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Ein Fest zur Übergabe Jakobstraße

Am 18. Oktober wird die offizielle Übergabe des Platzes an die Öffentlichkeit mit Zwiebelkuchen und Federweißem von Ariane Burkhardts „kostbar“ am Orte (Jakobstraße, Ecke Grosse Kirchgasse) gefeiert.

Noch ärgert sich der Tattoo-Mann aus der Jakobstraße über das Rest-Granulat am Straßenrand und die letzten Zeichen der monatelangen Baustelle, die den Zugang zu seinem Geschäft im Sommer zu einem kleinen Kunststück machten. Aber auch der Mann vom Piercing-Studio weiß: „Das Gröbste haben wir nun hinter uns!“ Und wenn erst einmal im nächsten Jahr die Kegelbrücke wieder befahrbar ist und der LKW-Verkehr nicht mehr die Abkürzung vom Atrium über die Ferdinand-Freiligrath-Straße bis hier an den Graben sucht, dann wird auch sein neuer breiter gewordener Gehsteig erst richtig zur Geltung kommen.  
Am 18. Oktober aber ist nun erst einmal Übergabe. Die offizielle Übergabe des ganzen Platzes an die Öffentlichkeit. Mit Zwiebelkuchen und Federweißem von Ariane Burkhardts „kostbar“ am Orte (Jakobstraße, Ecke Grosse Kirchgasse) wird dann ein bisschen gefeiert: Dass nun endlich nicht mehr über Pflastersteine und Bauzeiten diskutiert werden muss. Und dass man sich beim Espresso am gemütlichen Platz an der Theke den Blick auf ein Ambiente gönnen kann, wo Mutter, Vater, Kind plus Großmutter und Kegel auf ihrem Weg vom Atrium zum Markt (und retour) gern mal stehen bleiben und einen langen, interessierten Blick zurück zum Kaffeetrinker an der Theke werfen.  
„Einfach aber war die Bauzeit für uns nicht“, sind sich die Anlieger der Jakobstraße, der Wagnergasse und der Freiligrathstraße einig. 18 Monate lang wurde gebaggert und gebuddelt, gepflastert und begrünt und als dann auch noch die Basaltsteine für Weimars historisches Ambiente vier Wochen auf sich warten ließ, war der Ärger groß. Um mit Michael Hoffmann von der „Bioenergetischen Praxis“ an der Wagnergasse zu sprechen: „Wenn Energieströme im Körper nicht richtig fließen, entstehen Blockaden und Disharmonien. Diese können dann ursächlich für Krankheiten sein“. Für städtische Verkehrsströme gilt wohl das Gleiche. Vor allem die neuen Läden hier – wie die „kostbar“ oder eben die „Bioenergetische Praxis“ – haben schwere Zeiten hinter sich. Teilweise habe er seine Kunden von der Autobahn abgeholt, damit sie den Weg zu ihm finden, erzählt Michael Hoffmann. Aber auch die Kunden der Allianz-Versicherungsagentur nebenan baten schon gern einmal: „Kommen Sie doch lieber zu uns nach Hause“.  
Die Zeiten aber haben sich gründlich gewandelt und die Verkehrsströme fließen wieder. Sogar besser als zuvor. Auch darin sind sich eigentlich alle einig. „Der Platz ist optisch wesentlich schöner als vorher“, findet Danielo Plickert vom Musikhaus. Nur die Natur muss noch ein bisschen nachlegen und die neue, vergrößerte Rasenfläche grün machen. Vergrößert ist auch der Gehweg vor Plickerts Geschäft – was sich deutlich bemerkbar macht. Die Leute, die vom Atrium kommen, bleiben stehen, schauen durchs Schaufenster – denn dafür ist es ja da. Mit seinem Rundum-Angebot an Instrumenten oder Studiotechnik ist für das Spezial-Musikgeschäft an der Jakobstraße auch der große Elektronik-Laden im Atrium mit seinem ganz anderen Angebot nicht Konkurrenz sondern eher Bereichung. Die neue Laufstrecke zwischen der nördlichen Innenstadt und dem Markt also hat sich zu ihrem Vorteil entwickelt. 25.000 neue Basaltsteine – eng an eng und „sehr leise“, wie alle anerkennend bemerken – neue und breitere Gehwege mit Mosaikpflaster aus Lausitzer Granit, Kurzzeit-Parkplätze für die Kunden, die sanierten Häuser an der Westseite, die größeren Grünflächen, erneuerte Leitungen oder Anschlüsse für Wasser, Gas, Abwasser, Telefon: Die Ecke Jakobstraße/Freiligrathstraße ist ein Ort zum Verweilen geworden. Dies natürlich nicht zuletzt, weil dafür nun auch die nötigen Sitzgelegenheiten ihren Platz auf dem Gehsteig gefunden haben: mit den netten Holzmöbeln (und Apfel-Bonsais) vor den breiten Fenstern der „kostbar“ und der „Bäckerei Schmidt“ und natürlich auch mit dem besonderen Schmuckstück des Viertels: Walter Sachs’ „Wasserspielpunkt“ in der Ferdinand-Freiligrath-Straße. Ach ja, und noch etwas zum Schluss: Die Stadtverwaltung dankt allen Anwohnern und gewerblichen Anliegern für ihre Geduld beim dem Aushalten von baulich bedingten Einschränkungen in ihrem Umfeld!