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Sanierung des Schulgebäudes am Rathenauplatz 4

Die Stadt Weimar wird das zuletzt als Berufsschule genutzte denkmalgeschützte Schulgebäude am Rathenauplatz 4 für eine 2-zügige Regelschule („Park-Regelschule“) umfassend sanieren. Heute wurden dafür Fördermittel des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr in Höhe von 5 Millionen Euro durch Staatssekretär Dr. Klaus Sühl überreicht. Die Gesamtkosten werden mit 7,6 Millionen Euro veranschlagt.

Baubeschreibung

Das Gebäude wurde 1886-88 als Bürgerschule (ehemaliges Sophiengymnasium) unter Leitung des Stadtbaumeisters Has im Stil der Neorenaissance mit 24 Klassen errichtet. Heute steht das Gebäude unter der Bezeichnung „Sophiengymnasium“ als Einzeldenkmal auf der Denkmalliste der Stadt Weimar. Im Auftrag der Stadt Weimar wurde eine denkmalpflegerische Zielstellung erarbeitet. Diese bildet die Grundlage der bisher erfolgten und weiteren Planungen. Neben geschichtlichen Aspekten sind Analysen zum Erhaltungszustand sowie Vorgaben für den Umgang mit dem Denkmal darin formuliert. Für verändernde Maßnahmen im Äußeren und im Inneren des Kulturdenkmals sind in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde sowie der Denkmalfachbehörde (TLDA) die prinzipiellen Entwurfsprämissen als Planungsgrundlagen festgelegt worden. So wird z.B. aus denkmalrechtlichen Gründen eine Innendämmung der Fassaden vorgesehen. Das massive, 4 -geschossige, vollständig unterkellerte Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von ca. 3.950m², besteht im Außenmauerwerk aus Tuffstein mit Sandsteingesimsen. Die Südostecke des Gebäudes wurde 1945 durch eine Luftmine zerstört, aber bereits 1949/50 originalgetreu wiederaufgebaut. Für die Fenstergesimse wurden in diesem Bereich allerdings Travertin- statt Sandsteine verwendet. Das Gebäude hat insbesondere in den Bereichen Dach, Fassade, Fenster, Innenräume, haustechnische Anlagen, Brandschutz, Barrierefreiheit und Freifläche erhöhten Sanierungsbedarf. Auch nach der Sanierung werden die grundsätzlichen Strukturen der räumlichen Nutzung im Wesentlichen erhalten bleiben. Die Aufstellung des neuen Raumprogramms erfolgte in enger Abstimmung zwischen der Schulleitung der Park-Regelschule sowie den beteiligten Planern und Ämtern der Stadt Weimar. Im Sinne der Integration aller Menschen mit Hör-, Sehbehinderungen und Mobilitätseinschränkungen wird die Barrierefreiheit des Innen- und Außenraums entsprechend der in diesem Zusammenhang geltenden DIN Vorgaben hergestellt. So wird Rahmen der Baumaßnahme zur Erschließung der einzelnen Geschosse u.a. ein Aufzug eingebaut. Die Einordnung des Aufzugs in der nordöstlichen Gebäudeecke erfolgt in sinnvoller Weise als verbindendes Glied zwischen den historischen Ebenen der Hauptnutzung und dem halbgeschossig versetzten WC-Trakt, welcher erst 1994 angebaut wurde. Die somit auch mögliche direkte Anbindung des Zugangs- und Pausenhofes an den Aufzug sichert den barrierefreien Übergang zwischen Außen- und Innenraum.

Haustechnik

Die Sanierung und Erneuerung der haustechnischen Anlagen, der Elektroinstallation sowie der Heizung-Lüftung-Sanitär-Anlagen erfolgt auf dem aktuellen Stand der Technik und entsprechend den Anforderungen der Energieeinsparverordnung. In den Klassenzimmern ist der Einbau einer mechanischen Be- und Entlüftungsanlage vorgesehen, wobei teilweise die Ventilationsschächte der ursprünglichen Luftheizungsanlage weitergenutzt werden können. Für die Wärmeerzeugung ist ein Gas-Brennwertheizkessel vorgesehen, dieser wird von zwei Gas-Wärmepumpen unterstützt.

Außenanlagen

Das Gesamtprojekt beinhaltet auch die Sanierung und Neugestaltung der Außenanlagen, d.h. sowohl des Schulhofs als auch des Innenhofs. Die Finanzierung soll separat über Städtebaufördermittel beantragt werden. Die Maßnahme wird durch das Grünflächenamt der Stadt Weimar betreut.

Zeitplan

Geplanter Baubeginn: Januar 2019
Geplante Fertigstellung: Sommer 2020

Kosten

Sanierung des Schulgebäudes inkl. Baunebenkosten: ca. 7,6 Mio. €

Ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung zur Förderung des Schul- und Sporthallenbaus nach Bundesprogramm (KInvFG) wurde im Juni 2018 eingereicht.

Schulnutzung des denkmalgeschützten Gebäudes in der Vergangenheit:

  • Planung ab 1880, Bau ab 1886 und feierliche Eröffnung am 8. Oktober 1888
  • zunächst als Neue Bürgerschule sowohl für Mädchen und Knaben (in getrennten Klassen)
  • ab 1902 als reine Knabenschule unter dem Namen „Sophienschule“
  • zwischen 1939 und 1945 militärische Nutzung (1945 teilweise Zerstörung wg. Bombentreffer)ab 1948 unter dem Namen Karl-Marx-Schule
  • nach 1990 zunächst als allgemeinbildendes Sophiengymnasium und von 2006 bis 2017 als Berufliches Gymnasium und Fachoberschule der SBBS „J.F. Bertuch“ genutzt.