Presse
weimar.deStadtAktuellWeimarer Menschen­rechts­preis­träger in Haft

Weimarer Menschen­rechts­preis­träger in Haft

Die Stadt Weimar ist tief betroffen von der Festnahme des Weimarer Menschen­rechts­preisträgers von 2011, Biram Dah Abeid, und wird über die ihr zur Verfügung stehenden Mittel alles versuchen, dass Biram Dah Abeid und seine Mitarbeiter unverzüglich wieder in Freiheit gelangen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die sofortige Freilassung von elf Menschen­rechtlern, die am 11. November 2014 in Mauretanien festgenommen wurden. Unter ihnen befindet sich auch der Träger des Menschenrechtspreises der Vereinten Nationen 2013 und des Weimarer Menschen­rechts­preises 2011, der Anti-Sklaverei-Aktivist Biram Dah Abeid.

"Die Verhaftung der Bürgerrechtler ist ein schwerer Rückschlag im Kampf gegen Sklaverei in Mauretanien", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am 12. November 2014. "Wir befürchten, dass Biram Dah Abeid nur unter einem Vorwand festgenommen wurde. Er ist Präsident der Anti-Sklaverei-Organisation 'Initiative zur Wiederbelebung der Abschaffungs­bewegung' IRA und ein unbequemer Mahner im Kampf gegen die Sklaverei. Deshalb soll er mund­tot gemacht werden."

Festnahme bei Protestaktion gegen Sklaverei und Landraub

Die Bürgerrechtler waren am Morgen des 11. November 2014 bei einer Protestaktion gegen Sklaverei und Landraub in dem Ort Chgara in der Nähe der Stadt Rosso im Süden des Landes festgenommen worden. Sie hatten an einem von neun mauretanischen Menschen­rechts­organisationen organisierten Protestzug gegen Sklaverei und Landraub in ländlichen Gebieten Mauretaniens teilgenommen. Der Protest­zug war am 7. November 2014 rund 200 Kilometer südlich der Stadt Rosso gestartet und hatte in vielen Dörfern Station gemacht, um über die anhaltende Sklaverei zu informieren. Wenige Kilometer vor Rosso sollte der IRA-Präsident Biram Dah Abeid zu den Demonstranten stoßen und gemeinsam mit ihnen in seine Geburtsstadt Rosso ziehen. Dort wollten die Bürgerrechtler der lokalen Verwaltung einen offenen Brief an Staats­präsident Abdel Aziz übergeben, in dem sie eine umfassende Landreform fordern.

Die lokalen Behörden hatten dem Demonstrationszug das Betreten der Stadt verboten. Als sich die Bürger­rechtler Rosso trotzdem näherten, setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen. Zugleich nahmen sie Biram Dah Abeid, seinen Stellvertreter Brahim Bilal Ramdhane, die vier IRA-Mitglieder Khattri Rahel, Dah Boushab, Cheikh Vall, Abidine Matalia und die fünf Mitglieder lokaler Menschenrechtsgruppen Samba Diagana, Fatis Cheikhna, Mohamed Allouche, Hassane Mahmoud und Djiby Sow fest. Biram Dah Abeid musste im Jahr 2012 bereits mehrere Monate in Haft verbringen, nachdem er bei einem Protest gegen Sklaverei fest­genommen worden war.

mehr zum Weimarer Menschenrechtspreis