Aktuell

Jahresbilanz Umweltamt

Umweltschutz. Symbolbild.Umweltschutz. Symbolbild.Umweltschutz. Symbolbild. ©Umweltschutz. Symbolbild. ©

Abteilung Abfallwirtschaft / Bodenschutz

Im Bereich „Wilder Müll“ wurde 2025 erneut eine steigende Tendenz mit 542 illegalen Ablagerungen (Stand 03.12.25) festgestellt. Der Mängelmelder der Stadt hat sich hier bewährt und wird von den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin gut angenommen. Verursacher der Ablagerungen konnten dabei leider nur in 34 Fällen festgestellt werden. In diesen Fällen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Im Rahmen des diesjährigen Frühjahrsputzes wurden durch unsere Beauftragten insbesondere an Straßenrändern fast 1,2 Tonnen unterschiedlichste Abfälle entsorgt, dieses Mal auffällig viele Reifen. In diesem Zusammenhang herzlichen Dank an alle Helfer, die die Aktion in ihrem Rahmen tatkräftig unterstützt und viele weitere Tonnen gesammelt haben, insbesondere in den Ortsteilen und natürlich auch zahlreiche Privatpersonen.

Der Fokus der Gewerbekontrollen lag in diesem Jahr bei Restaurants, Hostels sowie Orten mit einer Vielzahl an Gewerben in einem unmittelbaren Umfeld. Dabei wurden zum Beispiel Vorgaben der Gewerbeabfallverordnung, die Rücknahmepflicht nach Elektrogesetz sowie Batteriegesetz bzw. des Nachfolgers dem Batterierecht-Durchführungsgesetzes, Pfandpflicht, Mehrwegangebotspflicht, etc. kontrolliert. Im Ergebnis der Überprüfungen mussten auch einige abfallrechtliche Anordnungen erlassen werden, z.B. da keine Speiserestetonne genutzt wurde oder die Pflichtrestmülltonne des Eigenbetrieb Kommunalservice Weimar entgegen der Gewerbeabfallverordnung nicht vorhanden war.

Der städtische Umweltpreis konnte dank der Sponsoren (Stadtwerke Weimar / Stadtversorgungs-GmbH und Kommunalservice Weimar) in diesem Jahr als Kinder- und Jugendumweltpreis vergeben werden. Sieger waren Milan Riefenstahl und Felix Wolters mit ihrem multimedialen Projekt zur Effizienz der neuen Fischtreppe an der Schaukelbrücke.

Mit insgesamt 14.200 Euro Fördermitteln konnten wieder Weimarer Vereine unterstützt werden. So wurden sechs Projekte im Umweltbereich, z. B. im Artenschutz oder auch zur Erhöhung der Biodiversität, gefördert. Parallel wurde die Fördermittelrichtlinie aktualisiert.

Vorort-Termine zur Abfallberatung mit reger Beteiligung wurden in diesem Jahr verstärkt in Einrichtungen des betreuten Wohnens durchgeführt. Im Rahmen des Tages der Wirtschaft in der Impulsregion auf dem Gelände der Stadtwirtschaft Weimar GmbH erfreute sich der Infostand der Unteren Abfallbehörde und dort vor allem das Bioabfallquiz ebenfalls großer Beliebtheit. Circa 500 Haushalte und eine Reihe von Bildungseinrichtungen wurden mit Infomaterialien / Flyern zu den Themen Verschenkeboxen, Bioabfallentsorgung, Abfallvermeidung und Abfalltrennungen versorgt.

Im Bereich Bodenschutz wurden verschiedene Flächen gutachterlich untersucht, in sehr umfangreichem Maß vor allem das B-Plan-Gebiet Bahnstadt. Bodenschutzrechtliche Vorsorgemaßnahmen zur Renaturierung des EOW-Geländes nahmen einen hohen zeitlichen Umfang ein.

Im Bereich der Nachsorge von Altlastenverdachtsflächen wurde an zwei Standorten ein Grundwassermonitoring durchgeführt. Mit Stand 03.12.2025 wurden 64 teilweise recht umfangreiche Auskünfte aus dem Altlasteninformationsregister THALIS erstellt.

Darüber hinaus gab es einen erneuten Anstieg an Havarien mit Bodenverunreinigungen und dementsprechendem Sanierungs- und Nachsorgeaufwand.

Abteilung Gewässerschutz

Gewässerschauen: Die Untere Wasserbehörde der Stadt Weimar hat im Rahmen ihrer gesetzlichen Verpflichtung auch in diesem Jahr an drei Tagen im März Gewässerschauen an verschiedenen Gewässern im Weimarer Stadtgebiet durchgeführt. Folgende Gewässer bzw. einzelne Abschnitte wurden mit den verschiedenen Beteiligten (Gewässerunterhaltungsverbände, Untere Naturschutzbehörde, Landwirtschaftsbetriebe, Ortsteilvertreter, Mühleneigentümer, etc.) begangen:

  • Schmerlbach (Süßenborn), Länge ca. 1.420 m
  • Borngraben (Süßenborn), Länge ca. 450 m
  • Graben ohne Namen (Süßenborn), Länge ca. 290 m
  • Kummelgraben (Süßenborn), Länge ca. 105 m
  • Riedgraben (Tröbsdorf), Länge ca. 775 m
  • Singerbach (im Ettersburger Wald), Länge ca. 630 m
  • Synderbach (im Ettersburger Wald) Teil, Länge ca. 100 m
  • Lebrechtquelle (im Ettersburger Wald), Länge ca. 15 m
  • Mühlgraben Burgmühle (am Stadtschloss), Länge ca. 140 m
  • Mühlgraben Carlsmühle (am Brühl), Länge ca. 105 m
  • Mühlgraben Spinnmühle (an Schaukelbrücke), Länge ca. 130 m
  • Mühlgraben Klostermühle, Länge ca. 140 m

Für die dabei gemachten Feststellungen wurden entsprechende Maßnahmen zur Abhilfe festgelegt. Größere bzw. schwerwiegende Mängel wurden aber nicht vorgefunden.

Abteilung Naturschutz

Durch die Mitarbeitenden der Unteren Naturschutzbehörde oder in deren Auftrag wurden in 2025 nachfolgende Arbeiten ausgeführt:

  • 13 ha Streuobstwiesen gemäht oder mit Schafen, Ziegen, Zwergzebus oder Minigalloways beweidet,
  • etwa 6 ha andere Grünlandflächen gemäht oder mit Schafen, Ziegen und Zwergzebus beweidet,
  • etwa 1,5 ha Trockenrasen entbuscht,
  • 900 m Amphibienzaun auf- und abgebaut und davon 300 m Zaun selbst betreut,
  • insgesamt etwa 9.000 Erdkröten, sieben Grasfrösche, 325 Bergmolche, 235 Teichmolche und 60 Kammmolche von Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern entlang der mobilen Amphibienzäune aufgesammelt,
  • auf allen betroffenen städtischen Flächen erfolgte die mechanische und chemische Bekämpfung von Neophyten, insbesondere der orientalische Zackenschote, aber auch kleinere Vorkommen auf anderen Standorten wurden bearbeitet,
  • defekte Schutzgebietsschilder ertüchtig,
  • neue Infoschilder für Schutzgebiete erstellt und
  • viele baumpflegerische Maßnahmen in den geschützten Landschaftsbestandteilen „Schanzengraben-Merketal“, „Papiergraben – Erlengrund - Herzquelle“, „Travertinsteinbruch Ehringsdorf“ und im Naturdenkmal „Possendorfer Ahornallee“ durchgeführt.

Abteilung Immissionsschutz

Die Abteilung Immissionsschutz hat auch 2025 zahlreiche Veranstaltungen in der Stadt Weimar geregelt, um die Nachtruhe für die Anwohner zu sichern bzw. nicht unverhältnismäßig zu stören. Diesbezüglich wurden etwa 40 Stellungnahmen und Bescheide ausgestellt. Darüber hinaus wurden aufgrund von Bürgerbeschwerden zahlreiche Lärm-, Licht- und Geruchsbeschwerden bearbeitet. Hierzu wurden 2025 über 50 Ermittlungen durchgeführt. Dies umfasste neben Vor-Ort-Kontrollen auch messtechnische Erhebungen mit teils Unterstützung durch das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz.

In den Jahren 2023-2025 wurde für die Stadt Weimar eine Klimafunktionsanalyse, die die klimatische Situation flächendeckend und hochaufgelöst modelliert, erstellt. Die Analyse wurde im Jahr 2025 abgeschlossen. Die Modellergebnisse und die daraus resultierenden Klimakarten geben Aufschluss über die klimatische Situation in der Stadt. Neben der vertiefenden Bewertung und Analyse der bestehenden Klimasituation in der Stadt Weimar wurde auch ein Zukunftsszenario für das Jahr 2045 erarbeitet, welches neben dem fortschreitenden Klimawandel die bauliche Entwicklung der Stadt berücksichtigt. Mit Hilfe der Klimakarten lässt sich für übergeordnete Planungen oder konkrete Projekte der lokale Handlungs- oder Schutzbedarf einschätzen und ableiten. Ziel ist es, die Stadt Weimar auch zukünftig als lebenswerten Raum für die Bewohner zu erhalten. Die Kurzfassung des Abschlussberichtes, die Planungshinweiskarte, als wichtigstes Ergebnis der Stadtklimaanalyse und zehn Steckbriefe, die bestimmte Plangebiete vertiefend betrachten, wurden auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht.