„Ein Lernort für heute und morgen“: Stadt Weimar eröffnet neuen Schulcampus der Jenaplanschule am Hartwege

Drei neue Lernhäuser für zukunftsgerichtetes LernenDrei neue Lernhäuser für zukunftsgerichtetes LernenDrei neue Lernhäuser für zukunftsgerichtetes Lernen ©Stadt WeimarDrei neue Lernhäuser für zukunftsgerichtetes Lernen ©Stadt Weimar

Mit Beginn des neuen Schuljahres hat die Stadt Weimar ihr größtes Bauvorhaben der vergangenen Jahre erfolgreich abgeschlossen: den Neubau des Schulcampus der Gemeinschaftsschule Jenaplan am Standort „Am Hartwege“. Am 1. September wird der Campus feierlich vom Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, eröffnet: „Ich freue mich sehr, dass eine innovative Schule mit Modellcharakter entstanden ist. 11 Mio. Euro Fördermittel des Freistaates sind hier gut investiertes Geld. Es wurden hervorragende Rahmenbedingungen für den Lernerfolg unserer Schülerinnen und Schüler geschaffen und wichtige Arbeit für die gesamte Bildungsinfrastruktur in Thüringen geleistet.“

Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine, die Schulleiterin Ilka Drewke, die Vorständin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft Barbara Pampe, die Vorständin der Stiftung Baukultur Thüringen Katja Fischer und die Geschäftsführerin des Planungsbüros „gernot schulz : architektur“ Raphaella Burhenne de Cayres begrüßten außerdem die Gäste des bunten, musikalischen Festes der gesamten Schulgemeinschaft.

Bereits seit dem 11. August lernen die Schülerinnen und Schüler in den neuen Gebäuden. Damit ist ein Modellprojekt abgeschlossen, das weit über Weimar hinaus auf Interesse stößt und die Schullandschaft nachhaltig prägen wird. Die Jenaplanschule gehört schon jetzt zu den 15 Finalisten des Deutschen Schulpreises, der am 30. September von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen wird.

Oberbürgermeister Peter Kleine betonte: „Mit diesem Campus haben wir einen Lernort für heute und morgen geschaffen – offen, vielfältig und einladend. Mein Dank gilt den Projektpartnern, den Planern, Bauleuten und allen, die mit großem Engagement an diesem herausfordernden Vorhaben mitgewirkt haben. Den Schülerinnen und Schülern wünsche ich, dass sie hier Freude am Lernen und Entdecken finden.“

Drei neue Lernhäuser für zukunftsgerichtetes Lernen:

Anstelle des alten Schulhauses entstanden drei neue Lernhäuser. Sie sind in Lernclustern organisiert, die altersgemischte Lerngruppen aufnehmen. Klassische Klassenräume und Flure wurden zugunsten offener Lernlandschaften aufgegeben. Ergänzt durch Laubengänge im Außenbereich, können Lernorte flexibel genutzt werden. Unterschiedliche Bereiche wie Teeküchen, Werkstatttische, Loungemöbel und Präsentationsflächen schaffen vielfältige Lernumgebungen. Flächendeckendes WLAN und digitale Tafeln gehören selbstverständlich zur Ausstattung.

Ein Gemeinschaftshaus beherbergt zentrale Funktionen: Schulrestaurant, Musikraum, Verwaltung sowie ein Atelier. Mit dem „Open Lab“ steht zudem ein Raum für naturwissenschaftliche Projekte zur Verfügung.

Nachhaltige Sanierung der Sporthalle:

Parallel zu den Neubauten wurde die Sporthalle aus den 1970er Jahren umfassend saniert. Tragende Bauteile blieben erhalten, der Sanitärtrakt wurde erneuert, und eine Holzfassade verleiht der Halle ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Neben der klassischen Zweifelder-Halle und Umkleiden bietet ein Therapieraum neue Möglichkeiten für Bewegungstherapie, Yoga und Gymnastik.

Freianlagen als Lern- und Lebensraum:

Die Gestaltung der Freianlagen verbindet Gebäude und Außenraum. Terrassen, Spielgeräte, Freiflächen, Wiesen sowie der Schulgarten schaffen Orte für Lernen, Spiel und Gemeinschaft. Holzremisen und Fahrradstellplätze ergänzen die Ausstattung. Neue Gehölze werden in den kommenden Jahren für ein grünes, offenes Schulumfeld sorgen.

Zitate der Projektpartner

Stiftung Baukultur Thüringen (verantwortlich für die Kommunikation des IBA-Erbes):

„Das IBA-Projekt Jenaplanschule überwindet die Grenzen herkömmlicher Schulgebäude auf herausragende Weise. Hier zeigen die Schulgemeinschaft, die Stadt Weimar und der Freistaat Thüringen, dass Bildungsräume für heute und morgen nur gemeinsam entstehen können. Dafür haben sie sich mutig auf einen intensiven Prozess eingelassen – und dieser Einsatz wird sich auszahlen. Denn die Eröffnung des Modellprojekts ist nicht der Abschluss, sondern ein Auftakt, neue Bildungslandschaften in Thüringen zu gestalten. Davon bin ich überzeugt.“

Barbara Pampe, Vorständin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft: „Gemeinsam mit der Expertise und dem Mut der Planerinnen und Planer, der Stadt, der Schule und der IBA Thüringen ist es uns gelungen, einen innovativen Schulbau zu entwickeln, der Lern- und Wohlfühlort zugleich ist. Auf unserer Online-Plattform Schulbau Open Source zeigen wir, wie das gelingen kann: qualitätvolle Architektur und zukunftsgerichtete Pädagogik im Zusammenspiel – ästhetisch, nachhaltig und finanzierbar.“

Werdegang des Bauprojektes:

Das Projekt wurde bereits 2014 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Thüringen angestoßen. Die Stadt Weimar als Schulträgerin wurde 2016 als Preisträgerin des Wettbewerbs „Inklusive Schulen planen und bauen“ ausgewählt und schloss 2020 eine Vereinbarung mit der IBA Thüringen und der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft als Projekt in www.schulbauopensource.de. Die ursprünglich veranschlagte Bauzeit bis 2024 verlängerte sich um ein Jahr; die Kosten stiegen aufgrund der Krisenjahre von geplanten 22,6 Mio. Euro auf rund 31 Mio. Euro.

Die gleichzeitige Realisierung von Neubau, Sanierung und Freianlagengestaltung stellte eine logistische Herausforderung dar. Auch wenn an einzelnen Außenanlagen noch gearbeitet wird – etwa an den Baumpflanzungen im Herbst – ist der Campus nun vollständig in Betrieb.


Projekt-Partner:

Projekt-Träger:

  • Stadt Weimar

Kooperationspartner:

  • Staatliche Gemeinschaftsschule Weimar
  • Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bonn
  • IBA Thüringen

Planungs-Team (Auszug):

  • Gernot Schulz Architekten, Köln
  • Nitschke + Kollegen Architekten, Weimar
  • Station C23, Weimar
  • STF Energy GmbH, Erfurt
  • IEB, Ingenieurbüro Endter und Butler, Erfurt
  • Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG, Erfurt
  • IBC Ingenieurbau-Consult GmbH, Mainz

Förderung:

  • Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bonn
  • Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

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