Die Mühle von Taubach Foto: Maik Schuck
Die Mühle von Taubach Foto: Maik Schuck

Taubach

In Sichtweite des Schlosses Belvedere schmiegt sich an den Hang über der Ilmaue südöstlich von Weimar der Ortsteil Tau­bach. In diesem Gebiet lebten schon vor 80.000 Jahren Menschen. Die Funde im Ehringsdorfer und Taubacher Travertin zeugen davon. Vor 5000 Jahren siedelten Band- und Stich­band­keramiker in dieser Gegend. Das Taubacher Stich­band­keramiker­grab, welches bei Ausgrabungen 1954 unweit der Kirche gefunden wurde, gehört zu den archäologischen Kostbar­keiten der Jungsteinzeit. Als erste urkundliche Erwähnung wird Taubach (Thovbeche) mit seiner Mühle am 15. April 1120 in einer Schenkungsurkunde des Edlen Wichmann genannt und ist damit auch der älteste nachgewiesene Mühlenstandort in Thüringen. An den Hängen über dem Ilmtal wurde Wein angebaut. Taubach besaß 1727 mit 47 Weinbergen das größte Anbaugebiet. Der Wein­anbau ging wegen der ungünstigen klimatischen Bedingungen vollständig zurück. Heute weisen nur noch die Flur­bezeichnungen "Vor den Weinbergen" und "In den Weinbergen" darauf hin. Über einen Kirchenbau in Taubach findet man den ersten Nachweis 1462. Der heute vorhandene schlanke Turm stammt aus dem Jahre 1600 und erhielt 1704/05 ein neues Kirchen­schiff. Die damals neue Orgel wurde 1710 durch Johann Sebastian Bach geprüft. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kirche in den Jahren 1849 bis 1855 nach Plänen des Weimarer Bau­meisters Coudray. Einer der Pfarrer, die in der Taubacher Kirche predigten, war der Thüringer Mund­art­dichter August Ludwig. 1995 konnte 50 Jahre nach Kriegsende eine neue Bronzeglocke geweiht werden. Taubach ist geschichtlich gesehen ein "altes Dorf" und hat – trotz der "Thüringer Sintflut" und den großen Bränden in den Jahren 1674, 1690 und 1877 – in allen Zeiten eine erfolgreiche, zukunfts­orientierte Entwicklung genommen. Schon im Jahre 1554 hatte Taubach eine Schule, bereits 1710 kauften Mellingen und Taubach gemeinsam eine Feuer­spritze, 1907 erhält der Ort elektrisches Licht und 1912 die Wasser­leitung. 1990 erfolgt der Anschluss an das Erdgasnetz und seit 2005 werden die Abwässer in der Kläranlage Tiefurt gereinigt. Im Rahmen der Gebietsreform wurde Taubach 1994 eingemeindet. Über 20 Unternehmen und Gewerbe­betriebe sind in Taubach ansässig. Das neue Wohngebiet "An der Schatzgrube" ist entstanden. Bei der Entwicklung des Ortsteiles war es besonderes Anliegen, die Ilm-Auen zu erhalten und damit einen wichtigen Beitrag für den Natur- und Umweltschutz sowie den Hoch­wasser­schutz zu leisten. Die Freiwillige Feuer­wehr Taubach ist in das System der Weimarer Feuerwehr integriert. 2005 konnte das sanierte Feuerwehrgerätehaus übergeben werden. Auch das Vereinsleben hat in Taubach eine lange Tradition. Bereits 1858 wurde der Volkschor Taubach und 1910 der Arbeiter­sport­verein gegründet. Heute bieten die Sport­­gemeinschaft Mellingen/Taubach, der Sportverein Taubach, der Männer­chor, der Frauenchor, der Posaunenchor, der Feuer­wehr­verein, der Kirmesverein und die Ortsgruppe der Volkssolidarität ein breites Betätigungs­feld. Verkehrstechnisch sind die Anbindung nach Weimar und die Auto­bahn­anschluss­stelle Apolda günstig. Mit der Stadtbuslinie 1 ist der Ortsteil erreichbar.

 


Ortsteilbürgermeisterin:

Kathrin Roth

Einwohner:
Stand 31.12.1993: 683
Stand 31.12.2005: 1.128
Stand 31.12.2008: 1.133
Stand 31.12.2009: 1.112
Stand 31.12.2010: 1.102  
Stand 31.12.2011: 1.104

Fläche: 5,20 km²