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Flüchtlingssituation in Weimar

Weltweit sind zurzeit 52 Millionen Menschen auf der Flucht. Sie verlassen nicht freiwillig ihre Heimat, sondern kommen zum Teil aus Kriegsgebieten, zerstörten oder wirtschaftlich armen Ländern mit sehr hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Unsicherheit.

Oft wagen junge Menschen die Flucht, weil sie keinen Zugang zu Bildung haben und keine Perspektiven sehen. Nach oftmals monate­langer Flucht kommen sie mit großen Hoffnungen auf ein neues Leben in unser Land. Angesichts des Weltgeschehens wird der Zustrom von Flüchtlingen wohl keine zeitweilige Angelegenheit sein. Trotz der steigenden Zahlen kann aber, gemessen an den Gesamtzahlen, nur von einer kleinen Menschengruppe gesprochen werden: Im Jahr 2014 wurden in Deutschland rund 202.000 Asylanträge gestellt.

Die Flüchtlinge werden nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel, der die Wirtschaftskraft und Einwohnerzahlen berücksichtigt, auf die Bundesländer verteilt. So muss jede Kommune/‌‌jeder Landkreis in Thüringen derzeit rund 2,8 % der Flüchtlinge aufnehmen.

Weitere Unterkünfte werden benötigt

In Weimar werden seit Februar 2015 ca. 15 Menschen wöchentlich aufgenommen. Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerberinnen und -bewerber ist auf ca. 400 gestiegen. Gut 60 % von ihnen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 0 bis 27 Jahren.

Das Flüchtlingswohnheim reicht schon längst nicht mehr aus, so dass inzwischen ungefähr 80 dezentrale Wohnungen angemietet wurden. Eine dezentrale Unterbringung bedeutet für die Menschen eine große Chance auf Integration und ein eigenständiges Leben.

Das Landesverwaltungsamt hat der Stadt gegenüber signalisiert, dass sich die Zahlen bis zum Jahresende auf keinen Fall verringern werden, so dass weitere Unterkünfte geschaffen werden müssen.

Da Oberbürgermeister Stefan Wolf und Bürgermeister Peter Kleine dieser Aufgabe hohe Priorität einräumen, rufen sie Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer auf, dazu beizutragen, dass die Menschen in unserer Stadt ein neues Zuhause finden, indem sie freie Wohnungen zur Verfügung stellen. Die Stadt­verwaltung mietet die Wohnungen an, richtet sie mit Unterstützung der Weimarer Wohnstätte und anderer Firmen ein und kommt für die Betriebskosten auf.

Engagement und Sachspenden sind gefragt

Auch ehrenamtliches Engagement und Sachspenden sind nach wie vor gefragt und wichtig. An jedem dritten Mittwoch im Monat treffen sich ehrenamtlich Engagierte unter dem Dach der Caritas, Tel.: 03643 497981. Sachspenden können bei der Weimarer Tafel, Georg-Haar-Straße 14, Tel.: 03643 850171, abgegeben bzw. bei Bedarf abgeholt werden.

Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur mit der Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger, Institutionen und Unternehmen erfüllt werden kann. Hilfestellungen und Angebote der Bevölkerung Weimars zugunsten der Flüchtlinge nimmt die Koordinatorin der Flüchtlings­arbeit, Ulrike-Lilly Kossmann, Tel.: 03643 762-298, entgegen.

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