Menschenrechtspreis
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Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi

Menschenrechtspreisträger 2014

Mor Gregorius Yohanna Ibrahim

  • 18. August 1948 in Qamischli, Syrien geboren
  • 1967 Studium der Theologie und Philosophie
  • Einsatz für den interreligiösen Dialog, als Botschafter und Vermittelnder
  • Promotion an der University of Birmingham zum Thema „Christliche Araber in Mesopotamien vor dem Islam“
  • 26. Juli 1973 monastische Professur
  • 1967 bis 1976 Arbeit als syrisch-orthodoxer Seelsorger
  • 13. Februar 1979 zum Diakon geweiht, anschließend am 15. Februar 1979 Priesterweihe
  • 4. März 1979 Bischofsweih
  • 1980 bis 1988 Mitglied im Zentralkomitee des Weltrates der Kirchen
  • Gründung des syrischen al-Raha-Mardin-Verlages
  • 2011 Reise nach Berlin, um auf die Probleme der christlichen Minderheit hinzuweisen, Bitte um Mithilfe der deutschen Politik
  • 2012 Veröffentlichung einer Roadmap für den Frieden in Syrien mit dem Aufruf zu Versöhnung, Vergebung und gegenseitigem Dialog
  • 23. April 2013 Entführung auf dem Weg zu Verhandlungen

Nominiert von: Gesellschaft für bedrohte Völker

Boulos Yazigi

  • 1959 in Lattakia geboren
  • studierte Bauingenieurwesen  an der Tischrin-Universität in Lattakia
  • Theologie-Promotion an der Universität Thessaloniki
  • 1985 zum Diakon geweiht
  • Ab 1992 Priesteramt
  • lehrte an der Fakultät für Theologie an der Universität Balamand im Libanon
  • Dekan der Theologischen Fakultät
  • 23. April 2013 Entführung auf dem Weg zu Verhandlungen

Nominiert von: Gesellschaft für bedrohte Völker

VORSCHLAGSBEGRÜNDUNG

Der Erzbischof der syrisch- orthodoxen Kirche Mor Gregorius Yoanna Ibrahim und der Erzbischof der griechisch- orthodoxen Kirche von Aleppo, Boulos Yazigi setzten sich während des noch andauernden Bürgerkrieges in Syrien wiederholt für den interreligiösen Dialog zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften als Botschafter und Vermittler ein. Sie sind Befürworter des friedlichen Miteinanders und der Koexistens verschiedenster ethnischer und religiösen Gruppen in Syrien. Beide riefen immer wieder zur Versöhnung, Vergebung und dem Dialog auf und versuchten Wege zur Beendigung der Gewalt und zur Wahrung der nationalen Einheit Syriens aufzuzeigen. Beide wurden am 22. April 2013 von bewaffneten Gruppen entführt. Beide waren während eines humanitären Einsatzes unterwegs, um Verhandlungen über die Freilassung eines entführten Priesters zu führen. Immer mehr christliche Würdenträger werden in den stark umkämpften Regionen Syriens entführt oder ermordet. Viele Christen sind gezwungen Ihre Land zu verlassen. Man schätzt, dass etwa eine halbe Million der geschätzten zwei Millionen syrischer Christen auf der Flucht sind.

HEUTE

Die Erzbischöfe Ibrahim und Yazigi gelten seit der Entführung als verschollen. Weiterhin besteht über ihre Entführer keine Gewissheit, die Vermutung, dass es sich um radikale Islamisten handelte, liegt nahe. Im Jahr 2018 bat der Stephanuskreis der CDU/CSU-Bundestagsfraktion anlässlich des fünften Jahrestages um mehr Unterstützung bei der Aufklärung des Entführungsfalles durch die Bundesregierung.