Menschenrechtspreis

Shahnaz Bokhari

Menschenrechtspreisträgerin 2001

BIOGRAFISCHES

  • 1956 geboren
  • Studium an der Punjab Universität Lahore, Pakistan, und Abschluss mit einem Master of Science
  • sieben Jahre Leben in Saudi-Arabien und Arbeit als Familienpsychologin
  • 1984 Rückkehr nach Pakistan und Beginn der Hilfe für Frauen, die Opfer sozialer und häuslicher Gewalt geworden sind; Einsatz für ein Verbot der karo kari – der Ehrenmorde
  • 1985 Gründerin der „Progressive Women´s Association“, welche sich um die Rechte, den Schutz und Beistand misshandelter und verstümmelter Frauen bemüht
  • 1994 Schaffung rein weiblich besetzter Polizeistationen
  • 1999 Umbau ihres Elternhauses als erstes Frauenhaus in Pakistan, wo bis zu 150 Frauen im Jahr Zuflucht finden können

VORSCHLAGSBEGRÜNDUNG
Der klinischen Psychologin, Verlegerin und Herausgeberin der Zeitschrift „Women‘s World“ und engagierten Menschenrechtlerin wird der Preis als Gründerin und Leiterin des Frauenhauses der Progressive Women’s Association in Rawalpindi verliehen. Als Gegnerin der „Honour-Killings“ (Ehrenmorde) setzt sie sich für Frauen ein, die von ihren Ehemännern und deren Familien u. a. mittels Säure-Anschlägen oder Verbrennungen verstümmelt wurden, ermöglicht den Opfern medizinische Hilfe und betreut sie bei Scheidungsprozessen. Shahnaz Bokhari und ihre Familie sind aufgrund ihres Engagements ständigen Bedrohungen ausgesetzt.


HEUTE
2001 wird Shahnaz Bokhari wegen „Anstiftung zum Ehebruch“ angeklagt, als eine Frau vor ihrem gewalttätigen Ehemann in ihr Frauenhaus flüchtet. Sie erhält Morddrohungen und setzt dennoch ihre Arbeit fort. Dafür wird sie 2003 vom Northcote ParkinsonFond mit dem Preis für Zivilcourage geehrt.
2004 folgt der „21 Leaders for the 21st CenturyAward” der nicht-kommerziellen Internetplatform
Women's eNews.

NOMINIERT DURCH Rudolf Bindig, MdB
LAUDATORIN Marieluise Beck, Ausländerbeauftragte der Bundesregierung