Weimar ehrt Dr. Agnès Triebel mit der Ehrengabe der Stadt


Am 23. August 2025 wurde Dr. Agnès Triebel, langjährige Direktorin des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) mit Sitz in Paris mit der Ehrengabe der Stadt Weimar ausgezeichnet. Die offizielle Verleihung fand auf Einladung von Oberbürgermeister Peter Kleine im Festsaal des Weimarer Rathauses statt.
Dr. Triebel war von 1997 bis 2015 Sekretärin des Komitees. Von 2015 bis 2021 bekleidete sie das Amt der Generalsekretärin und 2022 wurde sie schließlich als Direktorin des IKBD gewählt, das sich weltweit als Dachverband der Überlebenden des Konzentrationslagers versteht. Die promovierte Juristin arbeitete während ihrer 28-jährigen Amtszeit ehrenamtlich für das Komitee. In ihre Zeit als IKBD-Direktorin fielen neben zahlreichen Veranstaltungen wie den jährlichen Gedenkfeiern zur Befreiung des Lagers, Lesungen, Gesprächen mit Jugendlichen, Ausstellungsorganisationen und Forschungsimpulsen wie der Auffindung von verschollenen Häftlingslisten des ehemaligen KZ Buchenwald auch die Mitwirkung bei der Ernennung von mehr als 30 Buchenwald-Überlebenden zu Ehrenbürgern der Stadt Weimar.
Oberbürgermeister Peter Kleine unterstrich die Bedeutung der Arbeit Dr. Triebels: „Mit Ihrer unerschöpflichen Hingabe haben Sie die Erinnerungskultur auf eine neue Stufe gehoben. Sie haben im Dienste der Versöhnung und des Gedenkens bleibende Brücken gebaut – zwischen Ländern, Generationen und Herzen. Ihre Verdienste haben auch eine dauerhafte Prägung in unserer Stadt hinterlassen. Dank Ihnen hat die Verbindung zwischen der Stadt und den Buchenwald-Überlebenden eine neue Tiefe gewonnen.“
Die Laudatio hielt Prof. Dr. Volkhard Knigge, ehemaliger Direktor der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora. „Du bist durch Deine nie nachlassende Arbeit im Sinne des Vermächtnisses der Opfer von Buchenwald für die Überlebenden zu einer Wahltochter geworden.“ Auch Naftali Fürst, Ehrenbürger der Stadt Weimar und ehemaliger Präsident des IKBD, würdigte Agnès Triebel in seiner bewegenden Rede als eine Persönlichkeit, die mit Kraft, innerer Ruhe und zugleich auch großem Nachdruck und innerer Haltung die Probleme gelöst hat, die sich dem IKBD in den Weg stellten.
Die Ehrengabe der Stadt Weimar ist eine Sonderauszeichnung, die durch den Oberbürgermeister verliehen wird. Ihre Besonderheit liegt nicht nur in der künstlerischen Gestaltung, sondern auch in ihrer Symbolik: Auf der Ehrengabe sind das Goethe-Schiller-Denkmal und das Tor von Buchenwald vereint.
Die Ehrengabe für Agnès Triebel ist ein Unikat. Sie wurde als Messing-Plakette von der Weimarer Schmuckdesignerin Nane Adam gestaltet. Ihre Form erinnert an einen Stolperstein. Die letzte Ehrengabe der Stadt Weimar wurde bei der Grundsteinlegung des neuen Bauhaus-Museums 2016 gestiftet.