Menschenrechtspreis

Riad Seif

Menschenrechtspreisträger 2003

BIOGRAFISCHES

  • 1946 als Sohn eines Zimmermanns im Gebiet AlMidan, Damaskus, Syrien, in einer kinderreichen Familie geboren
  • Arbeit während seiner Schulzeit und Abbruch des Studiums an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Damaskus, um mit seinen Brüdern eine Textilwerkstatt zu betreiben
  • 1980 Gründung einer Bekleidungsfabrik, in der er 300 Arbeitsplätze schafft und die durch ihre Qualitätserzeugnisse und besonders für ihre vorbildlichen Sozialleistungen bekannt wird
  • 1994 Sitz in Parlament von Damaskus und Kritik an der Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik der Regierung
  • Gründung eines „Forums des öffentlichen Dialogs“ für politische und wirtschaftliche Reformen und Einsatz für demokratische Verhältnisse in Syrien als Vorstandsmitglied des „Nationalen Komitees für Menschenrechte“
  • 2001 Gründer der Initiative „Damaszener Frühling"

VORSCHLAGSBEGRÜNDUNG

Riad Seif engagiert sich mutig für Demokratie und Bürgerrechte in seinem Land. Er fordert politische Reformen und demokratische Wahlen. Sein Engagement und seine friedlichen Aktivitäten wurden als Versuch eines gewaltsamen Staatsstreiches interpretiert. Im September 2001 wurde er festgenommen und im Rahmen eines mehrmonatigen Schauprozesses im März 2002 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Da sich Herr Seif noch immer in Haft befand, nahm seine Tochter den Preis entgegen.

HEUTE

2006 wird Riad Seif aus dem Gefängnis entlassen, aber als kranker Mann im Januar 2008 wegen „Umsturzplänen gegen die Regierung und die AssadFamilie“ erneut inhaftiert. Nach Verbüßung einer 30-monatigen Haftstrafe kommt er im Juli 2010 wieder frei und erklärt, trotz staatlichen Verbots, seinen Kampf fortzusetzen. Am 6. Mai 2011 wird er wegen seiner Teilnahme an einer nicht genehmigten Demonstration inhaftiert und ist bis zum Prozessbeginn auf freiem Fuß.

NOMINIERT DURCH Björn Luley, Leiter des Goethe-Instituts in Kyoto, Japan

LAUDATORIN Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt