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Sanierung Schwanseebad

Weitere Informationen zum Schwanseebad und den dortigen Sanierungsarbeiten finden auch auf den Webseiten der StadtWirtschaft Weimar GmbH

Bedeutung des Schwanseebades

Die Anlage des Schwanseebades ist Bestandteil des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Asbach- Grünzug“. Dieses Gartendenkmal der Moderne ist in seiner Ausprägung und in seinem Erhaltungszustand für Thüringen und darüber hinaus einmalig. Bei der Sanierung des Schwanseebades gilt es daher, die Besonderheiten eines solch bedeutenden Denkmals zu berücksichtigen.

Beschreibung der Sanierung

Die Fortführung des Badebetriebes war aufgrund bautechnischer und hygienischer Mängel nicht mehr gesichert. Ein wichtiges Ziel bei der Sanierung der Anlage ist der Erhalt von Gestalt und Form der Wasserbecken, wobei die Wirtschaftlichkeit des Betriebs, die geforderte Wasserqualität und die heutigen Nutzeransprüche zu beachten sind.

Von der  Stadt Weimar wurden über einen sehr langen Zeitraum (seit 2009) immer wieder Fördermittel beantragt. Diese Bemühungen führten schließlich mit der Aufnahme  in das EFRE- Förderprogramm  zur nachhaltigen Stadt- und Ortsentwicklung im Jahr 2016 zum Erfolg.

Die grundlegende Struktur und das Aussehen des Schwanseebades werden nicht verändert. Alle Beckenwände und Beckenböden erhalten  einen neuen Belag aus WU-Beton. Der neue Beckenboden wird auf Mikropfählen punktförmig gelagert. Es werden Einströmkanäle und Überlaufrinnen installiert, um eine optimale Durchströmung der einzelnen Beckenbereiche zu erreichen. Die Größe des Sprungbeckens wird den neusten Richtlinien entsprechend umgebaut.

Schwimmerbecken und Nichtschwimmerbecken werden künftig mit Trinkwasser befüllt. Für die neu zu errichtende Badewassertechnik müssen Aufstellflächen in errichtet werden. Dafür werden im Bereich östlich des Hallenbades, beidseitig der zentralen Treppe, zwei unterirdische Baukörper hergestellt. Das Wasser aus der „Lotte“ wird weiterhin für die Befüllung eines östlich des Freibades gelegenen Zierbeckens genutzt.

Im Schwanseebad gibt es derzeit keinen Planschbereich für die kleinsten Besucher. Um auch dieser Besuchergruppe ein angemessenes Areal anbieten zu können, werden nördlich und südlich des Hallenbades auf den beiden Grünflächen zwei Wasserspielbereiche mit einer Größe von 6 x 6 m angeordnet. Die Anordnung in diesem Bereich bietet den Vorteil einer ausreichenden Entfernung zu den tieferen Wasserflächen. Ebenso können die Kleinkinder so direkt von den Liegeflächen aus beaufsichtigt werden. Sämtliche Ausstattungselemente, wie Treppen, Einstiegleitern, Startblöcke u.ä. werden erneuert bzw. ergänzt.

Angrenzende Wege und Grünflächen sollen mit traditionellen und vorhandenen Materialien saniert werden. Die bereits neu gestalteten Sanitäranlagen wie Duschen und WC sowie Umkleidekabinen bleiben erhalten.
Der Baumbestand soll erhalten werden, unabdingbare Fällungen sind durch Neupflanzungen zu ersetzen.

Zeitplan

Der Beginn der Abbrucharbeiten startete Ende Juni 2017, danach begannen noch  im gleichen Jahr die Gewerke für den Spezialtiefbau und die Rohbauarbeiten sowie der Einbau der Badewassertechnik.

Im Jahr 2018 erfolgt der größte Teil der  Arbeiten für die Herstellung der Beckenkörper, Badewassertechnik, Beckenausstattungen, Elektroarbeiten, Metallbauarbeiten, Anbau Chlorgasraum und die Neugestaltung bzw. die Wiederherstellung der Freianlagen. Die Arbeiten - besonders im Gewerk Freianlagen - werden in Teilbereichen im Frühjahr 2019 fertiggestellt.

Der Bauzeitenplan ist eng gesetzt und verlangt bei einigen Gewerken bereits besondere Maßnahmen, wie z.B.  Doppelschichtsystem oder Samstagarbeit. Eine weitere Verkürzung ist leider nicht möglich.Der Bau der Freianlagen wird zwar noch im Jahr 2018 starten, aber noch bis zum Frühjahr 2019 andauern.

In zwei weiteren Losen werden im Los07 die Maler- und Beschriftungsarbeiten und im Los 08 die Sanierung von Entwässerungsleitungen vergeben und ausgeführt.

Die Eröffnung des Schwanseebades soll zur neuen Badesaison im Frühjahr 2019 erfolgen.

Vor dieser Eröffnung müssen  sämtliche Anlagen und Komponenten (z.B. Wassertechnik, Kinderwasserspielplätze, Ver- und Entsorgung, Außenduschen, etc.) in ihrer gemeinsamen Funktion getestet werden. Dies geschieht im Rahmen eines für Frühjahr 2019 geplanten Probebetriebes.

Aktueller Stand der Bauausführung (November 2018)

Anfang 2018 wurde mit dem Bau der beiden Tiefbehälter vor dem Schwimmhallengebäude begonnen. Für die Herstellung der Baugruben wurde das Grundwasser abgesenkt, so dass anschließend die Gebäude mittels des sogenannten Pilgerschrittverfahrens unterfangen und gegen Absenkung gesichert wurden. Dies konnten interessierte Bürger zu den beiden angebotenen Baustellenführungen im März 2018 in Augenschein nehmen.

Beide Tiefbehälter sind momentan fertig gestellt. Parallel dazu wurden Teile für die technische Ausstattung der Wasseraufbereitung geliefert und eingebracht. Die Verfüllung des Bereiches ist abgeschlossen. Die endgültige Herstellung des Geländeniveaus und Rasenansaat erfolgt im Zuge der Herstellung der Freianlagen im Frühjahr 2019.

Das Flachwasserbecken ist inclusive der Abdecksteine fertig gestellt. Hier bekommt man einen ersten Eindruck, wie die Beckenränder zukünftig aussehen werden. Das Schwimmerbecken ist fertig betoniert. Die Wände sind für die Montage der Schwallwasser-Rinnensteine vorbereitet, welche bis Ende Dezember bei günstiger Witterung verlegt werden sollen.

Die Sprunggrube ist ebenfalls fertig betoniert. Die Wände unterhalb des Sprungturmes werden im Zuge einer Betonsanierung wieder hergestellt und stabilisiert. In beiden Becken – Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken sind alle Einströmkanäle fertig montiert, an die Wassertechnik angeschlossen und im Zuge der Betonierung der Böden eingebaut.

Die Verlegung der Wassertechnik in den Stegen zwischen den Becken ist weitgehend abgeschlossen. Die Leitungen im Bereich vor der Tribüne sind verlegt und der Baugrund für den Bau der Tribüne vorbereitet. Der Anbau zum Chlorgashaus ist abgeschlossen.

Zum Tag des offenen Denkmals am 09.09.2018 war es auch in diesem Jahr wieder möglich, die Baustelle zu besichtigen und Näheres zur Planung und zum Bau zu erfahren. Schon bei den letzten Baustellenführungen im März und im Juni diesen Jahr gab es ein großes Interesse der Öffentlichkeit zum Fortgang der Arbeiten. Deswegen war es auch nicht verwunderlich, dass auch beim diesjährigen Tag des offenen  Denkmal ein reger Andrang bei den beiden Führungen über die Baustelle herrschte. Insgesamt konnten sich über  90 Besucher vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen und Fragen rund diese Baumaßnahme stellen.

Kosten

Das Vorhaben mit den aktuellen Gesamtkosten in Höhe von 5,89 Mio. €  netto  (davon  ca. 5,06 Mio. €  netto  Baukosten) wird zu 80 % aus EFRE-Mitteln (Europäischer Fonds für Regionalentwicklung – Nachhaltige Stadt- und Ortsentwicklung 2014 – 2020) gefördert.