Aktuelle Bauvorhaben
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Haus der Weimarer Republik

Aktuelle Arbeiten (Stand: 16.10.2018)

Die archäologischen Untersuchungen wurden Ende August 2018 abgeschlossen und die Ergebnisse zum Tag des Denkmals am 09.09.2018 interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Bei den Grabungen wurde ein Teil des alten Lotte-Kanals freigelegt und dokumentiert. Der dazugehörige Untersuchungsbericht wird aktuell durch das Thüringische Landesamt für Archäologische Denkmalpflege erstellt.

Die Planungsunterlagen zum Haus der Weimarer Republik sind beim Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft zur baufachlichen Prüfung eingereicht. Der Abschluss der Prüfung wird bis Ende Oktober 2018 erwartet. Der erste Bauabschnitt wird sich auf die Sanierung des Altbaus konzentrieren. Zum 05.10.2018 konnten die Zuschläge für die ersten Baulose des Altbaus (Abbruch-, Rohbau- und Gerüstarbeiten) vergeben werden. Weitere Baulose für den Altbau sind z. Zt. öffentlich ausgeschrieben.

Ab dem 22.10.2018 beginnen bereits die ersten Arbeiten inkl. der Baustelleneinrichtung. Für diese wird das Grundstück östlich vom Gebäude genutzt. Der dort noch befindliche Spielplatz wird wie angekündigt geschlossen. Eine Ersatzfläche mit Spielmöglichkeit ist in der Nähe in Vorbereitung. Zusammen mit dem angrenzenden bisher als Parkfläche genutzten Grundstück wird die Fläche zur Andienung der Baustelle genutzt (Materiallager, später Kranstandort etc.).

Bedeutung des Hauses der Weimarer Republik

Zum Jubiläum der Gründung der Weimarer Republik vor 100 Jahren soll im Jahr 2019 in Weimar ein „Haus der Weimarer Republik“ entstehen. Vorgesehen als Standort ist dafür das jetzige Bauhaus-Museum, das im Zeughof-Quartier am östlichen Rand des Theaterplatzes in Weimar liegt. Dieser Standort war das Ergebnis einer breit angelegten öffentlichen Diskussion. Es handelt sich um einen geschichtlich authentischen Ort, gegenüber dem Deutschen Nationaltheater, als Gründungsort der ersten deutschen Demokratie.

Die Schaffung eines Hauses der Weimarer Republik im Zeughof-Quartier Weimars ist ein investives Projekt mit einem ausgeprägten städtebaulichen Bezug innerhalb eines  Denkmalensembles nationalen Ranges mit internationaler Bedeutung. Die bisher noch wenig beleuchtete Demokratieentstehung in Weimar wird mit diesem Vorhaben klar verortet und schafft neue Impulse für das städtebauliche Umfeld wie auch für die Wahrnehmung der Thematik über die Grenzen Thüringens hinaus. Das Gebäude soll ein Ort der Forschung und der Projektarbeit zu Fragen der Demokratie-entwicklung und deren Scheitern sowie ein Treffpunkt für politische und geschichtliche Bildungsangebote sein.

Mit der Umsetzung des Vorhabens sollen gleichzeitig auch wesentlichen Ziele in diesem innerstädtischen Quartier verfolgt werden. Das Vorhaben ist der erste Abschnitt zur Neuordnung des Zeughof-Quartiers östlich des Theaterplatzes in Weimar. Mit der Modernisierung und Instandsetzung des vorhandenen ehemaligen Kulissenhauses, das derzeit als Bauhaus-Museum genutzt wird, sowie der Einbeziehung der baulichen Reste des ehemaligen Zeughauses wird ein städtebaulicher Missstand in einem hochrangigen Denkmalensemble beseitigt. Durch die unmittelbare räumliche Nähe zur UNESCO-Welterbestätte Wittumspalais sowie zum Deutschen Nationaltheater besteht ein klarer historischer Kontext zum klassischen Weimar und zur Weimarer Republik. Der Verein Weimarer Republik e.V. wird mit der Betreibung des Hauses der Weimarer Republik eine interkommunale Vernetzung der positiven deutschen Demokratieorte anstreben.

Für diese anspruchsvolle Aufgabe wurde in der ersten Jahreshälfte 2017 ein offener anonymer Realisierungs- und Ideenwettbewerb ausgelobt, bei dem insgesamt 61 nationale, wie auch internationale Einreichungen zu verzeichnen waren. Der vom Preisgericht an das Architekturbüro Muffler vergebene 1. Preis wurde zur Umsetzung beauftragt.

Entwurf und bauliche Konzeption

Der Entwurf des Architekturbüros Muffler folgt einem einfachen, aber klaren Konzept: Instandsetzung des Bestandsgebäudes und Ergänzung um einen modernen Anbau. Das bestehende Gebäude (bisherige Bauhaus-Museum) wird durch die notwendigen Instandsetzungen (Elektroinstallation, Einbruch- und Gefahrenmeldeanlage, Teillüftung) aufgewertet. Das Foyer, Museumsshop und Garderobe leiten in das Ge­bäude ein und erschließen den großen Saal, der eine Dauerausstellung aufnehmen wird. Das Kellergeschoß des Bestandsgebäudes wird weitestgehend in vorhandenem Zustand belassen und nimmt die Lager- sowie Technikflächen auf.

Ein leichter Erschlie­ßungskörper als Fuge zwischen Bestand und Neubau verknüpft über die Treppenanlage mit behindertengerechtem Aufzug alle Ebenen des Hauses der Weimarer Republik.Der sich anschließende Erweiterungsbau definiert sich als kompaktes Volumen und weist ein optimiertes und baulich reduziertes Hüllflächenverhältnis auf. Die bauliche Ausstattung orientiert sich am Mindeststandard. Der Baukörper steht teilweise über den historischen Wänden des Zeughaus-Fragmentes und bildet damit eine spannendes Ensemble von alt und neu, Vergangenheit und Zukunft.

Das Gebäude besteht aus drei Zonen, die ihrer jeweiligen Nutzung entsprechen. Das Gartengeschoss beherbergt mit dem Multifunktionsraum einen Ort für politische Bildung und Diskussion. Es ist transparent und öffnet sich zu allen Seiten hin. Ein geschlossener Hof im Zeughaus-Fragment bildet einen ruhigen Außenraum, der mit den Bestandswänden vom öffentlichen Raum abgetrennt ist. Zentrales Element in der Gartengeschossebene ist die Wahrnehmung der denkmalge­schützten Sockelwände des ehemaligen Zeughauses.

Darüber erschließt sich im Erdgeschoss ein großer Ausstellungsbereich für Sonderausstellungen. Der Raum bietet Flexibilität und kann nach Belieben durch eingestellte Möbel oder Trennwände gegliedert werden. Durch den Verbindungsbau sind beide Ausstellungsbereiche (Altbau und Neubau) halbgeschossig versetzt angeordnet in Kombination nutzbar. Das Obergeschoss bietet Raum für wissenschaftliches Forschen. Hier sind in einem flexiblen Rahmen Büros, Besprechungsbereiche sowie ein kleine Bibliothek vorgesehen. Auf jeder Ebene sind die Sanitäranlagen sowie entsprechende notwendige Technikräume angeordnet.

 

Zeitplan

(vorbehaltlich von erforderliche Anpassungen durch Baugrundverhältnisse):

Entwurfsplanung 2/2018
Antrag auf Baugenehmigung05/2018
Ausführungsplanung06/2018
Bearbeitung Ausschreibungsunterlagen / Ausschreibung          07/2018

Baubeginn Bestandsgebäude

11/2018
Baubeginn Erweiterungsbau11/2018
Fertigstellung Bestand06/2019
Fertigstellung ErweiterungsbauEnde 2020

 

Baukosten

Gesamtkosten: ca. 3,9 Mio. €

davon Förderung aus dem Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" mit 3,0 Mio. € und 480.000 € aus Städtebaufördermitteln