andere können zu Krebs führen (z. B. Gebärmutterhalskrebs).
Behandlung: Keine Heilung der Infektion, aber Warzen können entfernt werden. Impfung bietet wichtigen Schutz.

Hepatitis B und C
Symptome: Anfangs oft keine Beschwerden. Später Müdigkeit, Übelkeit, Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht). Kann chronisch werden.
Behandlung: Hepatitis B: Akut meist selbstheilend, chronisch behandelbar (Medikamente, Impfung schützt vor Ansteckung). Hepatitis C: Heute meist heilbar durch moderne Medikamente.

Viele sexuell übertragbare Infektionen (STI) verlaufen ohne spürbare Symptome, besonders in den Anfangsstadien. Regelmäßige Tests sind insbesondere für besonders gefährdete Personen wichtig.

FAQ

 

Der sicherste Schutz vor STIs ist die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und das offene Gespräch mit Partnern über den Gesundheitsstatus sind ebenfalls wichtig, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Wenn Sie selbst mit einer sexuell übertragbaren Krankheit diagnostiziert wurden, informieren Sie Ihre aktuellen Sexualpartner darüber, damit eine weitere Ausbreitung vermieden wird.

 

Es ist ratsam, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, wenn Sie Symptome wie ungewöhnliche Ausflüsse, Schmerzen, Juckreiz oder Veränderungen im Sexualverhalten bemerken. Auch nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder bei der Planung einer Schwangerschaft kann eine ärztliche Beratung sinnvoll sein. 

Sexuelle Gesundheit bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Krankheiten, sondern auch ein positives, respektvolles und erfüllendes Erleben der Sexualität. Es geht um das körperliche, emotionale und soziale Wohlbefinden in Bezug auf sexuelle Beziehungen. Dabei spielen Kommunikation, Zustimmung und die Verantwortung für die eigene Gesundheit eine zentrale Rolle.

Therapie konsequent durchführen

Medikamente wie verordnet einnehmen, nicht vorzeitig abbrechen.

Sexuelle Kontakte vorerst vermeiden

Kein Geschlechtsverkehr, bis die Behandlung abgeschlossen und eine Ansteckung ausgeschlossen ist.

Partner informieren

Frühere oder aktuelle Sexualpartner sollten Bescheid wissen, damit auch sie sich testen und ggf. behandeln lassen können.

Kontrolle nach der Behandlung

Nachuntersuchungen wahrnehmen, um sicherzugehen, dass die Infektion vollständig ausgeheilt ist.

Safer Sex praktizieren

Kondome nutzen, um erneute Ansteckungen oder Weitergabe zu verhindern.

Keine Scham – Verantwortung übernehmen

Eine STI ist nichts Ungewöhnliches. Offene Kommunikation schützt Ihre Gesundheit und die anderer.