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Ausstattung, Akustik, Atmosphäre

Wie Weimar mit optimierten Lernräumen und kontinuierlicher Instandhaltung der Schulen verbesserte Bedingungen für Schülerinnen und Schüler schafft

Sanierungsarbeiten an der Fassade des SchillergymnasiumsSanierungsarbeiten an der Fassade des SchillergymnasiumsSanierungsarbeiten an der Fassade des Schillergymnasiums ©Stadt WeimarSanierungsarbeiten an der Fassade des Schillergymnasiums ©Stadt Weimar

Rathauskurier 10/2025

Kreide auf quietschender Tafel, flimmernde Neonröhren, unbequeme Stühle und der Hall nackter Wände – viele Erwachsene erinnern sich noch lebhaft an ihre eigene Schulzeit. Wie gut Kinder lernen, hängt nicht nur von Lehrplänen, Lehrkräften und Lernmaterialien ab, sondern auch vom Raum, in dem sie lernen. Studien zeigen, dass die Gestaltung von Klassenräumen einen messbaren Einfluss auf die Konzentration, Motivation und den Lernerfolg hat. Untersuchungen bestätigen: Schlechte Raumakustik kann das Lernen um bis zu 25 % verschlechtern, während Verbesserungen, etwa durch Akustikdecken, die Aufmerksamkeit und das Sprachverstehen deutlich steigern. Auch andere Raumfaktoren wie Licht, Temperatur, Möblierung und Flexibilität tragen entscheidend dazu bei, wie konzentriert und nachhaltig Schülerinnen und Schüler lernen.

Gute Bildung braucht gute Räume

Die Stadt Weimar hat diese Erkenntnisse längst aufgegriffen. In den vergangenen Jahren wurden nahezu alle Schulen grundhaft saniert. Zu etwa gleichen Teilen durch die Stadtverwaltung, die Weimarer Wohnstätte GmbH und die Hufeland Trägergesellschaft. Die Schulen befinden sich in einem baulich guten Zustand und werden regelmäßig gepflegt. Denn klar ist: Schulgebäude unterliegen einem hohen Verschleiß. Sie sind stark frequentiert und müssen sich fortlaufend an neue Anforderungen anpassen – sei es durch Digitalisierung, Barrierefreiheit, Brandschutz oder den zunehmenden Bedarf an Hitzeschutz und Energieeffizienz. Für alle Schulstandorte in Weimar sind aus dem städtischen Haushalt in den Jahren 2020 – 2024 rund 100 Mio. Euro aufgewendet worden. Hierunter fallen sämtliche laufende Betriebskosten, Instandhaltung, Baumaßnahmen an Gebäuden und Schulhöfen, Ausstattung und Digitalisierung. Ferienzeit ist Bauzeit Wie jedes Jahr nutzt die Stadt Weimar gemeinsam mit der Weimarer Wohnstätte und der HTG daher die Sommerferien für eine Vielzahl von Bau- und Wartungsmaßnahmen – von Grundreinigung über Fensterwartung bis hin zu größeren baulichen Eingriffen. Auch in diesem Sommer gehen zahlreiche Schulen „in die Kur“, damit sie pünktlich zum neuen Schuljahr in optimalem Zustand wieder öffnen können.

Ein besonderes Highlight: Im August geht der neue Schulstandort Am Hartwege in Betrieb. Dort entstehen drei moderne Lernhäuser und eine grundhaft sanierte Sporthalle – das Ganze als Modellvorhaben, in dem innovative pädagogische Konzepte räumlich umgesetzt werden. Über 400 Schülerinnen und Schüler ziehen nach den Sommerferien in die neue Jenaplanschule ein: Ein Gebäude, das Raum bietet für individuelle Lernwege, Rückzugsmöglichkeiten, gemeinschaftliches Arbeiten und moderne Technik. Auch an anderen Schulen der Stadt wird gezielt investiert. So werden am Schillergymnasium im dritten Obergeschoss vier Klassenräume umfassend renoviert. Neben Maler- und Bodenarbeiten liegt ein Schwerpunkt auf der Akustikverbesserung: Gleichzeitig wird die  Südseite des Turms der Schule denkmalgerecht saniert – ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich historische Substanz und moderne Bildungsbedarfe vereinen lassen. Am Goethegymnasium (Standort Amalienstraße) erfährt ein kompletter Klassenraum eine grundlegende Erneuerung: Fußboden, Elektrik, Malerarbeiten und – auch hier – eine neue Akustikdecke. Zudem werden die Sandsteinleibungen von Haupt- und Nebeneingang sowie die historische Eingangstür zur Amalienstraße saniert – ein sichtbares Zeichen dafür, dass Ästhetik und Funktion Hand in Hand gehen.

Nachhaltige Investitionen

Parallel dazu sind Photovoltaikanlagen an fünf Schulstandorten geplant – ein weiterer Schritt Richtung klimafreundlicher Schulbetrieb. Zusätzlich werden an allen Weimarer Schulen wie gewohnt Wartungsarbeiten, Sicherheitsprüfungen und Glas- und Grundreinigungen durch – Leistungen, die im Hintergrund ablaufen, aber essenziell für einen sicheren und effizienten Schulalltag
sind.

So kann vorausschauende Bildungspolitik aussehen: Kontinuierliche Investitionen in Raumqualität, Funktionalität und Nachhaltigkeit schaffen beste Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen. Wenn sich nach den Ferien wieder die Klassenzimmertüren öffnen, beginnt der Unterricht unter Bedingungen, die erfolgreiches Lernen wirklich möglich machen.