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Brunnen auf dem Hauptfriedhof instandgesetzt

GRÜNFLÄCHEN- UND FRIEDHOFSAMT | Der neu sanierte Brunnen in der II. Abteilung des Hauptfriedhofes und damit die verbundene Neugestaltung des Umfeldes ist ein schönes Beispiel, was engagierte Bürgerinnen und Bürger bewirken können.

Der Initiator dieser Maßnahme, Herr Wolfgang Litwa, hat sich direkt an die Friedhofsverwaltung gewandt. Er wurde, wie er es selbst formulierte, durch „den Tod seiner Gattin mit Dingen in Berührung gebracht, die aus seiner Sicht bald einer Veränderung bedürfen“. Damit gemeint waren bestimmte Bereiche der Infrastruktur des Friedhofs, wie z.B. das Innere des Friedhofsgebäudes - „von außen ein Schloss, innen besseres Mittelalter“- und Teile des Wegenetzes. Herr Litwa wollte sich nicht nur einfach darüber beschweren, sondern „dem Gemeinwohl noch einmal uneigennützig dienlich sein“.

Um die eingegangenen Spendengelder gut sichtbar in der Infrastruktur des Friedhofs abbilden zu können, wurde mit ihm abgestimmt, die Gelder zur Instandsetzung des völlig desolaten Brunnens in der II. Abteilung, der selbstverständlich auch ein Stück Kulturgut ist, zu verwenden.

Der Schöpfbrunnen in der II. Abteilung in der Nähe des Friedhofsausgangs an der Karl-Haußknecht-Straße wurde mutmaßlich in den 1920er bis Anfang 1930ger Jahren errichtet. Nach über 100 Jahren war der Brunnen in einem sehr schlechten Zustand. Durch den Wurzeldruck der großen Alleebäume gab es starke Verwerfungen, so dass das gesamte Brunnengefüge große Rissbildungen aufwies und der Brunnen kein Wasser mehr halten konnte. Ebenso konnte die Brunnenschale nicht mehr mit Wasser befüllt werden und die Eisenklammern, mit denen der Brunnen zusammengehalten wurde, verursachten im Stein Korrosionssprengungen. An eine Reparatur des Brunnens war nicht mehr zu denken, hier bestand grundsätzlicher Handlungsbedarf.

Der Brunnen wurde jetzt aufwändig restauriert und an einem neuen Standort innerhalb der II. Abteilung neu errichtet. Durch diese Verschiebung um ca. 8 Meter konnte er aus dem kritischen Wurzelbereich der großen Linden verschoben werden. Im Zuge der Sanierung wurde neben der Erneuerung der technischen Infrastruktur (Wasserleitung, Installationsschacht u.ä.) auch das gesamte Umfeld neugestaltet. Es entstand eine gepflasterte Platzfläche um den Brunnen und ein neuer Abfallsammelplatz, es wurden Eibenhecken als raumbildende Elemente gepflanzt und eine zusätzliche Armatur zum Befüllen der Gießkannen installiert.

Etwa 3.000 Euro an privaten Spendengeldern konnten für dieses Projekt verwendet werden. Die Gelder wurden teilweise von Wolfgang Litwa und seiner Familie selbst sowie von zahlreichen Privat- und Geschäftsleuten gespendet, die Herr Litwa persönlich aufgesucht und diesbezüglich angesprochen hat.

Darüber hinaus wurden aus dem Budget der Friedhofsverwaltung weitere 22.000 Euro für Material und Vergabe von Fremdleistungen (z.B. Steinrestaurator) für dieses Projekt aufgewendet. Die durch die Kollegen der Friedhofsverwaltung erbrachten Eigenleistungen für Planung und die bauliche Umsetzung werden auf ca. 22.000 Euro geschätzt.

An dieser Stelle möchte sich die Stadt Weimar nochmals bei allen Spendern, allen voran Wolfgang Litwa bedanken, welche mit ihrem Engagement hier die Initiatoren dieses Projektes waren, mit der Hoffnung, dass das erreichte Ergebnis allen gefällt.