Herbstlesereihe europalette25 in der Stadtbücherei


Von September bis November finden im Gewölbekeller der Stadtbücherei Weimar wieder zehn Lesungen der besonderen Art statt. Die Herbstlesereihe europalette25 widmet sich auch in diesem Jahr der europäischen Literatur. Erwartet werden Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei und der Ukraine. Beginn jeweils 19:30, Eintritt: 12 / 6 / 1
Am 10. September eröffnet die Autorin Ursula Krechel den Lesereigen mit ihrem Roman "Sehr geehrte Frau Ministerin". Zwischen der römischen Antike, einem verlorenen kleinen Kräuterimperium auf dem Land und einem Berliner Ministerium beschreibt sie ganz verschiedene Beziehungen zwischen Müttern und Söhnen. Es sind Gewaltgeschichten, die Krechel von jeher beschäftigen, von der Antike bis in die Gegenwart. In ihrem erst im Frühjahr erschienenen Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ verknüpft sie die Schicksale einer schwer kranken Lateinlehrerin, einer arbeitslosen Einzelhandelskauffrau und einer namenlosen Justizministerin, die einem Attentat zum Opfer fällt. Im Hintergrund läuft die Geschichte Aggripinas mit, der Mutter Neros, die einst so mächtig wurde, dass ihr eigener Sohn sie ermorden lies. Für Krechel sind das Parallelbiografien, Spuren eines Musters, das sich durch die Jahrhunderte zieht.
Ursula Krechel, geboren 1947 in Trier, lebt in Berlin. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und promovierte 1971. Danach arbeitete sie als Dramaturgin. 1974 debütierte Krechel mit ihrem Theaterstück „Erika“. Später folgten Gedichtbände, Romane und Essays. Daneben lehrte sie als Gastprofessorin an verschiedenen Universitäten. Ursula Krechel ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Sie wurde u.a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis, dem Düsseldorfer Literaturpreis, dem Jean-Paul-Preis und mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. 2025 erhielt sie die bedeutendste deutsche Literaturauszeichnung, den Georg-Büchner-Preis.