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Zum Tod von Peter Gülke

Peter GülkePeter GülkePeter Gülke ©Maik SchuckPeter Gülke ©Maik Schuck

Am 26. April 2026 verstarb in Weimar der Dirigent, Musikwissenschaftler und Hochschullehrer Peter Gülke im Alter von 91 Jahren. „Der Tod dieser prägenden Persönlichkeit für das Weimarer Musik- und Kulturleben erfüllt uns mit Trauer. Die Stadt Weimar verliert mit Peter Gülke einen herausragenden Vermittler kultureller Werte und ein Vorbild an bescheidenem, uneitlen Engagement für das Gemeinwohl“, betonte Oberbürgermeister Peter Kleine.

„Peter Gülke prägte das kulturelle Leben Weimars und darüber hinaus durch seine klare, analytische Brillanz und seine gediegene, geistreiche Sprache. Seine Bücher – zuletzt „Mein Weimar“ (2019), „Die Kunst des Interpretierens“ (2020) und „Von geschriebenen Noten zu klingenden Tönen“ (2024) – zeugen von einer bewundernswerten Art zu erzählen und zu denken. Peter Gülke war nicht nur ein großer Musiker und Wissenschaftler, sondern auch ein Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis, zwischen Ost und West, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Als hochgeschätzter Gast war er regelmäßig bei den Gesprächskonzerten des Klenke-Quartetts und des Amalia-Quartetts, bei den Mittwochsvorträgen im Stadtmuseum sowie bei Veranstaltungen der Klassik Stiftung Weimar zu erleben. Überall galt er als kulturelle, nicht nur musikalische Instanz: eine Persönlichkeit, die mit ihrer Menschlichkeit und ihrem unbestechlichen Urteilsvermögen beeindruckte,“ unterstrich der Oberbürgermeister.

Peter Gülke erhielt 2009 den Weimar-Preis – eine Auszeichnung, die seine Verdienste um die Stadt und das kulturelle Erbe Weimars würdigt. In der Laudatio von Prof. Dr. Norbert Miller heißt es: „Peter Gülkes Einzigartigkeit gründet in dieser, gewissermaßen natürlichen, Verbindung des Musikers und des Autors. (...) Ja, diese Bewährung vor der Praxis wird für ihn zum alles entscheidenden Kriterium.“

Peter Gülke, geboren am 29. April 1934 in Weimar, studierte Violoncello und Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar sowie in Jena und Leipzig. Nach Stationen als Generalmusikdirektor in Weimar, Wuppertal und Dresden war er international als Gastdirigent gefragt. Von 2011 bis 2014 präsidierte er die Sächsische Akademie der Künste, von 2015 bis 2020 leitete er die Brandenburger Symphoniker. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter das Bundesverdienstkreuz (2023), der Weimar-Preis (2009), der Sigmund-Freud-Preis (1995) und der Ernst von Siemens Musikpreis (2014).