Reinhard Kleist: Low – David Bowie’s Berlin Years
Multimediales Werkstattgespräch mit Mario Osterland


Am Donnerstag, den 25. September spricht der Comiczeichner Reinhard Kleist in einem multimedialen Werkstattgespräch im Gewölbekeller der Stadtbücherei über den Entstehungsprozess seiner Graphic Novels. Der Abend wird moderiert von Mario Osterland. Beginn: 19:30, Eintritt: 12 / 6 / 1
1976 ist David Bowie auf dem Höhepunkt seiner Drogensucht. Von Paranoia und Starrummel zerrüttet, flieht er aus dem grellen Los Angeles nach (West-) Berlin. Mit viel Zeitkolorit schildert Reinhard Kleist, wie Bowie sich in Berlin kopfüber ins Gestern, ins Heute und ins Morgen stürzt: Mit Romy Haag erkundet er die Dekadenz der wilden Zwanziger, mit Iggy Pop taucht er ein in die Musik von Kraftwerk und Tangerine Dream. Und in den Hansa Studios im Schatten der Berliner Mauer erwächst dem Geist der Vergangenheit seine visionärste Musik. Die Atmosphäre und der Geist West-Berlins beeinflussten Bowies musikalische Experimente maßgeblich. Er nimmt in dieser Zeit seine berühmte Berlin-Trilogie ("Low", "Heroes", "Lodger") auf, die stark von deutschen Krautrock-Einflüssen geprägt war und ihm half, seine Kokainsucht zu überwinden. Reinhard Kleist, der schon Johnny Cash und Nick Cave in Comics verewigt hat und nun schon den zweiten Band zu Bowie veröffentlicht, folgt den Metamorphosen des Briten in Berlin: Bowies Entzug in Berlin-Schöneberg, Radtouren an der Mauer, Besuche in Plattenläden, Diskussionen mit Iggy Pop und John Lennon. Wie Berlin den Künstler veränderte, lässt sich mit Kleists sprunghafter, gut verdichtender Erzählweise wunderbar nachvollziehen.
Reinhard Kleist lebt und arbeitet als Comiczeichner in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche erfolgreiche und preisgekrönte Comics.