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Irina Scherbakowa und Olga Karatch

 

Irina Scherbakowa gehört zu den Gründungsmitgliedern von „Memorial“, einer der bedeutendsten Menschenrechtsorganisationen in Russland. Mit großem Nachdruck hatte die Organisation in den letzten 35 Jahren über Repressionen in der ehemaligen Sowjetunion aufgeklärt und für die Menschenrechte und die Stärkung der Zivilgesellschaft im heutigen Russland und in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion gekämpft. Ende Februar 2022 verfügte ein russisches Gericht in letzter Instanz die Auflösung der Organisation. Die Geschäftsstellen von Memorial wurden durchsucht, verwüstet und daraufhin geschlossen. Viele Mitglieder wurden verhaftet. Frau Scherbakowa musste wegen der zunehmenden und anhaltenden Repression gegenüber den Mitgliedern von Memorial und ihrer Person im März 2022 ihre Heimat verlassen. Frau Scherbkowa ist als Mitglied des wissenschaftlichen Kuratoriums der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora eng mit der Stadt Weimar verbunden. Der Vorschlag wurde durch den Stiftungsdirektor Prof. Dr. Jens- Christian Wagner eingereicht und durch das historische Institut der philosophischen Fakultät der Friedrich- Schiller- Universität Jena sowie das Imre Kertész Kolleg Jena unterstützt.

Olga Karatch ist eine belarussische Menschenrechts- und Friedensaktivistin, die sich auch in der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit engagiert. Durch die Initiative von Frau Karatch wurden über die Menschenrechtsorganisation „Nash Dom - unser Haus“ viele Kampagnen zu grundlegenden Menschenrechten, Gleichberechtigung aller Menschen, zu Kinderrechten, zum Schutz von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten und Opfern von Repressionen ins Leben gerufen. Wegen ihres friedlichen Engagements wurde sie unzählige Male verhaftet. Als die Lage für Frau Karatch immer bedrohlicher wurde, verließ sie Belarus und fand in Litauen die Möglichkeit, ihre Arbeit weiter fortzusetzen. Trotzdem ist sie selbst und „Nash Dom“ ständigen Bedrohungen und Diffamierungen durch das belarussische Regime ausgesetzt (allein 147 innerhalb eines Jahres), weshalb sie zurzeit nur außerhalb Belarus ihren Kampf für die Durchsetzung der Menschenrechte fortführen kann. Der Vorschlag wurde eingereicht von Women’s international League for Peace & Freedom und Bund für soziale Verteidigung e.V.