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weimar.deStadtAktuellErster "Stolperstein für Weimar"

Erster "Stolperstein für Weimar"

Heute wird in Weimar, Marienstraße 16, der erste "Stolperstein" für einen Verfolgten des Naziregimes gesetzt. Er ist dem jüdischen Cellisten Eduard Rosé (1859-1943) gewidmet, der im Alter von 82 Jahren nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er am 24. Januar 1943 starb.

Bei der Aktion "Stolpersteine" handelt es sich um ein Kunstprojekt von Gunter Demnig (Köln), der 1997 den ersten "Stolperstein" in Berlin setzte. Gunter Demnig (geb. 1947 in Berlin) hat Kunstpädagogik und freie Kunst studiert und lebt in Köln. 1993 hat er den Entwurf des Kunstprojektes Stolpersteine vorgelegt; 1997 wurde der erste Stein in Berlin verlegt (nicht genehmigt, später legalisiert). Gunter Demnig erhielt 2005 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für das Projekt Stolpersteine.

Oberbürgermeister Stefan Wolf betonte bei der Setzung des Steines: "Ich bin sehr froh, dass es gerade in dem Jahr, wo sich der Jahrestag der Gründung des KZ Buchenwald zum 70. Male jährt, gelungen ist, mit dem Projekt "Stolperstein für Weimar" ein Zeichen zu setzen. Der Dank dafür gebührt vor allem einem Initiativkreis, dem das Bürgerbündnis gegen Rechts, die Netzwerkstelle, das Soziokulturelle Zentrum Gerberstraße und die Stattreisen angehören, und Ihnen, Herr Jonny Thimm – vielen Dank für Ihr Engagement! Die Stadt übernimmt gern die Patenschaft für diesen ersten Stolperstein."

Nachdem der Stein durch den Künstler gesetzt wurde, erinnerte Dr. Bernhard Post (Thüringisches Hauptstaatsarchiv) an Leben und Schaffen des Musikers.

Zum Kunstprojekt:

Stolpersteine ist ein "Kunstprojekt für Europa" des Künstlers Gunter Demnig (Köln). "Ein Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig hält" (G. Demnig).

Ziel ist es, an Weimarer Bürger und Bürgerinnen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, zu erinnern. Etwa zehn mal zehn Zentimeter große Quader werden hierfür mit einer Messingplatte versehen, in die ein Schriftzug "Hier wohnte ..." mit den Lebensdaten des NS-Opfers eingraviert ist. Diese 'Stolpersteine' werden im Bürgersteig vor dem letzten Wohn- oder Arbeitsort der jeweiligen Person vom Künstler eingesetzt. Für einen Stolperstein soll eine Patenschaft durch Einzelpersonen oder Institutionen übernommen werden; die Kosten für eine solche Patenschaft betragen 95 Euro. Das Kunstprojekt Stolpersteine existiert bislang in mehr als 190 Städten.

Weitere Informationen: