Aktuell

Jahresbilanz Schulverwaltung

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Entwicklungstendenzen in den allgemeinbildenden Schulen

Die Geburtenzahlen sind seit mehreren Jahren im gesamten Bundesland rückläufig. Diese Entwicklung spiegelt sich zunehmend in den Schulanfängerzahlen wider. Auch wenn dieser Trend im Schulbereich bisher nur andeutungsweise erkennbar ist, wird er sich in den kommenden Jahren fortsetzen.

Deutliche Veränderungen waren in diesem Jahr erstmals im Wahlverhalten im Bereich der weiterführenden Schulen erkennbar. Seit Jahrzehnten ist in Weimar nach der Grundschulzeit der Übertritt an ein Gymnasium überproportional hoch. Erst in den höheren Klassen gibt es viele Wechselwünsche an eine Regel- oder Gemeinschaftsschule. In diesem Jahr entschied sich erstmals ein großer Teil der Weimarer Viertklässler für die Aufnahme an einer Regelschule. In der Folge war es notwendig die Regelschulkapazitäten in Klassenstufe 5 um zwei Züge zu erweitern, um den Anmeldezahlen gerecht zu werden. Dies war nur möglich durch die Zuordnung eines (Schul-)gebäudes in der Windmühlenstraße. Dieses dient seit Beginn des Schuljahres 2025/26 der in der Nähe gelegenen Regelschule „Pestalozzi“ als zusätzlicher Standort.

Auch in den kommenden Jahren werden geburtenstarke Jahrgänge in die weiterführenden Schulen einmünden.

Digitalisierung Weimarer Schulen

Das Förderprogramm „DigitalPakt Schule 2019 bis 2024“ wurde bereits im vergangenen Jahr beendet. Dank der Fördermittel konnten seit 2019 alle staatlichen Weimarer Schulen digital ertüchtigt werden. Alle Schulen verfügen seither über eine gute technische Ausstattung, welche moderne digitale Lernformen ermöglicht und unterstützt.  Eine Fortführung des „DigitalPaktes Schule“ ab dem Jahr 2025 wurde seitens der Regierung angekündigt, jedoch bisher nicht umgesetzt. Aktuell warten alle Kommunen auf die Veröffentlichung der Fortsetzungsrichtlinie, welche einen Fortbestand einer guten technischen Schulausstattung gewährleistet. Allein durch kommunale Finanzmittel ist die umfangreiche Neubeschaffung in die Jahre kommender Technik zukünftig nicht leistbar. 

Förderprogramm „GanztagsInvest II“

Für die Ertüchtigung eines Gebäudeteils der Grundschule „Pestalozzi“ hat die Stadt Weimar im Rahmen des Förderprogrammes „GanztagsInvest II“ Fördermittel in Höhe von 585.000 € erhalten. Es handelt sich hier um ein Investitionsprogramm zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder. Auf Grundlage eines von der Schule erarbeiteten Ganztagskonzeptes wird im Jahr 2026 das derzeitige Hortgebäude vollständig saniert und ertüchtigt.

Eine weitere Grundschule, welche im Rahmen des Förderangebotes berücksichtigt werden soll, ist die Grundschule „Parkschule“ im Stadtteil Ehringsdorf. Hier soll ein großer Pavillon für eine möglichst flexible Hortnutzung modernisiert werden. Eine Antragstellung ist beim Ministerium erfolgt. Die Bewilligung des Vorhabens steht noch aus. Weitere ggf. förderfähige Maßnahmen werden fortlaufend geprüft.

Weimarer Schulen als begünstigte im Bundesprogramm „Startchancen“

Das „Startchancenprogramm“, als aktuell größtes Bund-Länder-Bildungsprogramm, hat eine Laufzeit von 10 Jahren und startete im Jahr 2024. Alle vom Land Thüringen ausgewählten Schulen weisen u. a. eine hohe Anzahl von Schülerinnen und Schülern aus ärmeren sozialen Verhältnissen und/oder Migrationshintergrund auf. Ziel des Programmes ist vorrangig die Verbesserung schulischer Leistungen in den Fächern Mathematik und Deutsch. 

Die Stadt Weimar als Schulträgerin ist in erster Linie für die Schaffung moderner lernförderlicher Unterrichtsräume verantwortlich. Diese orientieren sich an den Vorgaben des jeweiligen schulischen Entwicklungskonzeptes. Bisher befinden sich alle Konzepte noch in der Entstehung.

Vier Weimarer Schulen wurden in das „Startchancenprogramm“ aufgenommen: die Grundschulen „Albert Schweitzer“ und „Lucas Cranach“, die Regelschule in Schöndorf sowie die Thüringer Gemeinschaftsschule „Carl Zeiss“.

Ehrung mit dem Deutschen Schulpreis der Robert-Bosch- und der Heidehof Stiftung

Eine der Preisträgerinnen des diesjährigen Deutschen Schulpreises war die Jenaplanschule Weimar. Sie wurde am 30.09.2025 mit einem der insgesamt sechs Hauptpreise ausgezeichnet. Über 100 Schulen hatten sich beworben; 15 Schulen wurden nominiert. Ausschlaggebend war das jeweilige Schulkonzept. Im Vorfeld der Verleihung fanden an den nominierten Schulen über ein Komitee ausführliche Interviews mit verschiedenen Schulakteuren statt. Der Hauptpreis ist mit 100.000 Euro dotiert und ging an die „Marie Leo“ Grundschule in Berlin. Die anderen Preisträger erhielten 30.000 Euro.

Speisenversorgung

Nachdem zum Schuljahr 2024/2025 die ersten acht Pilotschulen nach den neuen Ausschreibungsverfahren zur Mittagessenversorgung an den Start gegangen sind, wird die Stadt Weimar bis zum Beginn des Schuljahres 2026/2027 in allen anderen staatlichen Schulen (ausgenommen Berufsschulen) die Mittagsverpflegung neu ausschreiben. Hintergrund ist die Verbesserung der Qualität und die Versorgung der Schülerinnen und Schüler nach aktuellen ernährungswissenschaftlichen Qualitätsstandards.

Die Schulen können aktiv an der Gestaltung der Ausschreibung mitwirken, indem sie ihre Wünsche an die neue Mittagsverpflegung mit einfließen lassen und insbesondere an der Festlegung der Bewertungskriterien mitwirken.

Die Zuarbeiten der Schulen sind erfolgt und werden nun für die Ausschreibungsunterlagen, die Anfang 2026 veröffentlicht werden, aufbereitet.

Baumaßnahmen

Im Jahr 2025 wurde ein Weimarer Großprojekt fertiggestellt – der Neubau der Jenaplanschule Weimar „Am Hartwege“. Nach längerer Planungsphase, in welche auch die Schulgemeinschaft intensiv involviert war, fand hier nach vorherigem Abriss des Schulgebäudes im Mai 2022 der erste Spatenstich statt. In den Sommerferien 2025 konnte die Schulgemeinschaft vom Interimsgebäude in der Windmühlenstraße an den neu geschaffenen Standort ziehen. Vor Beginn des Bauprojektes wurden die Schülerinnen und Schüler auf diesem Campus in einem stark sanierungsbedürftigen Typenbau aus der Vorwendezeit beschult. Nun lernen sie in drei modern gestalteten Lernhäusern mit angegliederter Sporthalle.  Die Jenaplanschule ist die zahlenmäßig größte Schule Weimars mit einem Hauptstandort in der Altstadt.

Auch an anderen Schulen fanden, vorrangig in den Sommerferien, größere Baumaßnahmen statt.

Am Goethegymnasium wurde das Haupteingangsportal in der Amalienstraße aufwendig aufgearbeitet. Zudem wurde ein Klassenraum nach historischem Vorbild wiederhergerichtet, wofür zunächst eine restauratorische Voruntersuchung stattfand. Auch die Instandsetzung der Fenster wurde planmäßig fortgesetzt.

Am Friedrich-Schiller-Gymnasium wurden im dritten Obergeschoss vier Klassenräume renoviert, zwei weitere Räume konnten im Herbst wieder zur Unterrichtsnutzung übergeben werden. Des Weiteren wurde die Ost-Südfassade denkmalgerecht hergerichtet und im Schulgebäude, wie auch in der Grundschule „Louis Fürnberg“, ein Trinkbrunnen installiert.

Am Schulcampus „Pestalozzi“ steht der Grund- und der Regelschule seit diesem Jahr eine sanierte Aula zur Verfügung. Die Planung einer neuen Sporthalle am Campus nimmt weiterhin Gestalt an und wurde mittels Stadtratsbeschluss als Grundlage für weitere Schritte (Planung, Fördermittelbeantragung, etc.) befürwortet.

Grundsätzlich wurden über das Jahr verteilt in fast allen Schulen Renovierungsarbeiten in Klassenräumen und Fluren durchgeführt. Darüber hinaus wurde in einigen Schulen mit der Umsetzung der Brandschutzkonzepte begonnen oder eine brandschutztechnische Ertüchtigung vorgenommen. In Legefeld wurde die gepflasterte Zuwegung zur Grundschule instand gesetzt.

An fünf verschiedenen Schulen und Sporthallen im Stadtgebiet wurden Photovoltaikanlagen installiert und teilweise auch schon an das Netz angeschlossen.

Zusammenfassung der Abteilung Schulverwaltung

Die Weimarer Schulverwaltung startet zum Ende des Jahres 2025 mit der neuen Schulnetzplanung für die Jahre 2027 bis 2032. Viele Problemfelder aus dem aktuellen Schulnetzplan konnten bereits aktiv bearbeitet werden. So ist zum Beispiel die Zusammenfassung der ehemals neun kleinen zu zwei großen Grundschulbezirken (Nord und Süd) als durchweg positiv zu bewerten. Aufgrund zurückgehender Schülerzahlen geht die Stadt Weimar zukünftig noch einen Schritt weiter und plant den Zusammenschluss der beiden Grundschulbezirke zu einem gemeinsamen großen. Ab dem Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2027/28 im Mai 2026 könnten sich Familien zukünftig für eine Grundschule im gesamten Stadtgebiet entscheiden.

Aufgrund der Fertigstellung mehrerer Baumaßnahmen in den letzten Jahren konnten weiterführende Weimarer Schulen kapazitiv entlastet werden.

Lösungen werden aktuell für den Bereich der Förderzentren diskutiert. Aufgrund des steigenden Bedarfes, v. a. im Bereich „geistig Entwicklung“, soll ein innerstädtisches staatliches Beschulungsangebot für diesen Förderschwerpunkt geschaffen werden. Des Weiteren stehen Änderungen in der Beschulung von sehbeeinträchtigten Kindern an, um die Situation von betroffenen Familien aus anderen Landkreisen langfristig zu verbessern. Es bleibt abzuwarten, ob bereits begonnene Gespräche mit weiteren Entscheidungsträgern hier zu erfolgsversprechenden Entwicklungen führen werden.