Presse
weimar.deStadtAktuellJahresrückblick 2018: Feuerwehr

Jahresrückblick 2018: Feuerwehr

Unwettereinsätze waren wieder Schwerpunkt

"Foto: Stadt Weimar/Unwetter im August"

Die sieben Freiwilligen Weimarer Feuerwehren und die Berufsfeuerwehr sind 2018 zu rund 1.500 Einsätzen ausgerückt, davon rund 310 Brandeinsätze. Der Großteil des Einsatzaufkommens erfolgte im Bereich der technischen Hilfeleistung mit ca. 1.200 Einsätzen.

Die Freiwilligen Feuerwehren Weimars kamen mit über 3.200 Einsatzstunden bei rund 400 Einsätzen, davon 200 Brandsicherheitswachen, zum Einsatz. Zudem ist die Berufsfeuerwehr im Rettungsdienst mit einem Fahrzeug in der Notfallrettung tätig. Hier wurden bis zum Jahresende ca. 3.300 durchgeführte Einsätze von den Feuerwehrbediensteten sichergestellt.

2018 konnte die Feuerwehr Weimar bei Einsätzen über 60 verletzten Personen helfen.

Als Einsätze größeren Umfangs sind die wetterbedingten Einsätze Ende Januar und im August, sowie der Einsatz in Weimar West mit mehreren betroffenen Personen durch Reizgas zu nennen. Die Sturmeinsätze forderten auf Grund der hohen Fallzahlen jeweils den Einsatz aller Einheiten der Feuerwehr Weimar. Nicht alltäglich war auch die Rettung bzw. das Einfangen eines Hirsches im Bereich der Paul-Klee-Straße. Zu den größeren Bränden zählten in 2018 die Einsätze bei der ehemaligen Musikhütte in Possendorf, in einem Holzlagerschuppen der Orangerie in Belvedere, der Dachstuhlbrand in der Thomas-Müntzer-Straße sowie der Brand mit tragischem Ausgang in der Mozartstraße in der Silvesternacht. Durch den trockenen Sommer häuften sich dieses Jahr ebenfalls die Vegetationsbrände.

Die feuerwehrtechnische und rettungsdienstliche Vorbereitung von verschiedenen Versammlungen und Veranstaltungen blieb auch in diesem Jahr fester Bestandteil der Arbeit, beispielhaft sei hier der Besuch des EU-Kommissars für Katastrophenschutz, Herr Stylianides, und der jährliche Zwiebelmarkt genannt.

Neben dem Übungsdienst und dem Einsatzgeschehen hatte die Feuerwehr Weimar zahlreiche andere Aufgaben zu bewältigen. Im Rahmen des Vorbeugenden Brandschutzes hat die Feuerwehr Weimar 13 Ausbildungsveranstaltungen zum Thema Brandschutzhelfer incl. Handhabung von Feuerlöschgeräten durchgeführt. Dabei haben die 151 Teilnehmer die Ausbildung Brandschutzhelfer erfolgreich bestanden und ein Zertifikat erhalten.

Am Standort der Berufsfeuerwehr wurden über 50 Kinderführungen zur Brandschutzerziehung durchgeführt.

Im Bereich der notärztlichen Ausbildung wurden 50 Teilnehmer bei insgesamt zwei Lehrgängen befähigt oder fortgebildet um in der Notfallrettung als Notarzt oder Leitender Notarzt tätig zu sein. Im Rahmen der feuerwehrtechnischen Ausbildung konnte die Berufsfeuerwehr 191 Kameradinnen und Kameraden bei 17 Lehrgängen aus den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Weimar aus- und fortbilden.

Die Arbeit in der Weimarer Arbeitsgruppe Notfallverbund wurde weiter ausgebaut. Das Land Thüringen hat das örtliche Konzept von Museumsverband, Kulturrat Thüringen, Landesarchive Thüringen und der Feuerwehr Weimar als Musterbeispiel für eine Initiative für landesweite Notfallverbünde aufgenommen und fördert deren Entwicklung, wobei die Feuerwehr Weimar als Kompetenzzentrum für die Thüringer Feuerwehren gilt. Mit Weimarer Unterstützung wurde das Konzept der Notfallausrüstung zur Rettung von Kulturgut auf nun fünf Standorte in Thüringen ausgebaut, wobei im Jahre 2019 Weimar einen Gerätewagen Kulturgutschutz erhalten wird.

Weitere Aufgaben waren die Beteiligungen und Stellungnahmen zu Baugenehmigungsverfahren, Gefahrenverhütungsschauen sowie die Unterstützung bei Räumungsübungen.

Mit neuer Fahrzeugtechnik wurde auch in diesem Jahr der Katastrophenschutz der Stadt Weimar ausgestattet. Der Freistaat Thüringen hat zwei Mannschaftstransportwagen (MTW) beschafft und diese im November 2018 an die Stadt Weimar übergeben. Ihren Einsatz finden die MTW in den Sanitäts- und Betreuungszügen des Thüringer Katastrophenschutzes. Bereits im Februar erfolgte die offizielle Übergabe eines neuen Löschgruppenfahrzeuges (LF20KatS) an die Freiwillige Feuerwehr Weimar-Schöndorf. Auch dieses Fahrzeug wurde vom Freistaat Thüringen für den Einsatz im Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt. Aber auch die Stadt Weimar selbst hat einen neuen Rüstwagen (RW) für größere technische Einsätze beschafft und den alten RW aus dem Jahr 1989 in den verdienten Ruhestand geschickt.

Als besondere Herausforderung für 2019 wird die Umstellung der Funktechnik von Analog- auf Digitalfunk gesehen. Hier ist die Umrüstung der Feuerwehreinsatzzentrale, der Fahrzeuge der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes und die entsprechende Ausbildung aller Kameradinnen und Kameraden erforderlich.

Die Weimarer Jugendfeuerwehren haben sich in 2018 vergrößert. Seit November 2018 sind nunmehr in allen Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Weimar Jugendabteilungen vorhanden. Mit den neuen Mitgliedern in Tiefurt sind aktuell 84 Kinder und Jugendliche in der Feuerwehr Weimar organisiert.

Ein besonderes Augenmerk lag auch in diesem Jahr auf einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr, welche sowohl für die Jugendfeuerwehr als auch für die Einsatzabteilung der Mitgliedergewinnung dienen sollte. Die Freiwilligen Feuerwehren gewährten z.B. bei Stadt- und Ortsteilfesten, zum Kindertag oder zu Tagen der offenen Tür in Schulen Einblick in ihre Arbeit. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren engagierten sich bei rund 30 Terminen. Der Tag der offenen Tür der Feuerwehr Weimar fand in 2018 am Feuerwehrgerätehaus in Tiefurt statt. Bereits hier wurde die Werbetrommel für die Gründung der Jugendfeuerwehr im Ortsteil gerührt.

Zur Zeit sind über 320 Kameradinnen und Kameraden in der Feuerwehr Weimar in den einzelnen Abteilungen wie Jugendfeuerwehr, Einsatzabteilung Berufsfeuerwehr, Einsatzabteilung Freiwillige Feuerwehr und Alters- und Ehrenabteilung Freiwillige Feuerwehr organisiert. Damit haben sich die Mitgliederzahlen auf einen festen Wert eingepegelt.

Die hohe Einsatzbereitschaft der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren ist im Wesentlichen auch Ergebnis des Engagements vieler Arbeitgeber, welche durch Freistellung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Einsätzen und Fortbildung dieses erst ermöglichen.