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Menschenrechtspreis 2015 geht an die philippinische Ordensfrau Stella Matutina

Die katholische Ordensfrau Stella Matutina wird für ihren lebensbedrohlichen Einsatz für die Rechte der Bewohner der philippinischen Insel Mindanao mit dem Weimarer Menschenrechtspreis 2015 ausgezeichnet.

Das hatte der Stadtrat in seiner nicht öffentlichen Sitzung am 8. Juli beschlossen. Er folgte damit der Empfehlung des Vergabebeirates des Weimarer Menschenrechtspreises, der sich für einen Vorschlag des Hilfswerkes Missio ausgesprochen hatte. Schwester Matutina, 47 Jahre alt, wird zur Preisverleihung im Dezember in Weimar erwartet.

Aus der Begründung des Stadtrates:

„Die philippinische Ordensfrau Stella Matutina prangert schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen in ihrer Heimat an, die in Zusammenhang mit dem Goldabbau internationaler Konzerne auf der philippinischen Insel Mindanao stehen. Die Zahl der Menschenrechtsverletzungen gegenüber der indigenen Bevölkerung Mindanaos, verursacht durch Militär und paramilitärische Einheiten, hat in den letzten beiden Jahren mit über einhundert Getöteten dramatisch zugenommen. Die katholische Ordensfrau Stella Matutina setzt sich mit außergewöhnlichem Engagement für die Rechte der einheimischen Bevölkerung ein, obwohl sie wegen ihres Einsatzes selbst permanenter Bedrohung ausgesetzt ist.“

Über den Weimarer Menschenrechtspreis:

Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar wird seit 1995 einmal jährlich an Personen oder Organisationen vergeben, die sich einsetzen für:

- die Freiheit und Gleichheit aller Menschen,
- die Verhütung und Ächtung von Völkermord,
- das Recht auf freie Meinungsäußerung des Einzelnen und auf freie Informationen,
- die Beteiligung von Menschen an öffentlichen Angelegenheiten ihres Staates,
- die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie die Durchführung von freien, geheimen und periodisch wiederkehrenden Wahlen,
- die Achtung und Bewahrung von politischen, ethnischen, kulturellen und religiösen Rechten von Minoritäten,
- politisch, geschlechtsspezifisch, religiös und rassisch Verfolgte und die für diese Menschen Lebensperspektiven im Heimat- oder Aufnahmeland eröffnen,
- die Abschaffung der Todesstrafe,
- die Minimierung von Waffen- und Rüstungsexporten in Krisengebieten und an nicht demokratisch legitimierte Regierungen,
- die Umsetzung von zukunftsweisenden politischen und ethischen Grundsätzen,
- die Rechte von Kriegsopfern und anderen Opfern von Gewalt.

Die Verleihung findet am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, in festlichem Rahmen statt.

Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ging im vergangenen Jahr an die beiden entführten syrischen Erzbischöfe Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi, die sich für Frieden und Versöhnung im Bürgerkriegsland eingesetzt hatten. Von ihnen fehlt bis heute jede Spur.

www.menschenrechtspreis.de