14.06.2012 | Meldung | Von: Stabsstelle Kommunikation und Protokoll
Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2012 wird an Erzbischof Francois-Xavier Maroy verliehen

In seiner Sitzung am 1. Juni 2012 hat der Vergabebeirat aus 16 Vorschlägen als diesjährigen Preisträger des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar den Erzbischof Francois-Xavier Maroy aus der Demokratischen Republik Kongo ausgewählt.
Der Weimarer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 13. Juni 2012 diesen Vorschlag bestätigt. In der Begründung heißt es:
"Erzbischof Francois-Xavier Maroy engagiert sich seit vielen Jahren für Frieden und Versöhnung. Der 55-jährige lebt im Osten des Kongo, wo die Menschen ihres Lebens nicht mehr sicher sind. Die Demokratische Republik Kongo ist seit 1996 Schauplatz der blutigsten Konflikte.
Für Frauen gilt das Land als der gefährlichste Ort der Welt. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Kongo als das Zentrum der Vergewaltigungen. Vergewaltigungen und Massaker werden als Waffen eingesetzt, um die Familien aus den Abbaugebieten des seltenen Minerals Coltan zu vertreiben.
Erzbischof Maroy spricht von den Ursachen des Krieges im Kongo sowie von den Verstrickungen der westlichen Welt in diesen Kämpfen. Denn für die westlichen Nationen sind die Coltan-Minen, in denen das seltene Mineral, das weltweit für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt wird, eine wahre Schatzgrube. Erzbischof Maroy klagt an, dass die Rebellen gezielt jene Gebiete erobern, in denen das wertvolle Coltan zu finden ist.
Ruandische Rebellen, die Mai-Mai-Kämpfer und die kongolesischen Regierungssoldaten kämpfen gegeneinander und gleichzeitig haben sie einen gemeinsamen Feind: die Zivilbevölkerung.
Erzbischof Maroy hat für notleidende Menschen in der Region Trauma-Zentren aufgebaut, wo Opfer psychologisch betreut werden können. Durch sein Engagement ist er selbst ins Visier der Rebellen geraten. Bei Schüssen auf ihn wurde der Erzbischof nur knapp verfehlt. Mehrere seiner Mitarbeiter wurden in den vergangenen Jahren entführt und getötet. Sein Vorgänger, Erzbischof Christophe Munzihirwa, wurde auf offener Straße erschossen.
Ohne Unterstützung von außen hat der Frieden im Osten der Republik Kongo keine Chance. Durch Verleihung des Menschenrechtspreises würde die Friedensmission und die Sicherheit von Erzbischof Maroy zusätzlich gestärkt."
Erzbischof Maroy wurde von missio - Internationales Katholisches Missionswerk e.V. vorgeschlagen.