Menschenrechtspreis

Benki Piyako

Menschenrechtspreisträger 2013

BIOGRAFISCHES

  • Schamane und politischer Vertreter der Ashaninka-Gemeinschaft vom Fluss Amônia in Brasilien
  • Kind von Antônio Piyãko (Hauptanführer „Häuptling“ der Ashaninka-Gemeinschaft vom Rio Amônia)
  • am 24. Februar 1974 am Fluss Amônia nahe der peruanischen Grenze im brasilianischen Bundesstaat Acre geboren
  • im Alter von zwei Jahren der Obhut seines Großvaters anvertraut
  • Ausbildung zum pajé (wichtigste Führungsperson dieser Gemeinschaft, die umfassende Kenntnisse zu Traditionen und Heilungen besitzt und anwendet)
  • Übernahme der Öffentlichkeitsarbeit seiner Gemeinschaft
  • Ausbildung zum Forsttechniker
  • 2003 bis 2007 Amt des Umweltsekretärs in der Ortschaft Marechal Thaumaturgo
  • Seit 2005 Betreuung unterschiedlicher Projekte mit Jugendlichen
  • 2005-2007 Umweltsekretär für die Region des Flusses Juruá in Acre
  • Seit Juli 2007 Leiter des Ausbildungszentrum Yorenka Ãtame (Wissen des Urwaldes) in der Ortschaft Marechal Thaumaturgo
  • Seit 2011 Einsatz für die indigene Gemeinschaft Saweto in Peru
  • 2012 Aufnahme des bedrohten Saweto-Anführers Edwin Chota in sein Privathaus

VORSCHLAGSBEGRÜNDUNG

Benki Piyãko engagiert sich seit vielen Jahren für ein friedliches Zusammenleben von Ashaninka- Indianern, deren Gruppe er im Bundesstaat Acre anführt und ihren nicht- indianischen Nachbarn. Erst 1980 wurde das Gebiet der Ashaninka Gruppe um Benki Piyãko offiziell vom Staat Brasilien anerkannt und der Gemeinschaft die Selbstverwaltung übertragen. Schon früh erkannten sie, dass sie einen Weg zum friedlichen Zusammenleben mit ihren nicht- indianischen Nachbarn finden müssen.

Daher bewirtschaften sie ihr Land auf nachhaltige Art und Weise, so dass das Ökosystem Regenwald nicht zerstört wird. Um dieses Anliegen auch an die Kinder und Jugendlichen der Ashininka weiter zu geben, hat Benki Piyãko das Ausbildungszentrum Yoreke Ãtame („Wissen des Urwaldes“) gegründet. Anliegen dieses Zentrums ist, indianischen und nicht- indianischen Jugendlichen nachhaltiges Leben mit und im Regenwald nahezubringen und unterschiedliche ethnische Gruppen Brasiliens zusammenzubringen.

Diese friedliche Lebenshaltung hat den Ashininka um Benki Piyãko viele Feinde eingebracht. Die Holzmafia und Drogenschmuggler reagieren mit Übergriffen und Morddrohungen darauf, dass die Ashininka ihre Wälder bewachen und vor illegalem Holzeinschlag schützen. So sind Benki Piyãko und seine Mitstreiter ständigen Bedrohungen ausgesetzt. Mehrfach erhielten er und Mitglieder seiner Familie Morddrohungen und er wurde auch schon direkt angegriffen. Trotzdem ist sein Engagement bespielhaft und ungebrochen.

Aus diesem Grund hat der Vergabebeirat Benki Piyãko für die Ehrung mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2013 ausgewählt. Durch sein unermüdliches Wirken für ein friedliches Miteinander indianischer und nicht- indianischer Bürger von Acre und in ganz Brasilien und gegen die Zerstörung des Lebensraumes Regenwald durch illegalen Holzeinschlag und Drogenschmuggel ist er ständig einem hohen persönlichen Risiko ausgesetzt. Durch die Verleihung des Preises könnte seine Arbeit weiter unterstützt und seine Sicherheit gestärkt werden

HEUTE Piyãko wird immer wieder Opfer von Anfeindungen und Drohungen gegen seine Person. Er zeigte seine Verfolger an und forderte überdies Schutz für sein eigenes Leben und seine Gemeinschaft. 2018 wurden ihm daraufhin Verleumdung und Falschaussage zur Last gelegt, wofür er vor Gericht gestellt wurde.

Nominiert durch: Gesellschaft für bedrohte Völker