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Menschenrechtspreis 2019 der Stadt Weimar geht an Frauen aus Marokko und Sudan

Die Menschenrechtsaktivistinnen Laila Fakhouri (Saharaui aus der Westsahara) und Ihsan Fagiri (Sudan) werden mit dem Menschenrechtspreis 2019 der Stadt Weimar geehrt.

Logo des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar (Quelle: Stadt Weimar)

Der Weimarer Stadtrat bestätigte in seiner Sitzung am 11. September 2019 die Vorschläge des Vergabebeirates des Menschenrechtspreises. Dieser hatte zuvor im Juni entschieden, im 25. Jahr des Bestehens des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar zwei Preise zu vergeben. Es gab 11 Nominierungen.


In der Begründung des Stadtratsbeschlusses heißt es:
„Der Vergabebeirat Menschenrechtspreis hat in seiner Sitzung am 21.06.2019 aus den eingereichten Vorschlägen Laila Fakhouri und Ihsan Fagiri für den diesjährigen Menschenrechtspreis ausgewählt.
Laila Fakhouri setzt sich seit ihrer Kindheit für die Rechte des sahaurischen Volkes ein, das noch immer durch die Vorherrschaft Marokkos diskriminiert wird.  Sie gehört zu einer jungen Generation Sahauris, die mit friedlichen und juristischen Mitteln für das Recht ihres Volkes auf Anerkennung kämpfen. Trotz ständiger Drohungen und Repressalien, denen sie und ihre Familie ausgesetzt sind, engagiert sie sich als Prozessbeobachterin, Übersetzerin, Vermittlerin, Aktivistin und Botschafterin für inhaftierte sahaurische Aktivisten der Studentenbewegung. Laila Fakhouri riskiert dabei vielfach ihr Leben. Als einzige weibliche Menschenrechtsaktivistin ist sie stets ein einfaches Ziel der Polizei. So wurde sie bereits verhaftet, war mehrfach Verhören ausgesetzt und muss jederzeit mit weiteren Repressalien rechnen.

Ihsan Fagiri setzt sich als Gründerin der Menschenrechtsorganisation „No to Women’s Oppression“ seit Langem für Frauenrechte ein und klagt seit Jahren Menschenrechtsverletzungen auf Grund der Scharia oder wegen Völkermordes an. Besonders mutig ist ihr Engagement für Frauen, die Opfer von Vergewaltigungen als Kriegswaffe wurden. Sie gilt als eine der zentralen Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft im Sudan, die mit friedlichen Protesten im April 2019 den Sturz des seit 30 Jahren amtierenden Diktators Bashir erreicht haben. Frau Fagiri und viele andere Frauen setzten trotz willkürlicher Verhaftungen (zuletzt im Januar/ Februar 2019) ihre friedlichen Proteste fort. Trotz allem ist sie weiterhin starker Bedrohung ausgesetzt, da ein führender Milizen- Chef des zurzeit regierenden Militärrates einer der gefährlichsten Widersacher für die Menschenrechtlerin ist.
Mit der Verleihung des Menschenrechtspreises  ehrt die Stadt Weimar zwei Frauen für ihr selbstloses und unermüdliches Engagement für die Menschen- und Frauenrechte. Gleichzeitig soll ihnen der Preis einen gewissen Schutz durch die große Öffentlichkeit geben.“

Laila Fakhouri wurde von terre des hommes Deutschland e. V. und Ishan Fagiri von der Gesellschaft für bedrohte Völker e. V. nominiert. Beide Aktivistinnen haben mit großer Freude auf die Auszeichnung durch die Stadt Weimar reagiert und ihr Kommen zur Preisverleihung am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, zugesagt.

Zitat Laila Fakhouri: „I humbly and proudly accept the human rights award of the city of Weimar. I am also very grateful for receiving this award, as it will mean a lot to my safety and give me the strength to continue and to advocate for the release of my fellow students and the freedom of my country.“
(Übersetzung: „Mit Demut und Stolz nehme ich den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar entgegen. Ich bin sehr dankbar für diese Auszeichnung, denn sie bedeutet viel für meine Sicherheit und gibt mir die Kraft, weiterzumachen und mich für die Freilassung meiner Kommilitonen und die Freiheit meines Landes [Westsahara] einzusetzen.“).

Der Preis ist mit 5.000€ dotiert. Dank engagierter Spender konnte für dieses Jahr das Preisgeld verdoppelt werden.

Weitere Informationen zum Menschenrechtspreis der Stadt Weimar erhalten Sie hier: www.menschenrechtspreis.de