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weimar.deStadtAktuellHaus der Demokratie in Weimar: Weimarer Republik e.V. und Stadt Weimar starten öffentlichen Diskussionsprozess

Haus der Demokratie in Weimar: Weimarer Republik e.V. und Stadt Weimar starten öffentlichen Diskussionsprozess

Der Weimarer Republik e.V. hat gemeinsam mit der Stadtverwaltung Weimar einen öffentlichen Diskussions­prozess darüber angestoßen, in welcher Weise und wo in der Stadt eine angemessene Erinnerungsstätte an die Weimarer Republik als erster deutscher Demokratie entstehen soll.

"Diese Diskussion sollte jetzt geführt werden, damit noch genügend Zeit bleibt, um im Jubiläumsjahr 2019 eine angemessene Würdigung der Ereignisse am Ort ihres Geschehens erfolgen zu lassen", erklärt Vereins­vorsitzender Prof. Michael Dreyer. Ziel ist es, bis zum Frühjahr 2016 zu einem auf breiter Basis abgestimmten Vorschlag zu Inhalt, Titel und Standort eines Hauses der Demokratie in Weimar zu gelangen, der es ermöglicht, im Anschluss die Finanzierung und Umsetzung des Projekts zu organisieren.

Zunächst wird über die Inhalte der Erinnerungsstätte debattiert

Damit der Diskussionsprozess erfolgreich verlaufen kann, soll eine sinnvolle thematische Aufreihung vorgenommen werden. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Form dem Inhalt folgt. Zunächst wird also über die Inhalte der Erinnerungsstätte debattiert. Wenn hierüber Klarheit herrscht, dann kann über den besten Ort für dieses Vorhaben diskutiert werden. Die Diskussion wird in beiden Phasen einerseits aus einem Austausch unter Fachexperten bestehen und andererseits aus einem Diskurs in der Öffentlichkeit, der Ideen und Anregungen der Bürger aufgreift. Beide Kommunikationsstränge werden miteinander verwoben, insbesondere dadurch, dass der Fachaustausch zuerst stattfindet und im anschließenden öffentlichen Diskurs dessen Ergebnisse als Grundlage genutzt werden können.

In den öffentlichen Diskussionsprozess sollen möglichst viele Bürger und Akteure eingebunden werden. Deshalb ist es notwendig, ihn auf mehreren Ebenen zu führen. Dadurch ist gewährleistet, dass alle interessierten Bürger die Möglichkeit haben, sich in den Prozess einzubringen. Als Instrumente werden Expertenkolloquien, öffentliche Bürgerforen, Informationen über den Rathaus­kurier der Stadt Weimar und über die lokalen Medien, Info- und Diskussionsstände in der Weimarer Innenstadt sowie eine Informations- und Diskussionsplattform im Internet zum Einsatz gelangen.

Auftakt des Diskussionsprozesses am 29. Oktober 2015

Als Moderator des Diskussionsprozesses konnte Hartmut Kaczmarek gewonnen werden. Der erfahrene Journalist war viele Jahre lang Chefreporter und stellvertretender Chefredakteur der in Weimar erscheinenden Thüringischen Landeszeitung und arbeitet gegenwärtig als Pressesprecher des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Thüringen. "Herr Kaczmarek kennt sich gut mit dem Thema aus und ist der Region eng verbunden. Zugleich bringt er die für eine Moderation notwendige Neutralität mit", betont Prof. Michael Dreyer. Er lädt alle Verantwortlichen, Akteure und Bürger Weimars dazu ein, sich am Diskussionsprozess zu beteiligen. Dazu hat der Verein auf der Internetplattform www.weimarer-republik.net einen eigenen Bereich geschaffen, in dem Informationen abgerufen und Meinungen ausgetauscht werden können.

Den offiziellen Auftakt in der Veranstaltungsreihe des Diskussionsprozesses gibt es am Donnerstag, 29. Oktober 2015, mit einem Expertenkolloquium zum Inhalt eines Hauses der Demokratie. Am Dienstag, 17. November 2015, wird das Thema dann in einem öffentlichen Bürgerforum erörtert.