15.03.2017 | Meldung | Von: Stabsstelle Kommunikation und Protokoll

Sonderausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“

Ansicht des Stadtmuseums in der Karl-Liebknecht-Straße (Foto: Stadt Weimar)

Eine Ausstellung von Gerd Koenen. Herausgegeben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historischen Museum

Laufzeit: Donnerstag, 16.03.2017 bis Sonntag, 07.01.2018
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag; 10.00 bis 17.00 Uhr
Stadtmuseum Weimar im Bertuchhaus, Karl-Liebknecht-Straße 5-9


2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal. Aus diesem Anlass wird die Ausstellung des Frankfurter Historikers Gerd Koenen „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegungen beschreiben. Diese waren im 20. Jahrhundert dazu angetreten, nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen grundlegend zu verändern. Ihr totalitärer Anspruch mobilisierte rund um den Globus Millionen und entwickelte sich zum Albtraum von Abermillionen, die Opfer kommunistischer Gewaltregime wurden. Die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ umfasst 25 Tafeln mit über 200 zeithistorischen Fotos, Dokumenten sowie QR-Codes, die mit Filmdokumenten im Internet verlinkt sind. Sie ist das ideale Medium, um zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und seinen Diktaturen einzuladen, die das 20. Jahrhundert weltweit prägten und die in der historischen Bildungsarbeit bislang zu wenig Aufmerksamkeit finden.

Der Kommunismus war die größte und tiefgreifendste Massenbewegung des 20. Jahrhunderts. Die Parteien der „Kommunistischen Internationale“ waren, wie von Lenin gefordert, „neuen Typs“. Als Kaderorganisationen verlangten sie von ihren Mitgliedern totale Hingabe und absolute Disziplin. Sobald eine kommunistische Partei die Macht errungen hatte, mussten alle Bürger sich ihrer „Führung“ aktiv unterordnen. Dieser gewaltsam durchgesetzte, zu Recht als „totalitär“ bezeichnete Anspruch auf die Gestaltung aller Lebensbereiche hat zahllose Existenzen zerstört und Abermillionen Menschenleben vernichtet. Und er hat immense geistige sowie soziale Verwüstungen hinterlassen. Aber die Kommunisten konnten in ihren Hochzeiten auch einen erstaunlichen jugendlichen Enthusiasmus sowie bedeutende intellektuelle und künstlerische Energien mobilisieren – bevor die permanenten Überspannungen in Erschöpfung, Passivität, Zynismus oder Dissidenz mündeten. Dennoch kam der jähe Kollaps des „Sozialistischen Lagers“ und der Sowjetunion nach 1989 unerwartet – ebenso unerwartet wie der Aufschwung Chinas unter der ungebrochenen Diktatur der Kommunistischen Partei. Beides lässt die historische „Karriere“ des Weltkommunismus seit 1917 umso erklärungsbedürftiger erscheinen.

Das Stadtmuseum Weimar im Bertuchhaus gehört deutschlandweit zu den ersten Häusern, die diese Ausstellung zeigen.

Weitere Infos: https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/material-fuer-die-presse-und-oeffentlichkeitsarbeit-6083.html