Der Stadtrat der Stadt Weimar hat in seiner öffentlichen Sitzung
am 09.09.2009 mit der Drucksachen-Nr. 313/2009 beschlossen,
dem großen Saal im Verwaltungsgebäude Schwanseestraße 17
den Namen "MARIE JUCHACZ" zu verleihen.
In einer kleinen Ansprache zur Enthüllung der Namenstafel am
19.02.2010 unterstrich Oberbürgermeister Wolf:
"Ich habe mich sehr über die Entscheidung des Weimarer Stadtrates
gefreut, unserem Sitzungssaal mit dem Namen jener Parlamentarierin
zu belehnen, die mindestens in doppelter Hinsicht deutsche Demokratie-
Geschichte gemacht hat: Marie Juchacz gehörte in den revolutionären
Jahren des Umbruchs nach dem 1. Weltkrieg zu jenen Parlamentariern
und Parlamentarierinnen, die Deutschland mit Mut und Verstand auf den
Weg der Demokratie gebracht haben."
Auf einer kleinen Tafel im Eingangsbereich des Verwaltungsgebäudes werden
die Besucher der Stadtratssitzungen über die Namensgeberin des Sitzungs-
saals informiert:
"Marie Juchacz * 15. März 1879 † 28. Januar 1956
In einem feierlichen Akt wurde am 19. Februar 2010 der Plenarsaal des Weimarer Stadtrates in den Marie-Juchacz-Saal umbenannt. Damit würdigte der Stadtrat die Politikerin Marie Juchacz, die am 19. Februar 1919 als erste deutsche Parlamentarierin - in der Weimarer Nationalversammlung - eine Rede hielt.
Mit der Verfassunggebenden Nationalversammlung vom 6. Februar bis 11. August 1919 (Unterzeichnung) wurde im Deutschen Nationaltheater Weimar die erste Deutsche Demokratie begründet.
Die Sozialreformerin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz nimmt eine bedeutende Rolle in der Geschichte der deutschen Frauenbewegung und im Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen ein. Sie wurde als eine von 37 Frauen 1919 in die Weimarer Nationalversammlung gewählt und gehörte dort als einzige Frau dem „Ausschuss zur Vorbereitung des Entwurfs einer Verfassung des Deutschen Reichs“ an. Von 1920 bis 1933 war sie Mitglied des Reichstages."
