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Der Verwandlungskünstler ist zurück

Intelligente Wände machen den Großen Saal der Weimarhalle wieder flexibel – Architektur auf Shortlist des REAR Awards

Vor den nun „intelligenten Wandelementen“ in der Weimarhalle: Stefan Krummhaar-Schmidt, Martin Brettschneider (beide Krebs‘ engineers GmbH), Ulrike Köppel, Architekt und Dipl-Ing. Felix Flechtner und Oberbürgermeister Peter Kleine (v.l.).Vor den nun „intelligenten Wandelementen“ in der Weimarhalle: Stefan Krummhaar-Schmidt, Martin Brettschneider (beide Krebs‘ engineers GmbH), Ulrike Köppel, Architekt und Dipl-Ing. Felix Flechtner und Oberbürgermeister Peter Kleine (v.l.).Vor den nun „intelligenten Wandelementen“ in der Weimarhalle: Stefan Krummhaar-Schmidt, Martin Brettschneider (beide Krebs‘ engineers GmbH), Ulrike Köppel, Architekt und Dipl-Ing. Felix Flechtner und Oberbürgermeister Peter Kleine (v.l.). ©Benjamin Schumann, weimar GmbHVor den nun „intelligenten Wandelementen“ in der Weimarhalle: Stefan Krummhaar-Schmidt, Martin Brettschneider (beide Krebs‘ engineers GmbH), Ulrike Köppel, Architekt und Dipl-Ing. Felix Flechtner und Oberbürgermeister Peter Kleine (v.l.). ©Benjamin Schumann, weimar GmbH

Pressemitteilung der weimar GmbH:

Eine der besonderen Funktionen des congress centrum weimarhalle ist zurück: Die beweglichen Wände des Großen Saals sind wieder fahrbar. Nachdem die Antriebstechnik im September 2022 irreparabel ausgefallen war, wurde die gesamte Anlage 2023 außer Betrieb genommen. Damit fehlte der Weimarhalle über mehrere Jahre eine wesentliche Voraussetzung für die flexible Nutzung ihres größten Veranstaltungsraums. Im ersten Schritt wurden die Wände im Erdgeschoss im Westfoyer auf das neue System umgestellt. Nach gleichem Vorbild werden die Wände noch in diesem Jahr im Erdgeschoss im Ostfoyer wieder fahrbar werden.

Die Auswirkungen der nicht zu öffnenden Wände waren im Veranstaltungsbetrieb deutlich spürbar. Bei Messen und Ausstellungen verringerte sich die nutzbare Fläche – etwa bei der Berufsorientierungsmesse „Abend der Berufe“, die in der kommenden Woche erstmals wieder mit geöffneten Seitenwänden stattfinden kann. Auch bei Konzerten, Galas und anderen gesellschaftlichen Höhepunkten der Stadt waren Einschränkungen unvermeidbar. Zudem waren die Möglichkeiten der Bestuhlung und Raumgestaltung eingeschränkt: Statt der ursprünglich möglichen 550 Personen an runden Tischen oder 700 Personen an Tafeln standen deutlich weniger Kapazitäten zur Verfügung. Auch Stehkonzerte, große Messen und Ausstellungen konnten nicht in gewohnter Vielfalt stattfinden.

„Da die weimar GmbH über die Hälfte ihres Haushaltes aus dem Betrieb der Weimarhalle erwirtschaftet, waren neben der flexiblen Raumnutzung auch wirtschaftliche Aspekte von großer Bedeutung“, betont Ulrike Köppel, Geschäftsführerin der weimar GmbH. Umso dankbarer ist sie, dass Oberbürgermeister Peter Kleine sich für die Bereitstellung von knapp einer Million Euro im städtischen Haushalt stark gemacht hat. „Die Weimarhalle ist ein Wirtschaftsfaktor der Stadt. Von ihrem Tagungs- und Konzertbetrieb profitieren viele Dienstleistungsunternehmen in Weimar. Gleichzeitig beherbergt sie den größten Veranstaltungssaal der Stadt – deshalb ist es gut angelegtes Geld“, unterstreicht der Oberbürgermeister.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Weimarhalle

Mit der Wiederinbetriebnahme gewinnt die Weimarhalle eine ihrer besonderen Stärken zurück. Die fahrbaren Wände sind weit mehr als ein funktionales Detail: Sie machen den Großen Saal zu einem echten „Verwandlungskünstler“. Seine besondere Flexibilität erhält der Saal durch die verschiebbaren Wände, die sich im Erd- und Obergeschoss individuell öffnen und schließen lassen und den Raum je nach Anlass architektonisch verändern.

Diese Besonderheit findet auch über Weimar hinaus Beachtung: Erst in diesem Jahr wurde das von gmp Architekten entworfene Konzept des Großen Saals auf die Shortlist des REAR Award aufgenommen. Mit der wieder fahrbaren Wandanlage steht der Weimarhalle damit wieder ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal im Veranstaltungsmarkt zur Verfügung.

Aus einer historischen Steuerung wird eine intelligente Anlage

Der Weg zur Wiederinbetriebnahme begann mit einer umfangreichen Bestandsaufnahme. Zunächst musste die inzwischen veraltete Automation in ihrer Funktionsweise verstanden werden, um sie anschließend in eine moderne, intelligente Industriesteuerung zu übertragen. Die beweglichen Elemente wurden mit neuen Industriemodulen, Verkabelungen und zusätzlicher Sensorik ausgestattet. Auch an den Weichen und im Magazin wurde moderne visuelle Sensorik installiert; hinzu kamen neue beziehungsweise generalüberholte Antriebsmotoren.

Stefan Krummhaar-Schmidt, Projektleiter des mit der Generalüberholung beauftragten Unternehmens Krebs`engineers GmbH, fasst es vereinfacht zusammen: „Jedes einzelne Wandelement weiß heute, wo es sich befindet und welche Funktion es innerhalb des Gesamtsystems übernimmt.“

Ein weiterer Vorteil: Alle verbauten Komponenten sind heute von verschiedenen Herstellern verfügbar. Eine Einstellung der Produktion einzelner Bauteile kann damit künftig nicht mehr so leicht zur Stilllegung der gesamten Anlage führen. Auch beim Betrieb bringt die neue Steuerung Vorteile. Das Öffnen oder Schließen der Wandanlage dauert heute nur noch rund sieben statt zuvor etwa 15 Minuten.

Zugleich wurde die Sicherheit grundlegend verbessert. Ein zentrales Bedienpanel, Freigabetaster, Not-Aus und der Zwei-Personen-Betrieb mit Sichtkontakt sorgen dafür, dass die Anlage kontrolliert bewegt wird. Im Störungsfall können die Weimarhallen-Techniker künftig selbstständig reagieren und einzelne Elemente manuell verfahren. Perspektivisch soll zudem ein Onlinezugriff die Fernwartung der Anlage ermöglichen.