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Flachwasserbecken im Schwanseebad wird saniert

hs20190509 schwanseebad 28hs20190509 schwanseebad 28Flachwasserbecken im Schwanseebad, Archivbild ©Henry SowinskiFlachwasserbecken im Schwanseebad, Archivbild ©Henry Sowinski

Für die weitere Nutzung der Becken im Freibad des Schwanseebades sind Instandsetzungsmaßnahmen zur Sicherung gegen Absenkungen bzw. Setzungen im Bereich des Flachwasserbeckens erforderlich. Ziel ist die Vermeidung weiterer Verformungen sowie die Begrenzung der Entstehung und Ausbreitung von Rissen.

Das Flachwasserbecken im Schwanseebad Weimar weist infolge ungünstiger Baugrundverhältnisse, klimatischer Einwirkungen sowie zusätzlicher statischer Belastungen durch frühere Instandsetzungsmaßnahmen deutliche Setzungserscheinungen sowie bauliche Schäden an den Beckenwänden und der Bodenplatte auf. Der Baugrund unter dem Becken ist inhomogen aufgebaut. Diese ungünstige Gründungssituation führte insbesondere im Bereich der weichen Auelehmzone zu ungleichmäßigen Setzungen. Die Kombination aus geringer Tragfähigkeit, klimatisch und vegetativ bedingter Austrocknung des Untergrundes sowie zusätzlicher Bauwerkslast führte in der Folge zu den heute sichtbaren strukturellen Schäden. Die festgestellten Schäden – insbesondere Rissbildungen, Betonabplatzungen, Feuchtigkeitserscheinungen sowie Verformungen – stehen in direktem Zusammenhang mit der ungleichmäßigen Baugrundsetzung.

Das Ziel der Sanierung ist die dauerhafte Stabilisierung des Baugrundes unter dem Flachwasserbecken. Hierbei sollen vorhandene Hohlräume unter der Bodenplatte verfüllt, die Platte bei Bedarf kontrolliert angehoben und die tragenden Bodenschichten im tieferen Bereich verdichtet und verstärkt werden. Dadurch wird eine Reduzierung der bestehenden Setzungsdifferenzen erreicht und das Risiko zukünftiger Bewegungen des Bauwerks deutlich vermindert.

Technische Umsetzung

Die Sanierung des Baugrundes unter dem Flachwasserbecken erfolgt durch ein kombiniertes Injektionsverfahren, das sowohl flächenhafte Maßnahmen zur Wiederherstellung des Kontakts zwischen Bodenplatte und Untergrund als auch tiefenwirksame Injektionen zur Verbesserung der Tragfähigkeit der tieferliegenden Bodenschichten umfasst. Das Verfahren wird als Baugrundverbesserung gemäß DIN EN 12715 „Bodeninjektionen“ ausgeführt und ist nicht als Nachgründung, sondern als lastverteilende Stabilisierungsmaßnahme zu verstehen.

Die Injektionsarbeiten werden in zwei zeitlich aufeinanderfolgende Phasen gegliedert. Zunächst erfolgt die flächenhafte Injektion zur Hohlraumverfüllung und Plattenanhebung, anschließend die tiefenwirksame Baugrundverbesserung im Bereich der Beckenränder. Die Gesamtdauer der Sanierungsmaßnahme wird bei normalen Bauabläufen auf etwa drei Arbeitswochen geschätzt.

Nach Abschluss der Injektionsarbeiten werden die Bohrlöcher fachgerecht verschlossen, so dass die behandelten Bereiche wieder vollständig nutzbar und optisch ansprechend sind.

Für die Bauzeit ist mit einer eingeschränkten Begehbarkeit der Fußwege an der Bad Hersfelder Straße zu rechnen. Hier müssen für die Baustelleneinrichtung Flächen vorgehalten werden, welche auf das Mindestmaß beschränkt werden.

Beginn: 16. KW – vorbereitende Arbeiten

  1. – 19.KW – Injektionsarbeiten
  2. – 21.KW – Verschließen der Bohrungen und Beräumung der Baustelle

Baukosten: ca. 645.000€

Die Baumaßnahme wurde im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ausgeschrieben und an die Firma Ed. Züblin AG aus Erfurt vergeben. Die Maßnahme wird vom Planungsbüro ICS Ingenieurconsult aus Weimar betreut.