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Die 29. Lesarten starten

Rathauskurier 03/2026 | Kulturdirektion

Lesarten 2026 ©Lesarten 2026 ©

Vier Wochen lang wird Weimar zur Bühne für Literatur und Diskurs mit einem Programm, das ästhetische Fragen ebenso berührt wie gesellschaftliche.

Die Kulturdirektion der Stadt Weimar lädt zu den 29. „Lesarten“ ein. Mit den Lesarten bekommt Weimar seit vielen Jahren ein literarisches Festival, das weit über klassische Autorenlesungen hinausgeht.

Die Lesarten präsentieren: Die diesjährige Ausgabe bringt vom 4. März bis 1. April 2026 mehr als 23 Veranstaltungen in die Stadt: Romane und Sachbücher, Gespräche, szenische Formate und Filme. Die verschiedenen Leseorte machen die Lesarten zu einem Festival, das Literatur dorthin trägt, wo Menschen sich begegnen: mitten in den Alltag. Wer Lust auf kluge Gedanken, starke Stimmen und gute Abende hat, findet bei den Lesarten garantiert eine passende Veranstaltung:

Filmreihe, montags, 20 Uhr, Kino mon ami

Kaleb Erdmann: Die Ausweichschule - Roman über die Nachwirkungen eines Schulmassakers in Erfurt und die Frage, wie sich Gewalt literarisch fassen lässt. Iris Geisler liest aus Mely Kiyak: FrauSein - Essayistische Kartografie von Entscheidungen und dem kompromisslosen Wunsch, nur eines zu tun: schreiben. Suza Kolb: Die Haferhorde - Pony-Krimi um verschwundene Süßigkeiten, falsche Verdächtigungen und Teamwork im Stall. Ilko-Sascha Kowalczuk und Bodo Ramelow: Die neue Mauer. Ein Gespräch über den Osten - Debatte über Fehler im Transformationsprozess, Freiheitsbilder und demokratischen Zusammenhalt.

Film: Lolita lesen in Teheran - Ein geheimer Lesekreis junger Frauen: Verbotene Bücher werden zum stillen Akt der Selbstermächtigung. Ulli Lust: Frau als Mensch - Sachcomic zur Frühgeschichte und zu Geschlechterrollen; ausgezeichnet mit dem Deutschen Sachbuchpreis. Anna Böhm: Die Ampelchen - Nachtleben in Ampeln: Mut, Selbstvertrauen und erste Schritte ins Selberlesen. Reiner Schöne: Immer Sehnsucht nach der Ferne. Meine Biografie - Lebensweg zwischen DDR, Bühne, Hollywood und Neuanfang.

Anke Engelmann: Blender - Tragikomischer DDR-Stoff: vom Künstlertraum über Haft bis zum Kunstfälscher-Dasein, Identität als Maskenspiel. Elke Becker: Die Erfindung der Freiheit - Dresden zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts: Korsetts, Ohnmachten, Erfindergeist - und die Geburtsstunde des Büstenhalters. Kinderlesung: Josephine Mark: Der Bärbeiß - Ein Griesgram will Ruhe; Nachbarschaft, Lärm und Wärme bringen Bewegung in sein Leben. Josephine Mark: Trip mit Tropf - Ehrenkodex verbindet Wolf und krankes Kaninchen; Roadtrip zwischen Therapie-Alltag, Jägern und Freundschaft.

Mirko Krüger: Heimatschätze - Auf den Spuren der schönsten Altstädte in Thüringen - Streifzug zu siebzehn Orten: vom Mittelalter bis zur Eisenbahnzeit. Film: Hamnet - Aus der Perspektive einer Frau: Liebe, Familie, Trauer - und der Weg, wie Kunst daraus entsteht. Ulrike Draesner: penelopes sch()iff - Mythos neu belebt: neue Perspektiven auf Frauen- und Männerbilder, Macht und die Frage nach gutem Regieren. Film: Franz K. - Prag zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts: Kafka zwischen Vaterautorität, Büroalltag und dem Drang nach künstlerischer Freiheit.

Manuela Elser: City of Storm and Thunder - Temporeiche Fantasy: Kopfgeldjagd, Mord und Magie in einer Stadt voller Misstrauen. Hubert Schirneck: Das Nichts und das Etwas oder vom Glück der zeitlosen Existenz - Essays, Buch- und Gedichtblicke: Literatur als Denkraum. Christa Schuenke, Christoph Heckel und Elke Wieditz: Shakespeare: Der Mann, der die Miete zahlt - Szenische Reise durch Rollen, Ensemblearbeit und Blankvers, dazu Sonette und Theaterhumor.

Kinderfilm: Der kleine Prinz - Leistungsdruck trifft Fantasie: ein Mädchen entdeckt durch einen Piloten eine andere Art zu leben. August Modersohn: In einem neuen Land - Reportage-Reise eine Generation nach der Wiedervereinigung: Brüche, blinde Flecken, neue Realitäten. Nora Gomringer: Am Meerschwein übt das Kind den Tod - Roman über Mutter-Tochter, Verlust und Trauer, zugleich witzig und sprachmächtig.

Alle Veranstaltungsdaten und aktuelle Informationen finden Sie im Netz unter: lesarten-weimar.de