Weimar trauert um Ehrenbürger Zeev Borger


Wie das Internationale Komitee Buchenwald-Dora und die Gedenkstätte Buchenwald mitteilten, ist Zeev (Viktor) Borger, Ehrenbürger der Stadt Weimar und Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald, am 12. Mai 2026 im Alter von 98 Jahren in Israel verstorben.
Zeev Borger wurde am 10. Februar 1928 in Oświęcim/Polen geboren. Als Einziger seiner siebenköpfigen jüdischen Familie überlebte er den Holocaust. Im Februar 1945 gelangte er vom KZ Groß-Rosen in das Konzentrationslager Buchenwald, wo er als 17-Jähriger im Kinderblock 66 im „Kleinen Lager“ inhaftiert war. Nach einem Todesmarsch und der Befreiung 1945 wanderte er 1947 nach Israel aus, wo er als Elektriker und Taxifahrer arbeitete, eine Familie gründete und bis zu seinem Tod lebte.
Am 15. April 2024 wurde Zeev Borger gemeinsam mit weiteren Überlebenden des KZ Buchenwald in einem feierlichen Akt in Weimar zum Ehrenbürger ernannt. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde war für ihn und die anderen Ausgezeichneten ein Zeichen der Anerkennung ihres Lebenswerks und ihres unermüdlichen Einsatzes für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Ursprünglich sollte er zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald im April 2025 nach Weimar reisen, doch kriegsbedingte Flugausfälle in Israel verhinderten seine Teilnahme.
Oberbürgermeister Peter Kleine äußerte sich tief bewegt: „Mit Zeev Borger verlieren wir einen Mann, der trotz aller Grausamkeiten, die er erleben musste, nie die Hoffnung auf eine bessere Welt verlor. Sein Mut, sein Engagement für die Erinnerungskultur und seine Bereitschaft, seine Geschichte mit jungen Menschen zu teilen, haben uns bereichert. Zeev Borger war nicht nur ein Überlebender – er war ein Mahner und ein Vorbild. Die Stadt Weimar wird Zeev Borger ein ehrendes Andenken bewahren.“