Ein Lernort für heute und morgen


Rathauskurier 11/2025
Mit Beginn des neuen Schuljahres hat die Stadt Weimar ihr größtes Bauvorhaben der vergangenen Jahre erfolgreich abgeschlossen: den Neubau des Schulcampus der Staatlichen Gemeinschaftsschule Jenaplan am Standort Am Hartwege. Drei moderne Lernhäuser, ein saniertes Gemeinschaftshaus mit Sporthalle sowie großzügige Freianlagen bilden nun einen Campus, der beispielgebend für zukunftsgerichteten Schulbau ist.
Oberbürgermeister Peter Kleine betonte bei der feierlichen Eröffnung am 1. September: „Mit diesem Campus haben wir einen Lernort für heute und morgen geschaffen – offen, vielfältig und einladend. Mein Dank gilt den Projektpartnern, den Planern, Bauleuten und allen, die mit großem Engagement an diesem herausfordernden Vorhaben mitgewirkt haben. Den Schülerinnen und Schülern wünsche ich, dass sie hier Freude am Lernen und Entdecken finden.“
Bereits seit Mitte August lernen rund 850 Schülerinnen und Schüler in den neuen Räumen. Die Lernhäuser sind in Clustern organisiert, die altersgemischte Lerngruppen aufnehmen. Klassische Flure und Klassenräume wurden zugunsten offener Lernlandschaften aufgegeben. Flexible Arbeitsbereiche, Werkstatttische, Loungemöbel, Präsentationsflächen sowie digitale Ausstattung schaffen vielfältige Lernumgebungen. Ergänzt wird das Ensemble durch das Gemeinschaftshaus mit Schulrestaurant, Musikraum, Verwaltung und Atelier. Ein „Open Lab“ bietet Raum für naturwissenschaftliche Projekte.
Auch die Sporthalle aus den 1970er-Jahren erhielt eine umfassende Sanierung: Neben der Zweifelderhalle entstanden neue Sanitärbereiche, eine Holzfassade sowie ein Therapieraum für Bewegungstherapie, Yoga und Gymnastik. Freiflächen, Wiesen, Spielgeräte und ein Schulgarten runden das Konzept ab und machen den Campus zum Lern- und Lebensraum.
Schulleiterin Ilka Drewke hob die enge Zusammenarbeit der Schulgemeinschaft hervor: „Seit zehn Jahren haben sich Pädagoginnen, Eltern und Schüler intensiv in die Planung eingebracht. Für dieses Engagement danke ich sehr. Dass wir nun in diesen neuen Räumen lernen dürfen, ist etwas ganz Besonderes.“
Das Bauprojekt war Teil der Internationalen Bauausstellung Thüringen und wurde von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft unterstützt. Deren Vorständin Barbara Pampe betonte: „Gemeinsam ist es uns gelungen, einen Schulbau zu entwickeln, der Lern- und Wohlfühlort zugleich ist.“
Mit Gesamtkosten von rund 31 Millionen Euro, davon 11 Millionen Euro Fördermittel des Freistaates, ist ein Modellprojekt entstanden, das weit über Weimar hinaus Strahlkraft entfalten soll. Bereits heute stößt der Campus bundesweit auf großes Interesse und wird am 30. September als Finalist des Deutschen Schulpreises durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gewürdigt.