03.07.2013 | Mitteilung | Von: Stabsstelle Kommunikation und Protokoll

Menschenrechtspreis 2013 für Benki Piyãko aus Brasilien

Benki Piyãko (Foto: Moisés Moreira)

Der Weimarer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 3. Juli 2013 einstimmig beschlossen, den Menschenrechtspreis 2013 der Stadt Weimar an Benki Piyãko aus Brasilien zu verleihen.

Damit folgte er der Empfehlung des Vergabe­beirates Menschenrechtspreis, der sich in seiner Sitzung am 6. Juni 2013 für den  Ashaninka Benki Piyãko entschieden hatte. Er wurde aus den elf in diesem Jahr eingegangenen Vor­schlägen aus aller Welt ausgewählt.

Aus der Begründung des Stadtrates:

Benki Piyãko engagiert sich seit vielen Jahren für ein friedliches Zusammenleben von Ashaninka, die er im Bundesstaat Acre anführt, und ihren nicht-indigenen Nachbarn. Erst 1980 wurde das Gebiet der Ashaninka Gruppe um Benki Piyãko offiziell vom Staat Brasilien anerkannt und der Gemeinschaft die Selbstverwaltung übertragen.

Schon früh erkannten die Ashaninka, dass sie einen Weg zum friedlichen Zusammenleben mit ihren nicht-indigenen Nachbarn finden müssen. Daher bewirtschaften sie ihr Land auf nachhaltige Art und Weise, so dass das Ökosystem Regenwald nicht zerstört wird. Um dieses Anliegen auch an die Kinder und Jugendlichen der Ashaninka weiter zu geben, hat Benki Piyãko das Ausbildungszentrum Yoreke Ãtame ("Wissen des Urwaldes") gegründet. Das Anliegen dieses Zentrums ist es, indigenen und nicht-indigenen Jugendlichen nachhaltiges Leben mit und im Regenwald nahezubringen und unterschiedliche ethnische Gruppen Brasiliens zusammenzuführen.

Ständigen Bedrohungen ausgesetzt

Diese friedliche Lebenshaltung hat den Ashaninka um Benki Piyãko viele Feinde eingebracht. Die Holzmafia und Drogenschmuggler reagieren mit Übergriffen und Morddrohungen auf die Ashaninka, die ihre Wälder bewachen und vor illegalem Holzeinschlag schützen. Daher sind Benki Piyãko und seine Mitstreiter ständigen Bedrohungen ausgesetzt. Mehrfach erhielten er und Mitglieder seiner Familie Morddrohungen und Benki Piyãko wurde auch bereits direkt angegriffen. Trotzdem ist sein Engagement beispielhaft und ungebrochen.

Aus diesem Grund hat der Vergabebeirat Benki Piyãko für die Ehrung mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2013 ausgewählt. Durch sein unermüdliches Wirken für ein friedliches Miteinander indigener und nicht-indigener Bürger von Acre und in ganz  Brasilien und gegen die Zerstörung des Lebensraumes Regenwald  durch illegalen Holzeinschlag und Drogenschmuggel ist er ständig einem hohen persönlichen Risiko ausgesetzt. Durch die Verleihung des Preises könnte seine Arbeit weiter unterstützt und seine Sicherheit gestärkt werden.

Der Vorschlag wurde von der Gesellschaft für bedrohte Völker eingereicht.

 


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