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32. Internationales Atelierprogramm der ACC Galerie Weimar und der Stadt Weimar

Programmthema: „All These Moments – The Future of Artistic Storytelling“

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Die Stadt Weimar und die ACC Galerie Weimar laden auch 2026/2027 wieder drei Künstlerinnen und Künstler ein, im Rahmen des Atelierprogramms für jeweils vier Monate im Städtischen Atelierhaus zu leben und künstlerisch tätig zu sein. 1994 von der ACC Galerie und der Stadt Weimar ins Leben gerufen, ist das Internationale Atelierprogramm das älteste seiner Art im Freistaat Thüringen. Bislang waren 100 Künstlerinnen und Künstler aus 40 Ländern in Weimar zu Gast.

Aus 278 Bewerbungen wählte im Dezember 2025 eine Kunstfachjury in der ACC Galerie Weimar folgende drei Künstlerinnen und Künstler aus:

Ella Ponizovsky Bergelson (Deutschland/Israel) befasst sich von Februar bis Mai 2026 in ihrem Projekt "A Witness" mit der Rolle von Augenzeugen bei der Ausformung des kollektiven Gedächtnisses. Nach ihren eigenen Worten wird die Künstlerin dazu in der ACC Galerie Weimar mittels bildender Kunst wie auch Performance das Visualisieren der Sprache und ihrer Auslöschung näher erkunden, um etwas vom Wandel des Erzählens vor dem Hintergrund von Migration, Ideologisierung und Zensur sichtbar zu machen.

Dino Zhang (China) wird von Juni bis September 2026 in Weimar unter dem Titel "Spectral Machines" untersuchen, wie postindustrielle Architekturen in Deutschland den Geist der Moderne verkörpern. In einer Mehrkanal-Montage, die Archiv- und Dokumentaraufnahmen kombiniert, zeigt er Verflechtungen von Geschichte, Macht und Moderne. Zugleich betrachtet seine Arbeit Beziehungen zwischen Mensch, Maschine und politischer Subjektivität in einer Welt, die von Beschleunigung, Automatisierung und ideologischen Widersprüchen geprägt ist.

Sophie Allerding (Niederlande) entwickelt von Oktober 2026 bis Januar 2027 ein partizipatives Storytelling-Projekt mit dem Arbeitstitel "Echoes of Extinction". Sie wird durch Rollenspiele und gemeinsames Singen Formen der Trauer um den Verlust der Artenvielfalt realisieren. Dabei ist es ihr sehr wichtig, dass zu Trauerritualen auch das Prinzip Hoffnung gehört. Durch die Integration von tragbaren Skulpturen und Vokalpartituren in einem Live-Rollenspiel macht die Künstlerin aktuelle Auslöschungsformen und neue Zukunftsentwürfe sinnlich erfahrbar.

Die in Weimar entstandenen Kunstwerke der drei Stipendiatinnen und Stipendiaten werden im Frühjahr 2027 in der ACC Galerie Weimar in einer Ausstellung vorgestellt.