Klimaschutz, Klimawandel und nachhaltiges Leben

die Atmosphäre der Erde

Klima ist nicht Wetter aber beides gehört zusammen

Wenn wir vom Klima sprechen, dann meinen wir den typischen jährlichen Ablauf des Wetters (zum Beispiel mildes oder raues Klima). Die Aussagen zum Klima werden aus Wetterbeobachtungen über viele Jahre abgeleitet. Um verlässliche Angaben über das Klima in einer bestimmten Region der Erde machen zu können ist ein Beobachtungszeitraum von wenigstens 30 Jahren notwendig. Auf dem Europäischen Kontinent werden seit etwa 300 Jahren Wetterdaten in unterschiedlicher Qualität und an verschiedenen Orten aufgezeichnet. Im Jahr 1781 beginnt schließlich die professionelle und systematische Erfassung von Wetterdaten durch die Societas Meteorologica Palatina am Observatorium Hohenpeißenberg in Bayern, Deutschland. Dieses Datum wird auch als „Beginn der Wetteraufzeichnung“ bezeichnet und ist der Beginn der Klimaforschung.

Klimawandel

globale Jahresdurchschnittstemperatur (1880 - 2015) (NOAA)

Der Wandel unseres Klimas lässt sich in einen natürlichen und einen anthropogenen (menschverursachten) Anteil gliedern

Das Klima an einem bestimmten Ort ist von zahlreichen Faktoren abhängig. So spielen zum Beispiel die Lage in Bezug auf den Äquator, die Entfernung zum Meer und die Höhe über dem Meeresspiegel eine Rolle.

Triebkraft für unser Klima ist die Sonne. Das Zusammenspiel aus Neigungswinkel der Erdachse, Erdumdrehung und Sonnenumlaufbahn der Erde führt zu unterschiedlichen klimatischen Bedingungen auf der Erde. Ein Beispiel sind die Jahreszeiten.

Weiterhin sind die Verteilung der Landmassen und Wasserflächen auf unserer Erde, Meeresströmungen (z.B.: Golfstrom) und nicht zuletzt der Treibhauseffekt entscheidend für das Klima auf der Erde. Ohne das Zusammenspiel dieser Faktoren wäre Leben auf unserem Planeten nicht möglich.

Mit dem Beginn der Industriellen Revolution in Europa und den USA im 19. Jahrhundert nimmt der Mensch und die von ihm verursachten Treibhausgase immer mehr Einfluss auf das Erdklima.

Die verstärkte Anreicherung von Treibhausgasen (z.B.: Kohlendioxid, Lachgas, Methan, Wasserdampf) aus industriellen Prozessen, Strom und Wärmeerzeugung und der modernen Land- und Viehwirtschaft in der Atmosphäre führen zu einer Erwärmung des Erdklimas. Ähnlich wie bei einem Treibhaus (Gewächshaus) die Glasscheiben reduzieren die Treibhausgase die Rückstrahlung der von der Sonne ausgesandten Wärmestrahlung von der Erdoberfläche in den die Erde umgebenden Raum und bewirken so eine stetige Erwärmung. Die Folgen sind unteranderem ein Anstieg des Meeresspiegels durch das Abschmelzen der polaren Eiskappen, eine Versauerung der Meere und die Veränderung der Klimazonen. Das führt unteranderem zur Zunahme an Extremwetterlagen und damit Überschwemmungen, Stürmen, Hagel und Dürrekatastrophen und zum Verlust an geeigneten Anbauflächen. Die daraus resultierende Verschärfung der Ernährungssituation, die entstehenden Konflikte und Flüchtlingsströme werden unsere Welt stark verändern und stellen eine große Gefahr für das Überleben der gesamten Menschheit dar.

Der Schutz unseres Klimas und die Reduzierung der vom Menschen erzeugten Treibhausgase ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern sichert das Überleben der gesamten Menschheit.

Klimaschutz und nachhaltiges Leben

durchschnittliche jährliche CO2-Emission pro Person in Deutschland (Umweltbundesamt; 2015)

Klimaschutz fängt im Kopf an

Es gibt zahlreiche anthropogene Gründe für den Anstieg der globalen Jahresdurchschnittstemperatur und der Verstärkung des Klimawandels. Abgase aus der Industrie, eine Mobilitätsstrategie die vor allem auf Verbrennungsmotoren setzt, Energiegewinnung aus fossilen Rohstoffen, ein Anstieg der Fleischproduktion in der Landwirtschaft und die Abholzung des Regenwaldes sind nur einige wenige Beispiele.

Mit der Energiewende nimmt Deutschland eine Vorreiterrolle in der Welt ein und versucht durch eine Umstellung der Energiewirtschaft auf regenerative ressourcenschonende Energieträger einen positiven Einfluss auf den Klimawandel zu nehmen.

Doch die Energiewende kann nur ein Teil der Lösung des Problems "Klimawandel" sein. Viel wichtiger ist ein Umdenken hinsichtlich unserer Lebensweise. Denn unser Lebensstil führt letztendlich zu diesem immensen Verbrauch an Gütern, Waren und Energie. Jeder Mensch hat Einfluss auf das Klima und damit eine große Verantwortung.

 

„Bescheidenheit ist der Anfang aller Vernunft“ (Ludwig Anzengruber)

Weltklimakonferenz 2015 in Paris

Bei der Weltklimakonferenz in Paris im Dezember 2015 hat sich die Weltgemeinschaft  auf völkerrechtlich bindende Ziele zum Klimaschutz geeinigt. So soll der Anstieg der globalen Jahresmitteltemperatur auf unter 2 °C (bezogen auf das Vorindustriezeitalter vor 1900) begrenzt und bestmöglich ein Wert von 1,5 °C angestrebt werden (aktuelle Erhöhung ca. 0,8 °C). Um dies zu erreichen verpflichteten sich die Staaten dazu ab der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts neutrale Treibhausgasbilanzen aufzuweisen, also auf Emissionen zu verzichten bzw. Kompensationsmaßnahmen (Aufforstung, Grünlandumnutzung, Ausweisung von Schutzzonen,…) für diese durchzuführen. Dafür werden die nationalen Klimaschutzziele alle fünf Jahre einer Überprüfung und Revision unterzogen und neue, verschärfte Ziele für die nächste Periode festgesetzt. Außerdem sollen ab 2020 weltweit jährlich mindestens 100 Milliarden US-Dollar für den nachhaltigen Umbau der globalen Energieversorgung und die Beseitigung von Klimawandelfolgeschäden von privaten, stattlichen und freien Organisationen bereitgestellt werden. Alle angestoßenen Maßnahmen sollen so umgesetzt werden, dass die weltweite Nahrungsmittelproduktion nicht bedroht wird.

Anders als bei den vorangegangenen Klimakonferenzen, wo sich Industrie und Schwellen- und Entwicklungsländer oftmals äußerst kritisch gegenüberstanden, werden die Beschlüsse von Paris als gemeinsamer Schritt der gesamten Weltgemeinschaft angesehen. Auch von verschiedenen NGOs wurden die Beschlüsse begrüßt und als positiv eingestuft.

Nach der Ratifizierung des Abkommens, das im Laufe des Jahres abgeschlossen sein soll, gilt es schnell konkrete Maßnahmen zu entwickeln und unverzüglich umzusetzen um die gesteckten Ziele auch erreichen zu können. Denn da sich die Treibhausgase in der Atmosphäre nur sehr langsam abbauen ist der relevante Handlungszeitraum sehr klein.

BMUB COP21

relevante Treibhausgase

Treibhausgas atmos. Konzentration 2013 atmos. Konzentration vor 1900 mittlere Verweilzeit Anteil an Treibhauseffekt
HKW/FCKW 1,3 ppb 0 ppb 40 Jahre 10 %
CO2 400 ppm 280 ppm 200 Jahre 20 %
CH4 2 ppm 0,7 ppm 15 Jahre 20 %
N2O 330 ppb 270 ppb 120 Jahre 5 %

Weimar in Zahlen (Stand 2008)

  • Anteil erneuerbarer Energien (Strom): 0,4 %
  • Anteil erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (Wärme): 5,5 %
  • jährlicher Strom- und Wärmeenergieverbrauch pro Person: ca. 11.890 kWh
  • daraus resultierender Ausstoß an Kohlendioxid pro Person: ca. 4,2 t
    (Quelle: ENWG Energienetze Weimar GmbH & Co. KG)

Weimar in Zahlen (Stand 2013)

  • Anteil erneuerbarer Energien (Strom): 5,1 %
  • Anteil erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (Wärme): 4,7 %
  • jährlicher Strom- und Wärmeenergieverbrauch pro Person: ca. 12.500 kWh
  • daraus resultierender Ausstoß an Kohlendioxid pro Person: ca. 3,8 t
    (Quelle: ENWG Energienetze Weimar GmbH & Co. KG)

Stadtratsbeschlüsse zum Klimaschutz

Bereits vor der Fertigstellung des Klimaschutzkonzeptes wurden durch den Stadtrat Beschlüsse gefasst, die Energieeinsparungen und die Nutzung alternativer Energiequellen zum Ziel haben:

 

Beschluss:Beschlusstext:
025a/2007 "Niedrigenergiestandard bei städtischen Immobilien"Der Stadtrat befürwortet den Niedrigenergiestandard beim Neubau oder der Sanierung städtischer Gebäude. Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, vor der Ausführung von Bauvorhaben ein energetisches Gesamtkonzept für die beabsichtigte Baumaßnahme zu erstellen und bei der Bauausführung zu beachten.
153/2007 "Dächer für Erneuerbare Energien"

Die Verwaltung wird beauftragt, ...

  • bis zum 31.01.2008 drei weitere Dächer von städtischen Immobilien oder solcher von Gesellschaften mit städtischer Beteiligung zu benennen, die für die Nutzung von Anlagen von Erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen.
  • bis Ende Februar 2008 für diese Dächer entsprechende Ausschreibungen zu veröffentlichen.
  • in Zukunft für jeden Neubau und bei jeder Dachsanierung die Möglichkeit einer Ausrüstung bzw. Nachrüstung einer Installation einer Solaranlage einzuplanen.
184/2008 "Förderung von Klimaschutzprojekten"Der Oberbürgermeister wird beauftragt zu prüfen, welche Möglichkeiten für die Stadt Weimar vorhanden sind, um erfolgreich an der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung teilzunehmen. Dabei soll das Förderprogramm für Kommunen, soziale und kulturelle Einrichtungen des Bundesumweltministeriums im Fokus stehen. Der Oberbürgermeister berichtet dem Stadtrat.
023/2009 Teilnahme der Stadt Weimar an Kampagne SolarLokalDie Stadt Weimar tritt der Imagekampagne SolarLokal bei.
414b/2009 "Solarinitiative Weimar"Der Einsatz von Fotovoltaik und Solarthermie in Weimar wird unterstützt, es werden alle Möglichkeiten genutzt, auf Dächern und Freiflächen von städtischen Liegenschaften und von Gesellschaften mit städtischer Beteiligung und Eigenbetrieben Solarenergie zu nutzen. Bei Ausschreibungen wird besonders Wert auf den Einsatz von regionalen Produkten und Installationsunternehmen gelegt.
Als erster Schritt werden mindestens zehn größere Fotovoltaikanlagen im Jahr 2012 als Pilotanlagen umgesetzt. Der Fachausschuss wird halbjährlich über den Sachstand informiert.
006c/2010 "Städtische Baumaßnahmen als Vorbild"
  1. Sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen kommunaler Gebäude sollen die jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben für Energiestandards bei den Energieverbrauchswerten um 40% unterschritten werden.
  2. Sollten sich durch dieses Vorgehen sowohl bei den Investitions- als auch den Folgekosten von der Stadtverwaltung für unverträglich gehaltene Steigerungen gegenüber konventionellen Bauweisen ergeben und sie daher zum Ergebnis kommen, nicht gemäß des Grundsatzes nach Punkt 1 vorgehen zu können, erläutert sie die Berechnungen und ihre Gesamtbeurteilung im Bau- und Umweltausschuss, bevor sie abschließende Entscheidungen mit Rechtsfolgewirkung (etwa Ausschreibungen und Auftragsvergaben) einleitet.
  3. Die Gesellschaften mit mehrheitlicher kommunaler Beteiligung werden gebeten, entsprechend zu verfahren.

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