Weimar hat eine Ehrenamtsbotschafterin
Monika Brühl engagiert sich seit der Corona-Zeit als ehrenamtlicher Mediencoach im Projekt „Weimars gute Nachbarn“ der BürgerStiftung Weimar.


Frau Brühl, erzählen Sie uns doch mal, was genau eine Ehrenamtsbotschafterin macht.
Die Engagementbotschafter zeigen der Öffentlichkeit, was Ehrenamt bedeutet. Sie stehen für eine große Gruppe von Menschen, die in ihrer Freizeit gesellschaftliche Aufgaben übernehmen. Wir zeigen durch unsere Präsenz, wie wertvoll das Ehrenamt ist, welche positiven Auswirkungen es auf die Gesellschaft und auf die eigene Persönlichkeit hat.
Sie wurden ausgezeichnet, weil Sie älteren Menschen helfen, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden. Was sind für Sie die größten Herausforderungen – und auch die schönsten Aha-Momente?
Ich muss mich auf die unterschiedlichen Charaktere der Menschen einstellen. Eine entspannte Atmosphäre ist bei unseren Treffen genauso wichtig wie Geduld und Sensibilität. Die schönsten Aha-Momente sind, wenn die Leute dankbar sind und zufrieden, weil sie was Neues gelernt und anwenden können.
Mittlerweile haben sie selbst 16 Mediencoaches ausgebildet. Was ist Ihnen wichtig, wenn es um das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Ehrenamt geht?
Es ist echt wichtig, dass die Mediencoaches und unsere Senioren Unterstützung bekommen, um sich selbst zu helfen. Wir vermitteln die Möglichkeiten sich über die unterschiedlichsten Anbieter in der digitalisierten Welt Unterstützung auf vielen Gebieten zu holen. Wir legen dabei größten Wert auf Datenschutz und Sicherheit der persönlichen Daten.
Was hat sich durch Ihr Engagement bei „Weimars gute Nachbarn“ für Sie persönlich verändert – und was nehmen Sie aus der Arbeit mit den Seniorinnen und Senioren mit?
Besonders wertvoll für mich war, dass ich durch das Ehrenamt richtig in Weimar angekommen bin. Durch die Arbeit bin ich sehr gut vernetzt. Es ist toll, dass so viele Senioren und Seniorinnen unser Angebot annehmen. Damit können sie so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben und selbstbestimmt entscheiden, was sie tun wollen.
Wenn Sie auf Ihre bisherigen Erfahrungen blicken: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Ehrenamts in Weimar?
Es ist wichtig, dass wir seniorengerecht Räume bekommen, die wir für unsere Formate nutzen können. Über die Ehrenamtsagentur der Bürgerstiftung in Weimar ist das Ehrenamt sehr gut organisiert. Ich wünsche mir, dass es bei der bisherigen Unterstützung bleibt. Die Anerkennung für Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren, muss weiter wachsen.
