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Jugendsozialarbeit



Die Jugendsozialarbeit widmet sich der Förderung junger Menschen zum Ausgleich sozialer oder individueller Benachteiligungen. Hierzu werden insbesondere im Rahmen der Einzelfallbetreuung sozialpädagogische Hilfen für Schule, berufliche Ausbildung oder Arbeitswelt (Jugendberufshilfe, mobile Jugendarbeit und Schulsozialarbeit) oftmals in Zusammenarbeit mit freien Trägern organisiert.

Schulsozialarbeit

Jugendhilfe und Schule haben laut Gesetz die Verpflichtung, Kinder und Jugendliche in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern, positive Lebensbedingungen für die Zielgruppe zu erhalten bzw. zu schaffen und soziale und individuelle Benachteiligungen auszugleichen bzw. abzubauen. Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen dieses Auftrages leistet die Schulsozialarbeit. Sie richtet sich verortet in der Lebenswelt Schule mit ihren sozialpädagogischen Angeboten an Kinder und Jugendliche, deren Eltern und die Lehrerschaft. Die Förderung und Umsetzung der Schulsozialarbeit erfolgt nach der „Richtlinie für Vorhaben der Schulsozialarbeit“ vom 30.07.2019“ und nach der „Fachlichen Empfehlungen schulbezogener Jugendsozialarbeit“ des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport von 2014. Die Aufgabe der Koordination der Schulsozialarbeit der Stadt Weimar ist es, die Umsetzung der Schulsozialarbeit durch die freien Träger fachlich zu begleiten und zu überprüfen sowie Bedarfe der Schulsozialarbeit und der Schulen zu erfassen und entsprechende Angebote zu entwickeln und zu vernetzen.

Die Aufgaben der kommunalen Koordination sind im Rahmenkonzept von Schulsozialarbeit der Stadt Weimar dargestellt und umfassen:

Beratung und Begleitung der Träger der Schulsozialarbeiter

  • regelmäßige Praxisbegleitung der Schulsozialarbeiter*innen
  • Bestandserhebung der vorhandenen Unterstützungs-und Hilfesysteme für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer*innen im Umfeld Schule
  • Analyse der laufenden Maßnahmen und Projekte
  • Städtische Zielplanung zur Schulsozialarbeit
  • Optimierung der bestehenden Maßnahmen und Entwicklung weiterer Angebote im Hinblick auf Handlungsfelder
  • Weiterentwicklung bzw. Ausbau verbindlicher Rahmenbedingungen und Strukturen für die Kooperation von Jugendhilfe und Schule
  • Optimierung vorhandener Netzwerkstrukturen usw.

Die Umsetzung der Schulsozialarbeit an den jeweiligen Schulstandorten erfolgt durch vier verschiedene Träger:

  • JUL gemeinnützige GmbH
  • AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V.
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
  •  Handwerks- und Bildungszentrum Weimar e.V.

Die Leistungen der Schulsozialarbeit werden an folgenden Schulen angeboten:

  •  Grundschule Johannes Falk, Grundschule Albert Schweitzer, Grundschule Schöndorf, Grundschule Lucas Cranach, Grundschule Louis Fürnberg, Grundschule Johannes Heinrich Pestalozzi
  • TGS Carl Zeiss, TGS Weimar „Jenaplan“
  • FÖZ Weimar „Herderschule“
  • Regelschule Weimar Schöndorf, Regelschule Johannes Heinrich Pestalozzi, Regelschule Parkschule
  •  Friedrich-Schiller-Gymnasium, Humboldtgymnasium, Goethegymnasium
  •  Staatliche berufsbildenden Schule (SBBS) für Wirtschaft/Verwaltung und Ernährung „Friedrich Justin Bertuch“ (seit 2020)
  • Thüringenkolleg (seit Oktober 2021)
  • Musikgymnasium (seit Oktober 2021)

 

Projekt „Jugend stärken im Quartier“

Die Angebote kommen insbesondere jungen Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren zu Gute, denen eine Perspektive für die Zukunft fehlt und die durch andere Angebote besonders schwer zu erreichen sind. Damit sind zum Beispiel schulverweigernde Jugendliche oder Abbrecher*innen von Arbeitsmarktmaßnahmen sowie junge neu Zugewanderte mit besonderem Integrationsbedarf gemeint. „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ unterstützt sie bei der Reintegration in Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft. Ziel ist, die Teilnehmenden mit niedrigschwelligen Angeboten zu aktivieren und ihre Kompetenzen und Persönlichkeit zu stärken.

Das Modellprogramm kombiniert verschiedene sozialpädagogische Angebote, die passgenau entsprechend der Bedarfslage der Zielgruppen in der Kommune ausgestaltet werden können:

  • Case Management (intensive sozialpädagogische Einzelfallarbeit)
  • Aufsuchende Jugendsozialarbeit (z. B. Streetwork oder Mobile Beratung)
  • Niedrigschwellige Beratung/Clearing (z. B. Anlaufstellen mit Lotsenfunktion, in denen Jugendliche eine Erstberatung erhalten
  • Mikroprojekte mit Mehrwert für das Quartier und dessen Bewohner/-innen (z. B. Zirkusprojekte im Stadtteil, Organisation eines Stadtteilfestes)

Die öffentliche Jugendhilfe steuert und koordiniert die Angebote. Sie arbeitet dabei im Sinne einer „Förderung aus einer Hand“ eng mit freien Jugendhilfeträgern, Jobcentern, Agenturen für Arbeit, Schulen, Quartiersmanagement und weiteren Kooperationspartnern zusammen.

Projektstandorte in Weimar sind aktuell:

„Resilienz fördern – Armutsfolgen bekämpfen“ –Case Management/Clearing Kinderhaus Weimar – Kindervereinigung Weimar e.V.

„Lern- und Lebensort Schule“ – Case Management an der Thüringer Gemeinschaftsschule Weimar - AWO-Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V.

„Brennpunkt Berufsschule“ – Case Management am Staatlichen Berufsbildendungszentrum Weimar (BBZ) - Handwerks- Bildungszentrum Weimar e.V.

„Zirkus im Quartier“ – Mikroprojekt des Kinder- und Jugendzirkus TASIFAN – Kindervereinigung Weimar e.V.

„Team Taff“ – Mikroprojekt am Stattlichen Regionalen Förderzentrum – JUL gGmbH

Lokaler Aktionsplan Weimar – Förderung von Projekten zur Demokratiestärkung und Rechtsextremismusprävention

Unsere Demokratie muss jeden Tag neu mit Leben gefüllt werden. Sie braucht Menschen, die eine demokratische Kultur vor Ort leben und sie gestalten. Um diese Menschen zu stärken, gibt es das Bundesprogramm "Demokratie leben!" und das Thüringer Landesprogramm „Denk bunt!“

Die Umsetzung des Programms in Weimar erfolgt über den Lokalen Aktionsplan (LAP).

Dieser stärkt das Verständnis für Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In den geförderten Projekten geht es um grundlegende Prinzipien wie Gleichwertigkeit, Rechtsstaatlichkeit, den Schutz der Menschenrechte und gesellschaftliche Teilhabe. Insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden unterstützt, ihre Teilhabe- und Mitbestimmungsrechte wahrzunehmen.

Mit dem Programm werden Ansätze erarbeitet, um allen Menschen unabhängig u.a. von ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung ein diskriminierungsfreies und friedliches Leben zu ermöglichen. Deshalb setzen sich die geförderten Projekte z.B. mit ausgewählten Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie mit Diskriminierungen auseinander und unterstützen die Anerkennung von Vielfalt. Ziel ist es, dass unsere Gesellschaft Vielfalt als Chance begreift und die damit verbundenen Widersprüche und Konflikte konstruktiv bearbeitet.

Der LAP will die Entstehung demokratie- und menschenfeindlicher Haltungen sowie extremistischer Einstellungen verhindern und Radikalisierungsprozesse frühzeitig unterbrechen. Das schließt jede Form von Extremismus ein.

Ziele des Lokalen Aktionsplans Weimar sind die Stärkung der Demokratie, des zivilgesellschaftlichen Engagements und einer Kultur des respektvollen Miteinanders in Weimar. Dazu arbeiten Verwaltung, Träger der Jugendhilfe, Kirche, Bürger:innenbündnis gegen Rechtsextremismus, Parteien, Studierende u.v.m. zusammen. Auf gesellschaftliche oder soziale Problemlagen in den Stadtteilen wird gemeinsam nach Lösungsansätzen gesucht und Strategien entwickelt um letztlich eine demokratische, tolerante und weltoffene Gesellschaft zu fördern.

Wie kann man sich beteiligen?

Nichtstaatliche Organisationen, wie z.B. Vereine, Verbände, können eine Förderung von Projekten beantragen.

Über die Projektanträge entscheidet der Begleitausschuss auf Grundlage der Leitlinie "Bundesweite Förderung lokaler Partnerschaften für Demokratie" und der "Fördergrundsätze des Begleitausschusses des Lokalen Aktionsplans Weimar". Der Ausschuss setzt sich aus zivilgesellschaftlichen und staatlichen Vertreter:innen zusammen.

Jugendinitiativen haben die Möglichkeit im Rahmen des Wettbewerbs „Kohle für coole Ideen“ eigene Projektideen einzureichen. Über diese Anträge entscheidet ein Jugendgremium.

Ansprechpartner:

Alle Antragsteller können sich an die Koordinierungs- und Fachstelle wenden. Sie berät bei Fragen zur Antragstellung und bei der Planung und Umsetzung von Projektideen.

bei der Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

A.Thiele - 03643-827109 thiele@ejbweimar.de

bei der Stadt Weimar: Detlef Fengler – detlef.fengler@stadtweimar.de, 03643-762918


Rechtsgrundlagen (allgemein)

Achtes Sozialgesetzbuch, Thüringer Kinder- und Jugendhilfe Ausführungsgesetz 

Richtlinie Schulsozialarbeit Thüringen

 

Fachliche Empfehlungen Schulsozialarbeit Thüringen

Zuständige Organisationseinheit(en)

Ansprechpartner

    Andreas Keune (Projektkoordination Jugend Stärken im Quartier)
    Email: jugendfoerderung@stadtweimar.de
    Telefon: (03643) 762-557
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    Detlef Fengler (Projektkoordination LAP)
    Email: jugendfoerderung@stadtweimar.de
    Telefon: (03643) 762-918
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    Andrea Glück (Koordination Schulsozialarbeit/Gesetzl. Kinder- und Jugendschutz)
    Email: jugendfoerderung@stadtweimar.de
    Telefon: 03643 - 762 538
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    Christiane Renda (Koordination Schulsozialarbeit)
    Email: jugendfoerderung@stadtweimar.de
    Telefon: 03643 - 762 769
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