Menschenrechtspreis
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Heike Kammer und Jean-Paul Bengehya Muhanano

Menschenrechtspreisträger 1999

JEAN-PAUL BENGEHYA MUHANANO


BIOGRAFISCHES

  • 1968 in Bukavu, Republik Kongo, geboren
  • Studium der Sozialwissenschaften und 1997 Abschluss im Fachbereich Projektplanung an einem örtlichen College
  • 1999 Zusatzstudium in Wirtschaftswissenschaften in Abendkursen
  • seit Beginn der Studienzeit Mitglied der Menschenrechtsorganisation „Héritiers de la Justice“ und seit 1992 Mitarbeiter des Vorsitzenden und Gründers dieser Organisation, des Rechtsanwaltes Lubala Mugisho
  • ab 1994 bei „Héritiers de la Justice“ zuständig für Finanzen und die Planung von Aktionen
  • 1995 Redakteur des Vereins für das Radioprogramm „Tuitetee Haki“ (Swahili für: Wir wollen unsere Rechte schützen)
  • 1998 Gründer der „Initiative pour la paix“ in seiner Heimatprovinz
  • wiederholte Inhaftierung und Beschuss seines Hauses

VORSCHLAGSBEGRÜNDUNG
Mit der Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar an Jean-Paul Bengehya Muhanano,
Vertreter der "Initiative pour la Paix" in der Demokratischen Republik Kongo, ist die Hoffnung und der
Wunsch verbunden, vor allem einen Beitrag zu dessen persönlicher Sicherheit leisten zu können. Herr
Muhanano setzt sich in einem von bürgerkriegsähnlichen Zuständen geprägten Land für die Vermittlung zwischen den Bevölkerungsgruppen ein. Er wirkt bildend und erziehend im Sinne eines friedlichen, menschenwürdigen Zusammenlebens unterschiedlicher Volksstämme in seiner Heimat.


HEUTE
Jean-Paul Bengehya Muhanano lebt mit seiner Familie in der Schweiz im Exil. Er ist trotz massiver Bedrohungen weiterhin aktives Mitglied bei „Héritiers de la Justice“.

NOMINIERT DURCH amnesty international
LAUDATOR Dr. Nils Geißler, amnesty international

HEIKE KAMMER


BIOGRAFISCHES

  • 1960 geboren und in Berlin aufgewachsen
  • früher Bezug zum Kinderhilfswerk „terre des hommes“ durch die Mutter Erika Kammer
  • bis 1979 Ausbildung auf einem Bauernhof in der Nähe von Bremerhafen
  • 1980 erste Reise nach Südamerika
  • 1985 und 1986 Teilnahme an Friedensmärschen durch Mittelamerika und Anschluss an die Internationalen Friedensbrigaden
  • Tätigkeit in El Salvador, Guatemala und Kolumbien
  • 1999 Mexiko nach einem dreimonatigen Kurs in „Ausbildung in ziviler Konfliktbewältigung“

VORSCHLAGSBEGRÜNDUNG
Als Mitarbeiterin der Internationalen Friedensbrigaden begleitet Heike Kammer unter anderem in
Guatemala, El Salvador und Mexiko helfend und beratend Menschenrechtsgruppen, zurückkehrende
Flüchtlinge, Streikende oder von ihrem angestammten Land vertriebene Bauern. Durch ihre Anwesenheit vor Ort als unparteiische, internationale Beobachterin unterstützt sie gewaltfrei und unbewaffnet deren Aktionen. Sie nimmt dabei in Kauf, dass sie selbst aufgrund ihres Einsatzes für die Durchsetzung und Wahrung von Menschenrechten und den Schutz von Menschenrechtlern ihr Leben aufs Spiel setzt.


HEUTE
Seit 2005 ist Heike Kammer mit ihrer Puppenbühne im Sinne der Konflikterziehung und -bewältigung
und mit Workshops und Vorträgen zu Ihrer Arbeit für den Zivilen Friedensdienst in Deutschland und
Europa unterwegs; im Frühjahr 2011 bereist sie mit ihrem Puppenspiel Mittelamerika.

NOMINIERT DURCH Helena Mühe, Ausländerbeauftragte der Stadt Weimar
LAUDATOR Dr. Rainer Huhle, Internationales Menschenrechtszentrum Nürnberg