Amt für Gebäudewirtschaft - 225 Gebäude, 34 Mitarbeitende, eine Mission
Rathauskurier 14/2025


Mit viel Teamarbeit hält das Amt die städtische Infrastruktur am Laufen – meist unsichtbar, aber unverzichtbar
Die Kernkompetenz des Amtes für Gebäudewirtschaft liegt im Detail: komplexe Verbesserungen so umzusetzen, dass sie im Alltag selbstverständlich funktionieren. Das Amt für Gebäudewirtschaft ist weit mehr als ein klassisches Hochbauamt. 34 Mitarbeitende – 9 Frauen und 25 Männer – betreuen 225 städtische Gebäude mit insgesamt 230.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche über deren gesamten Lebenszyklus. Von der ersten Planung über Vermietung und Betrieb bis hin zu Sanierung oder Abbruch liegt alles in ihrer Verantwortung.
Vom Bushäuschen bis zum Nationaltheater
Das Portfolio könnte heterogener nicht sein: Verwaltungs- und Kulturgebäude, Schulen und Kindergärten, Bürgerhäuser, Jugendklubs, Sportanlagen, Gemeinschaftsunterkünfte, Feuerwehrgerätehäuser oder Friedhofsgebäude in allen Ortsteilen. „Es liegt aber nicht immer an der Größe des Hauses, wie groß die Aufgabe oder die Herausforderung ist“, erklärt Amtsleiterin Angela Braunmiller. „Also auch kleine Häuser können anspruchsvoll sein. Insbesondere was technische Anlagen sind, haben wir ganz viel zu tun, was der Bürger, die Bürgerin nicht immer so unmittelbar sieht.“
Drei Säulen der Gebäudewirtschaft
Die Aufgaben gliedern sich in drei Hauptbereiche: Das technische Gebäudemanagement hält Gebäude und Anlagen funktionsfähig – von der Betriebsführung über Umbau und Sanierung bis zur Versorgung und zum Umweltmanagement. Das infrastrukturelle Gebäudemanagement organisiert alle Dienstleistungen wie Reinigungs- und Sicherheitsdienste sowie die acht Schulhausmeister. Das kaufmännische Gebäudemanagement verantwortet Objektbuchhaltung, Kosten- und Vertragsmanagement, überwacht externe Dienstleister und sichert die Qualität. Alle drei Bereiche arbeiten sehr effizient zusammen.
Zwischen Routine und Kriseneinsatz
Die aktuelle Situation in der Innenstadtsporthalle in der Gropiusstraße illustriert die komplexen Herausforderungen: Die Halle muss wegen Wasserschäden, die sich über Jahre angesammelt haben, gesperrt werden. Der Grund: Seit mehreren Jahren treten in der Sporthalle durch Heizungshavarien, Regenwasser, defekte Hebeanlagen und auch durch Vandalismus wiederholt Wasserschäden auf. Unter dem Sportboden hat sich Wasser gesammelt. In Zusammenarbeit mit einem Gutachter erarbeitete das Amt ein aufwendiges Sanierungskonzept. Die kurzfristige Sperrung sorgt für Unmut bei Schulen und Sportvereinen – verständlicherweise. Doch ein Aufschub wäre riskant: Die Gefahr irreparabler Schäden am Sportbelag und gesundheitsschädlicher Schimmelbildung steigt mit jedem Tag. Unsichtbare Gefahren erkennen und rechtzeitig handeln, gehört zu den Kernaufgaben des Amtes für Gebäudewirtschaft.
Teamarbeit macht den Unterschied
Die Modernisierung des Bürgerservice zeigt die andere Seite der Arbeit: monatelange Planung, Abstimmung zwischen Gebäudewirtschaft, IT-Abteilung und Bürgerservice. Neue Datenleitungen in den Wänden verbessern den Datenschutz. Ergonomische Möbel schonen die Gesundheit der Mitarbeitenden. Eine optimierte Raumaufteilung bewältigt höhere Besucherzahlen an Tagen ohne Terminvergabe. Die barrierefreie Gestaltung ermöglicht allen Bürgern gleichberechtigten Zugang. „Bauen ist immer Teamarbeit“, betont Braunmiller. „Bevor man den ersten Stein setzt oder bevor der erste Bagger anrückt, hat man meistens schon jahrelange Vorarbeit geleistet, mit ganz vielen Menschen gesprochen, ganz viele Belange abgewogen.“ Diese Abstimmungsprozesse betreffen nicht nur die großen, öffentlich wahrgenommenen Projekte wie die Sanierung des Friedhofsgebäudes oder den Abbruch der Industriehallen auf dem EOW-Gelände. Sie prägen vor allem das Alltagsgeschäft.
Herausforderungen der Zukunft
Die Anpassung des kommunalen Gebäudebestands an den Klimawandel stellt das Amt vor zusätzliche Herausforderungen. CO2-neutrale Heizkonzepte müssen entwickelt, Energieverbräuche reduziert, nachhaltige Baustoffe eingesetzt werden. Der Erhalt von Bausubstanz soll künftig Vorrang vor Abriss und Neubau haben. Gleichzeitig kämpft das Team mit knappen Personal- und Finanzressourcen sowie überbordender Bürokratie bei Förderprogrammen. Alle Mitarbeitenden gemeinsam wünschen sich einen respektvolleren Umgang mit öffentlichen Gebäuden. Ressourcen, die in die Beseitigung von Vandalismus, Graffiti oder unsachgemäße Nutzung fließen, fehlen für sinnvolle Projekte zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur.
Im Dienst der Stadt Was motiviert 34 Menschen, sich täglich dieser Mammutaufgabe zu stellen? „Das Schöne an unserem Beruf ist ja, dass man irgendwann auch mal was sieht, nämlich das fertige Gebäude“, sagt Braunmiller. „Und ich glaube, das ist das, worin auch die Kollegen eine Befriedigung in der Arbeit sehen können: Wenn man im Team zusammen etwas schafft. Das ist eigentlich das, was unseren Beruf ausmacht.“ So arbeitet das Amt für Gebäudewirtschaft jeden Tag daran, die Lebensqualität in Weimar zu erhalten und zu steigern. 225 Gebäude, die funktionieren müssen. Für 65.000 Bürgerinnen und Bürger. Jeden einzelnen Tag.



