Presse
weimar.deStadtAktuellWeimarer Wirtschaftspreis 2019 verliehen

Weimarer Wirtschaftspreis 2019 verliehen

Festakt im congress centrum weimarhalle: Zwei Unternehmen ausgezeichnet

Foto: Stadt Weimar/Die Preisträgerinnen und Preisträger des Weimarer Wirtschaftspreises 2019 (v.l.n.r.): Dr. Heinrich Berr, Henry Börner (Geschäftsführung Weimar Werk GmbH), Michaela Erdmann, Paul Erdmann (Steinmetz und Steinbildhauer Erdmann, Bad Berka)

In der Kategorie erfolgreiche Strategien der Fachkräftesicherung und des Personalmanagements wurde die Weimar Werk GmbH ausgezeichnet, für die erfolgreiche Gestaltung der Unternehmensnachfolge geht der Preis an den Steinmetz und Steinbildhauerbetrieb Erdmann aus Bad Berka. Die Jury wählte die Ausgezeichneten unter den von den sechs Stiftern nominierten Unternehmen aus. Die Preisträger stehen für erfolgreiche Produkte und unternehmerischen Mut. Gleichzeitig sind sie ein Abbild der Vielfalt der Wirtschaftsregion Weimar & Weimarer Land. Sowohl produzierendes Gewerbe als auch Dienstleister, Handwerksbetriebe und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft waren unter den nominierten Firmen vertreten. Viele von ihnen sind über die Grenzen Thüringens hinaus tätig.

Traditionsreich und zukunftsorientiert

Hans-Georg Dorst, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mittelthüringen, zeichnet als einer der Stifter das Unternehmen Weimar Werk GmbH in der Kategorie erfolgreiche Strategien der Fachkräftesicherung und des Personalmanagements aus. In seiner Laudatio würdigt er zunächst den unternehmerischen Mut des Schwesterunternehmens zur Rettung des Weimarer Standortes im Jahr 2006. Preiswürdig in heutiger Zeit sind die Anstrengungen zur Ausbildung und Umschulung von Menschen mit Migrationshintergrund – zum Beispiel aus Syrien, Eritrea, dem Iran und dem Irak, die mittlerweile eine wesentliche Rolle bei der Mitarbeitergewinnung spielen. Aktuell leisten zehn ausländische Mitarbeiter ihren Beitrag dazu, dass das Unternehmen erfolgreich arbeiten kann. Das Stahl- und Maschinenbauunternehmen wurde so durch die Entschlossenheit und die Weitsicht der Geschäftsführer und die Treue der Belegschaft vom Landmaschinenbetrieb VEB Weimar-Werk durch schwierige Jahre hindurch zu einem erfolgreichen, zukunftsorientierten Unternehmen, das heute vollkommen verdient den Weimarer Wirtschaftspreis erhält.

Unternehmensnachfolge mit vielfältiger Unterstützung

Die Landrätin des Kreises Weimarer Land, Christiane Schmidt-Rose, zeichnet für das Meistern der Unternehmensnachfolge unter schwierigen Bedingungen das Unternehmen Steinmetz Erdmann, Steinmetz und Steinbildhauer aus Bad Berka aus. Der Betrieb begeht in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen bereits in der fünften Generation. Nach einem Schicksalsschlag im Jahre 2017, als Vater Thomas Erdmann nach kurzer schwerer Krankheit verstarb, musste sein Sohn, der angehende Steinmetz Paul Erdmann, entscheiden, ob er mit 20 Jahren den Betrieb weiterführen kann. Gewürdigt wird der Mut des jungen Chefs, die Unterstützung durch seine Mutter, die fachlichen Leistungen des Vorarbeiters und der Belegschaft sowie die unbürokratische Hilfe von Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer. Für den nominierenden Stifter, die Wirtschaftsförder-Vereinigung Apolda-Weimarer Land e.V., war die geglückte Gestaltung dieses ungeplanten Übernahmeprozesses, die Parallelität von Meisterausbildung, Anpassung des Leistungsbildes und Fortführung des Tagesgeschäfts ausschlaggebend für die Auszeichnung.

Die Festrede von Prof. Dr. Michael Behr, Abteilungsleiter Arbeit und Qualifizierung im Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie mit dem Titel „Wer ständig jammert, kriegt nie Besuch. Warum Thüringen viele Gründe hat, andere zu sich einzuladen“ schlägt einen Abriss der zentralen Entwicklungstrends der letzten drei Jahrzehnte mit Ausblick auf das vor uns liegende vierte Jahrzehnt im Freistaat Thüringen. Der Redner sieht angesichts der guten Arbeitsmarktkennziffern die Chance, dass Thüringen eines der am besten integrierten Arbeitsgesellschaften in Europa wird. Dazu ist der Freistaat allerdings gezwungen, das zuwanderungsfreundlichste aller Bundesländer zu werden, will es seine wirtschaftliche Kraft und seine Lebensqualität erhalten.