Menschenrechtspreis

Guillermo Farinas

Menschenrechtspreisträger 2006


BIOGRAFISCHES

 

  • 1963 in Santa Clara in einer der Kubanischen Revolution treu ergebenen Familie geboren 
  • Teilnahme beim kubanischen Militäreinsatz in Angola; mehrere Verwundungen und Auszeichnungen
  • Abbruch der Militärlaufbahn aus gesundheitlichen Gründen und Studium der Psychologie
  • 1988 Abschluss und Arbeit in einer Poliklinik
  • Generalsekretär der kommunistischen Jugend
  • Verlust der Arbeitsstelle wegen seines Protestes gegen die Erschießung der Generäle Ochoa und de la Guardia aufgrund angeblichen Drogenschmuggels
  • 1995 erste Inhaftierung und erster Hungerstreik; endgültiger Bruch mit dem System
  • Engagement als Präsident des Forums der Sozialwissenschaft „Marta Abreu“, als oppositioneller Schulpädagoge von Villa Clara und Koordination der offiziell verbotenen Liberal-Demokratischen Partei Kubas
  • 2003 Gründer der unabhängigen Presseagentur „Cubanacan Press“
  • 2006 neuer Hungerstreik, nachdem die kubanische Geheimpolizei eine freie Berichterstattung verhindert

VORSCHLAGSBEGRÜNDUNG

Dr. Fariñas Hernández hat über zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in Kuba berichtet. Eines seiner Hauptanliegen ist die Forderung, allen unabhängigen Journalisten den freien Zugang zum Internet zu ermöglichen. Seit Ende Januar 2006 ist der Internetzugang, den er als Journalist für seine Arbeit benötigt, von der Regierung gesperrt. Deshalb hat er sich erneut für einen Hungerstreik entschieden, um gewaltlos für seine Forderungen zu kämpfen.


HEUTE

Dr. Fariñas Hernández wird 2006 von „Reporter  ohne Grenzen“ ausgezeichnet. Im Februar 2010 beginnt er, aus Solidarität zu dem eben verstorbenen Orlando Zapata, seinen 23. Hungerstreik. Die katholische Kirche und die spanische Regierung intervenieren für die Freilassung von 52 politischen Gefangenen aus kubanischen Gefängnissen und unterstützen damit seine Forderungen. Als die Regierung Kubas daraufhin nachgibt, beendet Dr. Fariñas Hernández seinen Hungerstreik. Im Dezember 2010 wird ihm der Sacharow-Preis für geistige Freiheit verliehen.

NOMINIERT DURCH AG ehemalige politische DDR-Häftlinge in der evangelischen Kirche Hannover und Arbeitsgruppe „Demokratie für Kuba“ Berlin

LAUDATOR Peter Weiß, MdB