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weimar.deStadtAktuellAktuelle BauvorhabenHaus der Weimarer Republik

Haus der Weimarer Republik

FORUM FÜR DEMOKRATIE

Idee und inhaltliche Bedeutung

Zum Jubiläum der Gründung der Weimarer Republik vor 100 Jahren wurde im Jahr 2019 in Weimar das „Haus der Weimarer Republik“ eröffnet. Der Standort gegenüber dem Deutschen Nationaltheater als Gründungsort der ersten deutschen Demokratie schafft einen geschichtlichen authentischen Bezug. Die bisher dahin noch wenig beleuchtete Demokratieentstehung in Weimar wird mit diesem Vorhaben klar verortet und schafft neue Impulse für das städtebauliche Umfeld wie auch für die Wahrnehmung der Thematik über die Grenzen Thüringens hinaus.

Das Gebäude soll neben dem musealen Aspekt auch ein Ort der Forschung und der Projektarbeit zu Fragen der Demokratieentwicklung sowie ein Treffpunkt für politische und geschichtliche Bildungsangebote sein.

Mit der Umsetzung des Vorhabens erfolgt gleichzeitig auch ein erster Schritt zur städtebaulichen Neuordnung des innerstädtischen Zeughof-Quartiers. Mit der Modernisierung und Instandsetzung des ehemaligen Kulissenhauses sowie der Einbeziehung der baulichen Reste des ehemaligen Zeughauses wird ein städtebaulicher Missstand in einem hochrangigen Denkmalensemble beseitigt.

Durch die unmittelbare räumliche Nähe zur UNESCO-Welterbestätte Wittumspalais sowie zum Deutschen Nationaltheater besteht ein klarer historischer Kontext zum klassischen Weimar und zur Weimarer Republik. Der Verein Weimarer Republik e.V. wird mit der Betreibung des Hauses der Weimarer Republik eine interkommunale Vernetzung der positiven deutschen Demokratieorte anstreben.

Im Ergebnis eines Architektenwettbewerbs wurde das Architekturbüro Muffler mit der Realisierung beauftragt.

Das Projekt „Haus der Weimarer Republik – Forum für Demokratie“ besteht aus zwei Bauteilen, dem historischen Bestandsgebäude und einem Erweiterungsbau Der Erweiterungsbau ist Bestandteil der Förderung aus dem Programm Nationale Projekte des Städtebaus. Die Sanierung des Altbaus wurde aus Mitteln der Städtebauförderung kofinanziert.

Am 31.07.2019 wurde der sanierte Altbau feierlich an den Verein übergeben.

Entwurf und bauliche Konzeption

Der Entwurf des Architekturbüros Muffler folgt einem einfachen, aber klaren Konzept: Instandsetzung des Bestandsgebäudes und Ergänzung um einen modernen Anbau.

Das bestehende Gebäude (bisherige Bauhaus-Museum) wird durch die notwendigen Instandsetzungen (Elektroinstallation, Einbruch- und Gefahrenmeldeanlage, Teillüftung) aufgewertet. Das Foyer, Museumsshop und Garderobe leiten in das Ge­bäude ein und erschließen den großen Saal, der eine Dauerausstellung aufnehmen wird. Das Kellergeschoß des Bestandsgebäudes wird weitestgehend in vorhandenem Zustand belassen und nimmt die Lager- sowie Technikflächen auf.

Ein leichter Erschlie­ßungskörper als Fuge zwischen Bestand und Neubau verknüpft über die Treppenanlage mit behindertengerechtem Aufzug alle Ebenen des Hauses der Weimarer Republik.

Der sich anschließende Erweiterungsbau definiert sich als kompaktes Volumen und weist ein optimiertes und baulich reduziertes Hüllflächenverhältnis auf. Die bauliche Ausstattung orientiert sich am Mindeststandard. Der Baukörper steht teilweise über den historischen Wänden des Zeughaus-Fragmentes und bildet damit ein spannendes Ensemble von alt und neu, Vergangenheit und Zukunft.

Das Gebäude besteht aus drei Zonen, die ihrer jeweiligen Nutzung entsprechen. Das Gartengeschoss beherbergt mit dem Multifunktionsraum einen Ort für politische Bildung und Diskussion. Es ist transparent und öffnet sich zu allen Seiten hin. Ein geschlossener Hof im Zeughaus-Fragment bildet einen ruhigen Außenraum, der mit den Bestandswänden vom öffentlichen Raum abgetrennt ist. Zentrales Element in der Gartengeschossebene ist die Wahrnehmung der denkmalge­schützten Sockelwände des ehemaligen Zeughauses.

Darüber erschließt sich im Erdgeschoss ein großer Ausstellungsbereich für Sonderausstellungen. Der Raum bietet Flexibilität und kann nach Belieben durch eingestellte Möbel oder Trennwände gegliedert werden. Durch den Verbindungsbau sind beide Ausstellungsbereiche (Altbau und Neubau) halbgeschossig versetzt angeordnet in Kombination nutzbar. Das Obergeschoss bietet Raum für wissenschaftliches Forschen. Hier sind in einem flexiblen Rahmen Büros, Besprechungsbereiche sowie ein kleine Bibliothek vorgesehen. Auf jeder Ebene sind die Sanitäranlagen sowie entsprechende notwendige Technikräume angeordnet.

Aktuelle Arbeiten (Stand 8/2020)

Im hinteren Bereich des Grundstücks laufen die Vorbereitungen für die Errichtung des Neubaus. Erforderliche Vorarbeiten wie die Instandsetzung des Zeughausfragmentes. Und die aufwändige Bohrpfahlgründung für den Neubau wurden im vergangenen November 2019 abgeschlossen. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung des Bundes wird nach öffentlicher Ausschreibung die Baumaßnahme mit den Gewerken Rohbau, Gerüst und Dacharbeiten im September 2020 fortgesetzt. Die Inbetriebnahme des Neubaus ist für Anfang 2022 vorgesehen.

Zeitplan

  • Baubeginn Bestandsgebäude 11/2018
  • Baubeginn Erweiterungsbau 09/2020
  • Fertigstellung Bestand 07/2019
  • Fertigstellung Erweiterungsbau 03/2022

Baukosten (Stand 08/2020)

Gesamtkosten: ca. 6,2 Mio €

  • davon Förderung aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit 3,0 Mio. €
  • 480.000€ aus Städtebaufördermitteln und 200.000€ aus sanierungsbedingten Einnahmen
  • sowie 2,0 Mio. € Bundesmittel BMJV.

26.10 TGW, 28.08.2020